Penn fühlt sich wie ein neuer Kämpfer



Letzte Woche wurden einige Flüge gestrichen, sodass BJ Penn einige Tage länger auf Hawaii bleiben musste, ehe er für seinen Comeback-Kampf nach Phoenix reisen konnte, wo er Sonntagnacht im Hauptkampf der „UFC Fight Night“ gegen Yair Rodriguez antritt.

Den zweifachen Weltmeister hat das nicht gestört. Er erhielt seinen Sparringsplan aufrecht, indem er Rodriguez‘ ehemaligen Gegner Alex Caceres zu sich holte.

„Ich wollte alle drei Tage Sparring machen, also habe ich Alex hierher eingeladen und mit ihm trainiert und Sparring gemacht“, sagt Penn.

Die ausgefallenen Flüge nach Arizona waren für Penn nur eines von vielen Hindernissen, die ihm begegnet sind, seit er seine Rückkehr angekündigt hatte. Manche würden sagen, das seien alles Zeichen gewesen, Zeichen der MMA-Götter, die dem 38 Jahre alten Hawaiianer nahelegten, er solle vielleicht doch in seiner Heimat bleiben und das Leben im Ruhestand genießen.

Penn meint, die MMA-Götter hätten ihm tatsächlich Botschaften geschickt, aber er interpretiere sie auf eine andere Art und Weise.

„Die MMA-Götter haben mir gesagt: ‚Hey BJ, wir denken, du brauchst einfach noch ein bisschen Zeit‘“, sagt Penn. „Ich fühle mich wie ein völlig neuer Kämpfer – komplett anders, als ich zum ersten Mal bei Greg Jackson im Gym war. Ich habe sechs bis acht Monate mit ihnen trainiert und dann in Kalifornien weitergemacht. Ich habe diese Zeit gebraucht. Letzten Endes bin ich froh darüber, wie sich alles entwickelt hat.“

Penn gibt zu, dass er völlig außer Form war, als er nach Albuquerque reiste, um mit dem Meistertrainer zu arbeiten. Er war sich bewusst, dass er einige Runden Sparring und endlose Runden Drills brauchen würde, um sich wieder wie früher zu fühlen – nicht nur bereit, um zu kämpfen, sondern bereit, nach seinem dritten Weltmeistertitel zu greifen. Zwischen seinem letzten Kampf – im Juli 2014 gegen Frankie Edgar – und seiner Entscheidung, ein Comeback zu starten, benötigte er aber auch Zeit als Mensch.

„Der Ruhestand hat mir definitiv gut getan“, sagt Penn. „Das ist schon ein merkwürdiger Sport. Man sieht Leute wie Dan Henderson, Fabricio Werdum und Mark Hunt mit 39 Jahren noch kämpfen. Aber man weiß nie, wie fit man selbst ist, wenn man 40 wird und sich all den Top-Kämpfern stellen muss. Es ist aufregend, ich habe Spaß daran und ich weiß nicht einmal, wie alt ich derzeit bin.“

Penn lacht, denn er lässt sich von solch einer Situation nicht stressen. Er war nie wie irgendjemand anderes. Tief in seinem Inneren ist er ein Kämpfer und es hat an ihm genagt, dass er den Sport verließ, obwohl er der Meinung war, dass noch einiges in ihm steckt. Jetzt ist er zurück – und das nicht wegen des Geldes und auch nicht wegen des Ruhms. „The Prodigy“ strebt nach etwas Größerem.

„Geschichte war immer mein Lieblingsfach“, sagt Penn. „In Mathe bin ich immer durchgefallen, aber Geschichte hat mir immer gefallen. Ich bin ein zielorientierter Mensch – entweder ich mache etwas ganz oder ich mache es gar nicht. So bin ich eben. Ich muss ein großes Ziel in meinem Kopf haben, um 100 Prozent geben zu können. Als ich Weltmeister im Leichtgewicht war, dachte ich nie an den Weltmeistertitel im Federgewicht, denn den gab es damals noch nicht. Ich hätte auch nie gedacht, dass es ihn einmal geben würde. Aber jetzt gibt es ihn und ich weiß, was ich tun muss, um ihn zu gewinnen. Das ist mein neues großes Ziel. Ich will weiter Geschichte schreiben.“

Zunächst steht Penn jedoch Yair Rodriguez im Weg, ein aufstrebender Star aus Mexiko, der seit seinem UFC-Debüt im Jahr 2014 alles richtig gemacht hat. Aktuell ist er 5-0 in der UFC, mit drei Boni für seine Leistungen – ein talentierter junger Mann mit dem Potential, eines Tages selbst den Weltmeistertitel zu gewinnen. Im Oktober 2017 wird er 25 Jahre alt – für viele Kämpfer eine magische Zahl, auch für Penn.

„Mit 25 Jahren war ich in der Form meines Lebens“, sagt er. „Ich fühlte mich, als könnte ich gegen jeden Menschen auf der ganzen Welt kämpfen – gegen Nachwuchstalente und Veteranen. Diese Zahl hatte ich immer vor Augen. Ich sagte: ‚Mann, wenn ich erst mal 25 bin!‘ Ich wusste einfach, dass ich dann jeden Menschen auf diesem Planeten verhauen kann. Ich weiß nicht, warum, aber so habe ich damals eben gedacht.“



Als er 25 Jahre alt wurde, hatte Penn bereits zweimal um den Weltmeistertitel im Leichtgewicht gekämpft und den japanischen Superstar Takanori Gomi zur Aufgabe gezwungen. Einen Monat später schlug er Matt Hughes in einem Kampf um den Weltmeistertitel im Weltergewicht. Vor seinem 26. Geburtstag erzielte er zwei weitere Siege über Duane Ludwig und Rodrigo Gracie. Zu dem Zeitpunkt hätte er zurücktreten können und wäre trotzdem einer der besten MMA-Kämpfer aller Zeiten gewesen. Es war eine andere Zeit.

„Heutzutage ist der Sport so groß, da gewinnt ein Typ nur einen Kampf und schon reden alle über ihn“, sagt Penn. „Man kann die Karriere von mir und Rodriguez, als wir 25 waren, überhaupt nicht vergleichen. Heutzutage ist alles so monumental, dass die Menschen glauben, er hätte schon richtig viel erreicht. Und er ist auch ein wirklich guter Kämpfer.“

Aber ist der junge Rodriguez so gut wie der junge Penn?

„Mit 25 war ich in der Form meines Lebens und jetzt kämpfe ich immer noch“, sagt Penn mit einem Lachen. „So ist das eben.“

Penn weiß, dass ihm seine vergangenen Errungenschaften nicht helfen werden, wenn er Sonntagnacht bei der „UFC Fight Night“ in Phoenix gegen Rodriguez kämpft. Im Octagon werden wir erfahren, in welcher Form sich Penn heutzutage befindet.

„Das ist kein körperlicher Sport, sondern ein emotionaler Sport“, sagt Penn, ohne dabei auf die mentalen Aspekte einzugehen. „Es geht um Emotionen und es wird gut laufen.“

So gut wie in seinem 25. Lebensjahr? Das wird sich erst noch herausstellen, aber bei der Frage, ob er immer noch glaubt, er könne jeden Menschen auf der Welt verhauen, wird klar, dass Penn seine emotionale Seite nicht verloren hat.

„Oh Mann“, sagt er. „Ich bin bereit. Ich garantiere euch, ich bin bereit. Ich bin bereit, loszulegen.“

UFC FIGHT PASS überträgt die „UFC Fight Night“ in Phoenix in der Nacht vom 15. auf den 16. Januar live und exklusiv.

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