Die 10 besten Titelkämpfe im Federgewicht

Der Weltmeistertitel im Federgewicht hat keine so lange Geschichte wie die Weltmeistertitel im Schwergewicht oder Weltergewicht, wurde er doch erst im November 2010 bei UFC 123 eingeführt, als die Federgewichte aus der WEC in die UFC wechselten.

Doch obwohl der Gürtel weniger als zehn Jahre alt ist und bisher erst von drei Weltmeistern gehalten wurde – Jose Aldo, Conor McGregor und dem amtierenden Champion Max Holloway – fanden im Octagon schon einige denkwürdige Schlachten um ihn statt. Die nächste könnte das Titelduell zwischen Holloway und dem ungeschlagenen Brian Ortega werden, die sich in der Nacht zum 8. Juli bei UFC 226 in Las Vegas gegenüberstehen.

Vor UFC 226 blicken wir auf die 10 besten Titelkämpfe im Federgewicht:


Jose Aldo bes. Mark Hominick einstimmig nach Punkten (UFC 129)
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Der erste Weltmeisterschaftskampf der UFC-Geschichte fand bei der bis dato größten UFC-Veranstaltung statt. Zu UFC 129 strömten mehr als 55.000 Zuschauer ins Rogers Centre im kanadischen Toronto, Ontario.

Aldo kam als dominanter WEC-Champion in die UFC, er hatte zu dem Zeitpunkt im April 2011 fast sechs Jahre lang nicht verloren. Sein Herausforderer, der kanadische MMA-Pionier Hominick, kämpfte bei UFC 129 erstmals in seiner Heimatprovinz Ontario – obendrein erwarteten er und seine Ehefrau damals ihr erstes Kind. „Hollywood hätte die Geschichte nicht besser schreiben können“, hieß es vor UFC 129, auch wenn der Kampf letzten Endes eine einseitige Angelegenheit war.

Aldo kontrollierte den Kampf in den ersten vier Runden und erzielte dank seiner Schnelligkeit und Präzision unaufhörlich Wirkungstreffer. An Hominicks Stirn bildete sich ein gigantisches Hämatom. „The Machine“ gab jedoch nicht auf. In der fünften Runde nutzte er Aldos konditionelle Schwierigkeiten aus und bearbeitete ihn auf der Matte mit Ground and Pound. Hominick konnte den Kampf zwar nicht zu seinen Gunsten drehen, zeigte aber dem heimischen Publikum, aus was für einem Holz er geschnitzt ist.

Aldo fuhr einen klaren einstimmigen Punktsieg ein, aber die kanadischen Zuschauer gingen trotzdem nicht enttäuscht nach Hause, denn der erste Weltmeisterschaftskampf in der UFC war von Anfang bis Ende hochgradig unterhaltsam.

Jose Aldo bes. Chad Mendes via Knockout (Knie) nach 4:59 in Runde 1 (UFC 142)
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Nachdem er Kenny Florian bei UFC 136 abgefertigt hatte, traf Aldo bei UFC 142 in seiner Heimat Brasilien auf Chad Mendes, einen der Stars aus dem Team Alpha Male.

Das war zum damaligen Zeitpunkt der bestmögliche Kampf in der Federgewichtsklasse und ein Duell, auf das sich die Fans schon lange gefreut hatten. Mendes war der unbesiegte Herausforderer, der das Zeug hatte, den „König von Rio“ von seinem Thron zu stoßen.

Zum Schluss der ersten Runde drehte sich Aldo am Zaun des Octagons blitzschnell und knockte Mendes mit einem perfekt platzierten Kniestoß aus. Danach kam es zu denkwürdigen Jubelszenen, als Aldo siegestrunken aus dem Octagon sprang und in die Zuschauerränge sprintete.

Jose Aldo bes. Frankie Edgar einstimmig nach Punkten (UFC 156)
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Nach drei Jahren an der Spitze der Leichtgewichtsklasse wechselte Edgar ins Federgewicht und forderte Aldo direkt um den Weltmeistertitel heraus. Edgars letzte zwei Niederlagen waren sehr kontrovers und da er nun in einer für ihn natürlicheren Gewichtsklasse antrat, gingen die meisten davon aus, dass er Aldo alles abverlangen würde.

Und genau so kam es dann auch. Edgar brachte den Weltmeister an seine Grenzen, aber letzten Endes war Aldo ein bisschen schneller, ein bisschen präziser und ein bisschen gewiefter als sein Herausforderer aus New Jersey.

