Barboza erwartet eine 25-minütige Schlacht gegen Lee

Edson Barboza exits the Octagon after his victory over Anthony Pettis on April 23, 2016.  (Photo by Christian Petersen/Zuffa LLC)Als Frankie Edgar und Cub Swanson zum ersten Mal im Octagon aufeinandertrafen, bestritten sie den Hauptkampf einer UFC Fight Night in Austin. Ein paar Minuten zuvor hatte Edson Barboza im vorletzten Kampf des Abends einen Sieg geholt.

Edgar und Swanson werden sich an diesem Wochenende in Atlantic City, New Jersey erneut gegenüberstehen, und auch Barboza ist wieder mit von der Partie. Dieses Mal allerdings sind die Rollen vertauscht: Die beiden Federgewichte werden Barboza die Bühne bereiten, der in seinem ersten UFC-Hauptkampf auf Kevin Lee treffen wird.

 Against Rafaello Oliveira in 2013 (Photo by Josh Hedges/Zuffa LLC)“So denke ich nicht – dass es dieses Mal meine Zeit ist“, lacht Barboza auf die Frage, ob er seinen langjährigen Trainingspartner mit den getauschten Rollen gerne hin und wieder aufzieht. An jenem Novemberabend 2014 in Texas hatten beide Kämpfer Siege nach Hause gebracht. „Es ist immer eine Freude, zusammen mit Frankie auf dem gleichen Event anzutreten; er ist mein Bruder.“

“Ich bin nach New Jersey gezogen, weil er mich gefragt hatte, ob ich ihm beim Training helfen könne, und ich habe gemerkt, dass diese Jungs wegen ihm alle auf einem anderen Level waren. Es ist immer eine Freude, zusammen mit Frankie zu kämpfen.“

Der 32-jährige Brasilianer war bei seinem Umzug in die Vereinigten Staaten ursprünglich in Jupiter, Florida untergekommen, einem Küstennest, das vor allem bei Profi-Golfern beliebt ist. Anfang 2016 entschied er sich dafür, Sonne und Strand gegen den steten Wechsel aller vier Jahreszeiten auszutauschen, um das ganze Jahr über mit Edgar und dem Rest der „Iron Army“-Crew trainieren zu können.

Barboza gewann nach dem Umzug drei Kämpfe hintereinander – einstimmigen Punktsiegen gegen Anthony Pettis und Gilbert Melendez folgte ein eingesprungener Kniestoß wie aus dem Lehrbuch, der punktgenau auf Beneil Dariushs Kinn landete, als die beiden im März 2017 in Fortaleza, Brasilien gegeneinander antraten. Die Erfolgsserie brachte ihn in die Top 5 und sorgte dafür, dass er bei UFC 219 Khabib Nurmagomedov gegenüberstand.

An jenem Abend allerdings erlitt er das gleiche Schicksal wie die 24 Männer vor ihm, die mit dem Elite-Grappler aus Dagestan zusammen im Käfig gestanden hatten.

„Mich hat nichts überrascht, ich bin nur sehr enttäuscht”, sagt Barboza über den Kampf im Dezember, nach dem Nurmagomedov sich Anfang April bei UFC 223 zum Champion krönte. „Und ich bin gerade deshalb enttäuscht, weil mich nichts überrascht hat. Ich habe sehr gut trainiert, meine Trainer hatten eine perfekte Strategie ausgearbeitet. Wir haben alles richtig gemacht, aber im Kampf selbst wurde ich immer wieder an den Käfigzaun manövriert.“

“Ich war sehr, sehr, sehr niedergeschlagen wegen des Ergebnisses, aber das ist vorbei. Ich habe einen neuen Kampf anstehen. Ich bin motivierter als je zuvor und ich freue mich sehr über die Chance, wieder kämpfen zu können.“

Die Fähigkeit, Rückschläge schnell wegzustecken und sich auf die nächste Aufgabe zu fokussieren, anstatt mit der Vergangenheit zu hadern, ist eine von Barbozas großen Stärken. Und vermutlich ist sie einer der Gründe, warum er bisher noch immer stärker als zuvor aus Niederlagen hervorgegangen ist.

Jedes Mal, wenn der talentierte brasilianische Thaiboxer einen Kampf verlor, glänzte er anschließend mit einer überzeugenden Leistung, die ihn in der hart umkämpften Leichtgewichtsklasse wieder Kurs in Richtung Spitze nehmen ließ.

Außerdem ist Barboza, seit er nach einer Niederlage gegen Jamie Varner bei UFC 146 eine Zeit lang in den Vorkämpfen zu sehen gewesen war, zuletzt nach jeder seiner vier Niederlagen auf dem Hauptprogramm verblieben. Selbst, wenn er verliert, bietet die UFC ihm anschließend stets Top-Gegner auf wichtigen Events an.

