Die Inoffiziellen Halbjahresawards 2011: Die Überraschungen

Die höchst inoffiziellen Halbjahresawards werden mit den bislang größten Überraschungen des Jahres 2011 fortgesetzt…

Eines der schönsten Dinge am MMA-Sport auf dem Level der UFC ist, dass ein Außenseiter an jedem beliebigen Abend mit einem Sieg die Welt aus ihren Angeln heben und einen Favoriten stürzen kann. Hier sind die bislang größten Überraschungen des Jahres 2011.

 

5 – „Mighty Mouse“ besiegt einen ehemaligen Champion

Viele haben vergessen, dass Miguel Torres vor seiner Niederlage gegen Brian Bowles als ein Mann galt, der Anderson Silva den mythischen Titel des Gewichtsklassen übergreifend besten Kämpfers streitig machen könnte. Die Bodenkampffähigkeiten des ehemaligen Bantamgewichtschampions von World Extreme Cagefighting sind nicht von dieser Welt. Darüber hinaus ist er bereit (manche mögen es sogar begierig), sich im Stand wilde Gefechte zu liefern. Torres hatte einen hervorragenden Lauf bis er seinen Gürtel verlor und im Anschluss auch noch Joseph Benavidez unterlag. Nach Siegen gegen Charlie Valencia und Antonio Banuelos schien es, als hätte er sich wieder gefangen. Aber der Senkrechtstarter Demetrious Johnson stoppte seine Siegesserie bei UFC 130 mit einer auf Ringen ausgerichteten Strategie, dank der er über weite Strecken aus der Oberlage agieren konnte. Ja, Torres hat gut gekämpft und aus der Unterlage mit Aufgabegriffen attackiert, aber als das knappe Urteil verkündet wurde, war es keine Überraschung, dass es zu Gunsten von „Mighty Mouse“ ausfiel.

 

4 – Siver bereitet den unmittelbaren Titelambitionen von Sotiropoulos ein jähes Ende

Vor ihrem Kampf im Februar bei UFC 127 war Dennis Siver ein legitimes Spitzenleichtgewicht mit zwei Siegen in Folge. Aber der australische Volksheld George Sotiropoulos hatte eine noch bessere Erfolgsserie mit acht Siegen in Folge, er kämpfte zuhause und er hatte scheinbar den perfekten Stil, um den Deutschen zu besiegen. Aber nachdem er Sotiropoulos in der ersten Runde niederschlug, drückte Siver weiter auf das Gaspedal und sorgte dafür, dass der Kampf nicht auf den Boden verlagert wurde, wo er in Gefahr gewesen wäre, zur Aufgabe gezwungen zu werden. Am Ende wurde er mit einem einstimmigen Punktsiegen belohnt. Das verlieh Siver einen ordentlichen Schub nach vorne:  Erst diesen Monat besiegte er Matt Wiman in Las Vegas. Sotiropoulos hingegen kassierte bei derselben Veranstaltung gegen Rafael dos Anjos die zweite Niederlage hintereinander.

 

3 – Poirier ist kein Sprungbrett für Grispi

Am 1. Januar 2011 hätte Josh Grispi eigentlich gegen Jose Aldo kämpfen sollen, im ersten Federgewichtsweltmeisterschaftskampf in der Geschichte der UFC. Aldo verletzte sich und musste den Kampf absagen. Grispi kämpfte stattdessen gegen Dustin Poirier, ein Nachwuchstalent aus Louisiana, und musste sich nach den fünfzehn Minuten seine erste Niederlage seit vier Jahren abholen. Das soll jetzt nicht heißen, dass Poirier völlig aus dem Nichts gekommen ist, aber macht euch bewusst, dass die letzten vier Namen in Grispis Opferliste Mark Hominick, Micah Miller, Jens Pulver und LC Davis warten. Er besiegte sie alle in der ersten Runde. Die Tatsache, dass Poirier an jenem Abend nicht nur gewonnen, sondern Grispi regelrecht überrollt hat, versetzte die gesamte Federgewichtsklasse in Aufruhr.

 

2 – Mangelnde Vorbereitungszeit kein Problem für Brenneman

Charlie Brenneman aus Hollidaysburg wollte nichts lieber als einen Kampf in seiner Heimat Pennsylvania bei der „UFC Live 4“-Veranstaltung am 26. Juni in Pittsburgh. Obwohl es zunächst danach aussah, als würde er dort kämpfen, schwanden seine Chancen auf eine Teilnahme immer mehr. Zuerst war er überhaupt nicht eingeplant, aber nachdem sich Matt Riddle verletzte, sollte Brenneman ihn im Kampf gegen TJ Grant ersetzen. Dann musste Grant den Kampf aufgrund einer Erkrankung absagen, woraufhin Brenneman plötzlich ohne Gegner da stand. Am Tag des offiziellen Wiegens bekam Nate Marquardt überraschend keine medizinische Freigabe und Brenneman wurde gefragt, ob er gegen Rick Story einspringen würde. Er machte das Gewicht, stieg ins Octagon und kämpfte fünfzehn Minuten lang unter dem Jubel der heimischen Fans. Als der Kampf vorbei war, hatte er Storys Siegesserie durchbrochen und die Hauptrolle in einer MMA-Version von „Rocky“ eingenommen.

 

1 – Ortiz beweist, dass der „Huntington Beach Bad Boy“ noch am Leben ist

Wenn ihr vor seinem Kampf bei UFC 132 gegen Ryan Bader auf den 36 Jahre alten Tito Ortiz gesetzt habt, dann wahrscheinlich rein aus sentimentalen Gründen. Warum? Weil der frühere Halbschwergewichtsweltmeister in seinen vorherigen fünf Kämpfen (Bilanz: 0-4-1) nichts gezeigt hat, was einen glauben ließ, er könnte gegen das junge Kraftpaket Bader die Wende einleiten. Ja, Ortiz hatte vor seiner Niederlagenserie Verletzungspech, und selbst damals sah man Bruchteile seiner alten Form. Aber was würde er in einem fünfzehn Minuten langen Kampf gegen einen Gegner tun, der ihn zu Chuck Liddell und Randy Couture in den Ruhestand schicken könnte? Nun, er tat Folgendes: Er schlug Bader mit einem kurzen Haken zum Kiefer nieder und zwang ihn kurze Zeit später mit einem Guillotine Choke zur Aufgabe, der die Zuschauer in der MGM Grand Garden Arena von ihren Sitzen riss und seine Karriere wiederbelebte. In einer Zeit, in der man für gewöhnlich den Kopf hängen lässt und den Tag bereut, an dem ein alternder Superstar ins Octagon steigt und keine Leistung mehr erbringt, bewies Ortiz, dass er noch am Leben ist und dass die Großen dieser Welt noch alle einen starken Kampf in sich haben. Jetzt müssen wir abwarten, was von ihm noch kommen wird.

 

Ehrenvolle Erwähnung: Diego Nunes-Mike Brown, Waylon Lowe-Willamy Freire, Demetrious Johnson-Kid Yamamoto, Brian Ebersole-Chris Lytle, Danny Castillo-Joe Stevenson, Brian Stann-Jorge Santiago, Brian Stann-Chris Leben, Rick Story-Thiago Alves, George Roop-Josh Grispi

Sonntag, Oktober 26
3AM
CEST
Rio de Janeiro, Brazil

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