Obwohl er davor und danach einige Kämpfe vorzeitig gewonnen hatte, war das die Leistung, mit der Aldo sich an der Spitze der Federgewichtsklasse etablierte. Den flinken Edgar für 25 Minuten in Schach zu halten und dann einen einstimmigen Punktsieg einzufahren, brachte ihm von allen Seiten großen Respekt ein. Mit diesem Sieg wurde er endgültig zum Superstar.

Jose Aldo bes. Chad Mendes einstimmig nach Punkten (UFC 179)
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Weniger als drei Jahre nach ihrer ersten Begegnung standen sich Aldo und Mendes – erneut in Rio de Janeiro – in einem Rückkampf gegenüber. Es ging wieder um Aldos Weltmeistertitel im Federgewicht.

Seit dem ersten Kampf gegen Mendes hatte Aldo seinen Gürtel drei weitere Male verteidigt und sich nicht nur als das beste Federgewicht der UFC-Geschichte etabliert, sondern auch als einer der besten Weltmeister überhaupt. Mendes siegte in der Zwischenzeit fünfmal in Folge, viermal vorzeitig, und verdiente sich damit eine zweite Titelchance.

Der erste Kampf endete blitzschnell, der zweite Kampf entwickelte sich zu einem UFC-Klassiker. Mendes machte es Aldo so schwer wie noch kein anderer Gegner vor ihm. Mit dreimal 49-46 waren die Wertungen der Punktrichter nach fünf Runden zwar eindeutig, aber der Kampf war viel enger und spannender, als das Urteil aussagt. Es war einer der besten, wenn nicht sogar der beste Titelkampf im Federgewicht.

Conor McGregor bes. Chad Mendes via TKO (Schläge) nach 4:57 in Runde 2 (UFC 189)
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Ursprünglich sollte McGregor bei UFC 189 nach ihrer gemeinsamen Welttournee auf Aldo treffen. Stattdessen kämpfte er jedoch gegen Mendes um einen Interimstitel im Federgewicht.

Die MGM Grand Garden Arena war bis unters Dach mit McGregor-Fans gefüllt, die ihren irischen Helden lautstark zum Sieg brüllten. Mendes kontrollierte die erste Runde mit ringerischen Mitteln und schien seine Strategie in der zweiten Runde fortsetzen zu können. Aber nachdem Mendes ein Aufgabegriff misslang, stand McGregor wieder auf und setzte ihm mit seiner gefährlichen Linken zu. Mendes ging zu Boden und die Zuschauer rasteten aus.

Es war nicht das Duell mit Aldo, auf das alle gehofft hatten, aber McGregor feierte den bis dato größten Sieg in seiner Karriere und zeigte, zu was er alles fähig ist.
Conor McGregor punches Jose Aldo at UFC 194

Conor McGregor bes. Jose Aldo via Knockout (Schlag) nach 0:13 in Runde 1 (UFC 194)
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Bei diesem Kampf saß ich im Pressebereich vor dem Octagon. Ich hörte auf, zu schreiben und klappte meinen Laptop zu, als Bruce Buffer mit seinen Intros begann. Nachdem ich fast ein Jahr lang auf diesen Kampf gewartet hatte, wollte ich keinen Augenblick davon verpassen, nur weil ich gerade auf den Bildschirm starrte, einen Rechtschreibfehler korrigierte oder etwas twitterte.

Dreizehn Sekunden später konnte ich nicht fassen, was ich gerade gesehen hatte.

Aldo war – für ihn untypisch – nach vorne gestürmt, McGregor wich zur Seite aus und konterte mit seiner berühmt-berüchtigten Linken. Der Weltmeister krachte auf den Boden. Der Kampf war zu Ende und McGregor war der unangefochtene Weltmeister im Federgewicht.
 
Ich wünschte, ich könnte euch erzählen, dass ich ein solch schnelles Ende vorausgeahnt habe, aber im Gegensatz zu McGregor bin ich ein schlechter Wahrsager. Ich wollte mir einfach nur den größten Kampf in der Geschichte der Federgewichtsklasse ansehen.

Jose Aldo bes. Frankie Edgar einstimmig nach Punkten (UFC 200)
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Edgar hatte seit dem ersten Kampf gegen Aldo fünfmal in Folge gewonnen und dabei unter anderem Mendes in der ersten Runde ausgeknockt. Nach der 13-Sekunden-Niederlage gegen McGregor fragten sich alle, in welcher Verfassung Aldo zurückkehren würde und ob Edgar ihn im Rückkampf bezwingen könnte.

