Die inoffiziellen Halbjahresawards 2011: Die Aufgabegriffe

Die höchst inoffiziellen Halbjahresawards gehen mit den bislang besten Aufgabegriffen des Jahres 2011 in die nächste Runde…

Im Jahr 2011 haben wir bereits einige denkwürdige Aufgabesiege gesehen. Manche Aufgabegriffe begeisterten uns mit ihrer technisch exzellenten Ausführung, anderer verblüfften uns, weil sie einem Kämpfer in einem scheinbar ausweglosen Kampf noch den Sieg ermöglichten. Hier sind die fünf Besten des bisherigen Jahres.

 

5 – Lentz gelingt spätes Comeback

Getreu dem alten Sprichwort „Ich weigere mich, zu verlieren“ war Nik Lentz aus Minnesota seit seinem UFC-Debüt im Jahr 2009 in sieben Kämpfen ungeschlagen. Veranschaulicht hat er sein Motto auch im März im Kampf gegen seinen Ringerkollegen Waylon Lowe. In den ersten zehn Minuten lief es nicht sehr gut für ihn, vor der dritten und letzten Runde lag Lentz auf den Zetteln der Punktrichter zurück. Zwar war er gewillt, mit Lowe im Stand zu kämpfen, doch es wirkte, als könnte keiner seiner Schläge auch nur eine Delle ins Kinn seines Gegners machen. Ein Plan B musste her. Als Lowe ein Takedown versuchte, schnappte sich Lentz dessen Hals und zwang ihn mit einem Guillotine Choke zur Aufgabe. Es war eines der mitreißendsten Comebacks des bisherigen Jahres. Und der Aufgabegriff war auch nicht schlecht.

 

4 – Weidman erkämpft sich Sieg gegen Bongfeldt

Nachdem er sich während seines Kampfes gegen Jesse Bongfeldt bei UFC 131 eine Knieverletzung zuzog, hätte Chris Weidman durchaus in Panik geraten können, schließlich war es erst sein sechster Profikampf. Aber stattdessen behielt der New Yorker Ruhe und wartete auf seinen Moment. Obwohl er den Griff erst wenige Sekunden vor Schluss der ersten Runde ansetzen konnte, zog er den Guillotine Choke, in den er seinen Gegner im Stand nahm, noch mit aller Kraft zu. Das Risiko hat sich gelohnt, denn Bongfeldt gab auf, als die Rundenuhr 4:54 Minuten anzeigte.

 

3 – Lauzon ist ein furchterregender Spezialist für Kampfabbrüche

Viele Kämpfer prahlen vor einem Kampf gerne mit ihren Bodenkampffähigkeiten und sagen: „Wartet ab, ich werde seinen Arm mit nach Hause nehmen!“ Nun, das passiert nicht gerade häufig, oder? Joe Lauzon hat vor seinem Kampf im Juni gegen Curt Warburton nichts dergleichen gesagt, aber den Arm des Engländers tatsächlich beinahe mit nach Hause genommen, als er ihn in einem bösartigen Kimura hatte. Dies geschah in Anschluss an einen Niederschlag, nach dem die meisten davon ausgingen, dass der Mann aus Boston den Kampf mit seinem heftigen Ground and Pound beenden würde. Stattdessen zog er an Warburtons Arm und führte mit einem der am schmerzvollsten aussehenden Kimuras aller Zeiten die Aufgabe herbei. Dieser Lauzon! Er wird nicht für Überstunden bezahlt, er beendet alle seine Kämpfe vorzeitig.

 

2 – Garza steigt in die Lüfte auf, um Jabouin zu besiegen

Die Chance, dass Pablo Garza seinen spektakulären Knockout-Sieg gegen Fredson Paixao aus dem Dezember letzten Jahres im Kampf gegen den Kanadier Yves Jabouin im April übertreffen würde, lagen bei null. So verheerend war dieses Kampfende gewesen. Was hat der Mann aus North Dakota also als Zugabe gegeben? Nur einen eingesprungenen Triangle Choke, der die 55.000 Zuschauer im Rogers Centre von Toronto und die Fans an den Bildschirmen restlos begeisterte. Obwohl Garza den Kampf nicht sofort beenden konnte, als die beiden auf der Matte angekommen waren, gelang es ihm schon wenige Sekunden später. Eine fantastische Aktion, die Jabouin nach 4:31 Minuten der ersten Runde dazu brachte, aufzugeben.

 

1 – Der „Koreanische Zombie“ schreibt Aufgabegriff-Geschichte

Vor Chan Sung Jungs Rückkampf gegen Leonard Garcia im März hätte man vermuten könnten, dass der Kampfstil des „Koreanischen Zombies“ in erster Linie daraus besteht, sich mit seinen Gegnern wilde Gefechte im Stand zu liefern. Vielleichte dachte Garcia, der Jung in ihrem denkwürdigen Kampf im Jahr 2010 besiegte, dasselbe. Er hat vielleicht sogar gedacht, dass er auf dem Boden sicher sei, als sich die zweite Runde in Louisville ihrem Ende neigte. Aber dann schlug Jung mit Eddie Bravos „Twister“ zu, einem schmerzhaften Aufgabegriff, mit dem noch nie zuvor ein Kampf in der UFC entschieden wurde – bis zu dem Zeitpunkt, als Garcia nach 4:59 Minuten der zweiten Runde abklopfte.

 

Ehrenvolle Erwähnung: Clay Guida-Takanori Gomi, Yves Edwards-Cody McKenzie, Daniel Roberts-Greg Soto, DaMarques Johnson-Mike Guymon, Jon Jones-Ryan Bader, Kyle Noke-Chris Camozzi, Brian Bowles-Damacio Page, Rousimar Palhares-Dave Branch, Gleison Tibau-Rafaello Oliveira, Tito Ortiz-Ryan Bader

Sonntag, Februar 1
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