Corey Anderson hat große Pläne

Egal ob die „UFC Fight Night“ am Sonntagabend in Hamburg, Holland, Hawaii oder Honduras stattfinden würde – Corey Anderson hätte seine Dienste als Ersatzgegner angeboten. Als sowohl Volkan Oezdemir im Hauptkampf als auch Ilir Latifi im Co-Hauptkampf ausfielen, schlug seine große Stunde.

Bereits im April, nach seinem beeindruckenden Sieg über Patrick Cummins in Atlantic City, hatte er angekündigt, als Ersatzgegner für die „UFC Fight Night“ in Hamburg bereitzustehen, falls jemand ausfallen würde.

„Ich habe nach dem Kampf sofort den Matchmaker Mick Maynard angerufen und ihm gesagt, dass ich direkt ins Gym zurückkehren werde und am 22. Juli kämpfen wolle, falls mit Shogun oder Volkan etwas passieren würde. Und es ist etwas passiert.“

Zuerst fiel Oezdemir aus, woraufhin Anderson für einen Rückkampf gegen den Brasilianer Mauricio „Shogun“ Rua warb, aber diese Chance erhielt Anthony Smith. Dann musste Latifi sein Duell gegen den Brasilianer Glover Teixeira aufgrund einer Verletzung absagen. Anderson erklärte sich erneut bereit, als Ersatzgegner einzuspringen – und diesmal bekam er den Kampf, den er wollte.

„Ihr kennt mich, ich lasse keine Gelegenheit ungenutzt verstreichen“, sagte der US-Amerikaner, der zu einer sehr kleinen Gruppe von Kämpfern gehörte, die so kurzfristig gegen den ehemaligen Titelherausforderer im Halbschwergewicht kämpfen wollte.

„Ich will der Beste werden und an die Spitze gelangen“, sagte Anderson. „Ich will nicht mit 38 oder 40 nach dem Weltmeistertitel greifen. Ich bin 28 Jahre alt und habe meine Glanzzeit noch nicht mal erreicht. Ich will so schnell wie möglich an die Spitze gelangen, den Weltmeistertitel gewinnen, mein Ding durchziehen und dann rechtzeitig zurücktreten.“

„Schon in meinem ersten Interview habe ich angekündigt, dass ich es ernst meine – ich will den Gürtel haben“, sagte er weiter. „Ich werde alles tun, was nötig ist, um mein Ziel zu erreichen. Wenn sich mir eine Gelegenheit bietet, mich vorzudrängeln, dann werde ich sie ergreifen. Eine Gelegenheit wie diese kann mich ins Titelgeschehen führen.“

In der Top 10 der Halbschwergewichtsklasse finden sich einige Veteranen, die bereits um den Weltmeistertitel gekämpft haben. Anderson, derzeit die Nummer 9, könnte mit einem Sieg am Sonntagabend frischen Wind ins Titelgeschehen bringen. Seit er „The Ultimate Fighter“ im Jahr 2014 gewann, durchlebte er Höhen und Tiefen in der UFC. Vor seiner Teilnahme an der Reality-Show hatte er nur eine Handvoll Profikämpfe bestritten und reifte daher erst im Octagon zum kompletten MMA-Kämpfer – vor den Augen der Fans und der Öffentlichkeit. Damit kommt nicht jeder klar.

„Viele Menschen fragten sich, ob ich bereit wäre“, sagte er über seine Anfänge in der UFC. „Ich hatte keine Amateurkarriere, ich nahm nicht an Einsteigerkursen teil, im Sparring wurde ich den Wölfen zum Fraß vorgeworfen. Ich habe das Kämpfen durch das Kämpfen erlernt.“


Ein wichtiger Teil seiner Entwicklung war sein Umzug von Illinois nach New Jersey, wo er fortan bei der „Iron Army“ unter Cheftrainer Mark Henry trainierte – gemeinsam mit einem Ex-Weltmeister, den Anderson und die gesamte Kampfsportgemeinde hoch in Ehren halten. Erst wollte er wie Frankie Edgar sein, aber im Laufe der Jahre begann er, seinen eigenen Stil zu finden.

„So langsam komme ich auf Touren“, sagte Anderson. „Noch habe ich meinen eigenen Stil nicht ganz gefunden, aber ich befinde mich auf einem guten Weg. Ich stehe kurz davor, Corey Anderson zu finden. Vorher wollte ich wie Frankie Edgar sein. Ich wollte ein großer Frankie Edgar sein, weil er mein Idol ist, mein Mentor und weil ich täglich mit ihm trainiere. Aber ich kann nicht wie Frankie sein. Frankie ist Frankie. Er wiegt 66 Kilo und hat seinen eigenen Stil. Ich muss Corey Anderson sein. Ich wiege 93 Kilo und will mich trotzdem flink bewegen und Dinge tun, die die Kids inspirieren, sodass sie eines Tages vielleicht wie Corey Anderson sein wollen.“

Nach Niederlagen gegen Jimi Manuwa und Ovince Saint Preux gelang es Anderson bei seinem Sieg über Cummins, endlich sein ganzes Potential auszuschöpfen. Und wer weiß, wenn er so weitermacht, wird der Kampfsportnachwuchs bestimmt bald den UFC FIGHT PASS anwerfen und seine UFC-Kämpfe studieren. Anderson wird es weiterhin genauso machen, denn er lernt nicht nur im Gym, sondern auch in seinem Wohnzimmer, wenn er Videos analysiert.

„Ich würde das nicht tun, wenn ich es nicht lieben würde“, sagte Anderson. „Ich bin kein Mensch, der nur für seine Gehaltsschecks lebt. An meinem ersten Tag habe ich alle wissen lassen, dass ich das bis zur Ziellinie durchziehen werde. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich daran keinen Spaß mehr habe, werde ich aufhören. Aber ich liebe das Kämpfen jetzt noch mehr als damals, als ich damit angefangen habe.“

Ist er für den nächsten Schritt bereit? Wenn nicht, dann steht er zumindest kurz davor.

„Ich bin 28 Jahre alt und habe bisher alles getan, was ich angekündigt habe – und ich habe noch so einiges vor“, sagte Anderson. „Ich bin gerade dabei, mich selbst zu finden, den besten Corey Anderson zu finden. Ich bin dabei, die besten Kräuter und die besten Gewürze zu finden, um ein Rezept zu erstellen, wie ich der beste Weltmeister in der UFC werden kann. Es wird schwer sein, mich zu besiegen. Wenn ich meine Titelchance bekomme, werde ich bereit sein. Ich werde selbstbewusst zu dem Titelkampf antreten, weil ich weiß, was ich tun muss, um zu gewinnen. Ich werde nie mehr an mir zweifeln.“

„Es wird immer jemanden geben, der Ausreden erfindet und mir nicht den Respekt zollt, den ich verdiene“, fügte er hinzu. „Aber ich bin davon überzeugt, dass mich ein Sieg über Glover Teixeira ins Titelgeschehen katapultieren wird und dass ich mich dann gegen diejenigen beweisen kann, die schon länger an der Spitze stehen. Volkan Oezdemir hat sich ebenfalls mit einem Sieg über einen ehemaligen Titelherausforderer ins Titelgeschehen katapultiert. Jetzt ist es an der Zeit für ein neues Gesicht, Zeit für eine Veränderung. Und ich hoffe, dass ich dieses neue Gesicht sein werde.“

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