Wie in ihrem ersten Kampf war Aldo in allen Bereichen ein kleines bisschen besser und sicherte sich auch diesmal einen einstimmigen Punktsieg über „The Answer“. Mit dieser Leistung bewies er, dass er nach wie vor an die Spitze der Federgewichtsklasse gehörte. Edgar hatte in den fünf Kämpfen zuvor zwar gegen gute Gegner geglänzt, aber Aldo war erneut schneller und präziser als er und punktete ihn dadurch aus.

Aldo holte sich mit diesem Sieg den Interimstitel und rehabilitierte sich nach der enttäuschenden Niederlage gegen McGregor. Dessen Fans erinnern Aldo auch heute noch an den Ausgang ihres Kampfes, aber was der Brasilianer erst in der WEC und dann in der UFC erreichte, ist nach wie vor unübertroffen und beeindruckend.

Max Holloway bes. Anthony Pettis via TKO (Schläge) nach 4:50 in Runde 3 (UFC 206)
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Holloway begann seinen Aufstieg an die Spitze der Federgewichtsklasse mit einem vorzeitigen Sieg über Will Chope, im Vorprogramm einer „UFC Fight Night“ in Singapur, der ersten Veranstaltung, die exklusiv auf UFC FIGHT PASS übertragen würde. Weniger als drei Jahre später reiste er nach Toronto und schnappte sich mit einem vorzeitigen Sieg über Pettis den Interimstitel.

Holloway hatte nun eine zweistellige Siegesserie und zeigte wieder einmal seine beachtlichen Fähigkeiten, die sich noch immer von Kampf zu Kampf verbessern.

Der Hawaiianer marschierte selbstbewusst nach vorne und setzte Pettis mit seinen Kombinationen zu. Ende der dritten Runde feuerte er eine Schlagsalve ab und traf Pettis zum Kopf und Körper. Pettis, ein ehemaliger Weltmeister im Leichtgewicht, ging zu Boden und der Kampf war vorbei.

Wer bis dahin nicht geglaubt hatte, dass Holloway die Zukunft der Federgewichtsklasse ist, wurde eines Besseren belehrt.

Max Holloway bes. Jose Aldo via TKO (Schläge) nach 4:13 in Runde 3 (UFC 212)
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Um die Federgewichtstitel zu vereinigen, musste Holloway nach Rio de Janeiro reisen und den „König von Rio“ von seinem Thron stoßen. Vor dem Kampf wanderte Holloway mit seinem Team in den Bergen hinter Rio de Janeiro. In einer Folge von „Embedded“ witzelte er, dass er sein künftiges Herrschaftsgebiet begutachten wolle, ehe er das Land einnimmt.

Dann marschierte er ins Octagon und stieß Aldo von seinem Thron.

Holloway und Aldo schenkten sich nichts, es entwickelte sich schon in der ersten Runde ein enger und ausgeglichener Kampf. Aber von Minute zu Minute wuchs Holloways Selbstbewusstsein. Er wurde immer mutiger und ging Risiken ein, um Aldo zuzusetzen. Er schlug den Brasilianer mit einer Schlagkombination nieder, nahm die Mount-Position ein und erzwang mit Schlägen den Kampfabbruch.

Max Holloway bes. Jose Aldo via TKO (Schläge) nach 4:51 in Runde 3 (UFC 218)
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Ursprünglich sollte Holloway seine erste Titelverteidigung gegen Edgar bestreiten, aber der sagte verletzungsbedingt ab. Aldo ergriff die Chance, sich den Gürtel zurückzuholen und sich bei Holloway zu revanchieren. Holloway hatte keine Probleme damit, sich der lebenden Legende ein zweites Mal zu stellen. Ihr Rückkampf dauerte ein paar Sekunden länger, aber seine Leistung war genauso beeindruckend. Holloway bewies, dass sein erster Sieg über Aldo kein Zufall war und etablierte sich endgültig als bestes Federgewicht der Welt.

Wie bei ihrem ersten Kampf wurde Holloway von Minute zu Minute aggressiver. In der dritten Runde jagte er Aldo hinterher und griff mit allem an, was er hatte: Rechte, Linke, Jab, Haken, Gerade, zum Körper, zum Kopf – immer und immer wieder.

Schließlich klingelte er Aldo an und nahm ihn mit Schlägen aus dem Kampf. Der Hawaiianer zeigte, dass er im Standkampf nicht nur zur absoluten Elite gehört, sondern dass er auch einen Killerinstinkt besitzt und seinem Gegner im Zeitpunkt der Schwäche keine Chance zur Erholung lässt. So kämpft ein wahrer Weltmeister.

Samstag, September 22
10:30PM/7:30PM
ETPT
Sao Paulo, Brazil

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