Barboza celebrates at UFC 197 in 2016 (Photo by Josh Hedges/Zuffa LLC)“Als ich gegen [Tony] Ferguson verloren hatte, gab die UFC mir die Chance, gegen Anthony Pettis zu kämpfen, einen früheren Champion; das war der größte Kampf meiner Karriere“, so Barboza, der im Laufe seiner Karriere eine Bilanz von 19 Siegen bei fünf Niederlagen erkämpft hat, mit allein 13 Siegen in der UFC. „Jetzt habe ich gegen Khabib verloren und die UFC hat mir anschließend die Chance gegeben, den Hauptkampf einer Veranstaltung zu bestreiten.“

“Ich glaube, das liegt daran, dass ich immer einen guten Kampf abliefere – ich zeige jedes Mal, dass ich einer der besten Kämpfer der Welt bin“, fügt er hinzu. „Wenn ich verliere, bin ich direkt zurück im Gym und trainiere, damit ich besser werde und all die Fehler beheben kann. Ich habe mir nie Sorgen darüber gemacht, zwei Kämpfe hintereinander zu verlieren.“

Bisher ist Barboza das auch nie passiert, und wenn er seine Statistik in dieser Hinsicht auch weiterhin sauber halten will, dann muss er an diesem Wochenende Lee besiegen.

Auch der 25-Jährige aus Detroit ist ein bekanntes Gesicht in der Top Ten, und auch er hat eine Niederlage im Rücken, nachdem er im Oktober einen Kampf um den Interims-Titel gegen Tony Ferguson verlor. Zuvor hatte Lee fünf Siege hintereinander geholt, sich damit an die Spitze der stark besetzten 70-Kilo-Klasse bewegt unter anderem die Aufmerksamkeit des Mannes auf sich gezogen, gegen den er am Samstagabend in Atlantic City kämpfen wird.

„Ja, auf jeden Fall”, so Barboza mit Eifer in der Stimme auf die Frage, ob sich “The Motown Phenom” schon vor der Ansetzung dieses Kampfes auf seinem Radar befunden hatte. „Er will gegen die besten Kämpfer der Welt antreten und er ist in der Top Ten.“

“Ich danke Gott, dass die UFC mich in meinen letzten Kämpfen gegen die besten Kämpfer der Welt angesetzt hat. All diese Jungs in der Top Ten und Top 15 sind wirklich, wirklich gut und ich behalte jeden einzelnen von ihnen im Auge. Ich muss für jeden von ihnen bereit sein.

“Es macht mich sehr glücklich [durchweg gegen die Elite der Gewichtsklasse angesetzt zu werden], weil ich, wie ich schon gesagt habe, selbst einer der besten Kämpfer der Welt bin. Es macht mich sehr glücklich und motiviert mich ungemein. Ich freue mich wie ein kleines Kind. Mit jedem Trainingscamp fühle ich mich besser und besser.”

Dazu kommt, dass er dieses Mal nahe seines neuen Zuhauses kämpfen wird, nah bei Familie und Freunden und in einer Stadt, mit der er angenehme Erinnerungen verbindet.

„Es motiviert mich [, vor heimischem Publikum zu kämpfen], aber ich bin nicht abergläubisch; ich glaube nicht an so etwas”, so Barboza, der in seiner Wahlheimat in vier Kämpfen ungeschlagen ist und hier zuletzt Evan Dunham in der ersten Runde durch Knockout besiegen konnte. „Ich glaube an den Erfolg von harter Arbeit und daran, immer alles zu geben, das ist alles.“

“Ich habe drei Mal in Atlantic City gekämpft – zwei Mal für kleinere Ligen und ein Mal für die UFC – und ich habe auch in Newark, New Jersey gekämpft. Ich habe in New Jersey gekämpft, das hier ist meine Heimat, mein Zuhause und ich bin sehr glücklich, wieder hier antreten zu können.“

“Ich werde mich in mein Auto setzen, 40 oder 50 Minuten lang fahren und schon am Veranstaltungsort sein. All meine Freunde und meine Familie werden da sein, alle meine Trainingspartner; ich freue mich so sehr darüber.“

Und was erwartet er im Anschluss an die kurze Fahrt den Garden State Parkway entlang, wenn er am Samstag Lee gegenüberstehen wird? Der talentierte Brasilianer bereitet sich immer auf den gleichen Ablauf vor.

“Wenn ich ins Octagon steige, erwarte ich jedes Mal eine harte Schlacht, und das ist für diesen Kampf nicht anders“, lacht er. „Ich bin bereit für eine Schlacht. Ich bin bereit für 25 harte Minuten. Du musst immer davon ausgehen, dass es genauso kommen wird.“


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