Calderwood ist angekommen

LINCOLN, NE - AUGUST 25:  <a href='../fighter/joanne-calderwood'>Joanne Calderwood</a> of Scotland celebrates after her submission victory over <a href='../fighter/kalindra-faria'>Kalindra Faria</a> of Brazil in their women's flyweight fight during the <a href='../event/UFC-Silva-vs-Irvin'>UFC Fight Night </a>event at Pinnacle Bank Arena on August 25, 2018 in Lincoln, Nebraska. (Photo by Josh Hedges/Zuffa LLC/Zuffa LLC via Getty Images)Joanne Calderwood steht die Wut ins Gesicht geschrieben, als sie von ihrem Anruf beim Kundenservice einer Fluggesellschaft berichtet. Alles, was sie will, ist einen Flug heim nach Schottland, aber wegen eines Missverständnisses zwischen ihr und der Fluggesellschaft hat sie nun kein Flugticket, viel Geld verloren und steht auf der Rolle.

"Ich sagte dem Agenten am Telefon: 'Ich möchte diese Karte nicht ziehen, aber ich kämpfe bei der UFC", erinnert sie sich lachend. "Ich werde nun meine Fans dazu bringen, dich zu finden, und ich werde dir dann den Arsch versohlen."

Calderwood hat in den letzten zehn Monaten in Las Vegas trainiert und gelebt, wobei sie ihre Zeit zwischen Syndicate MMA und dem UFC Performance Institute aufteilte. Abgesehen von ihrem nervigen Problem mit der Fluglinie hat sich der Umzug für sie bezahlt gemacht.

Die Entscheidung, gen Westen zu ziehen, fiel nach den Niederlagen gegen Jessica Andrade und Cynthia Calvillo, wobei Calderwood in letzterem Kampf nicht einmal mehr das vereinbarte Kampfgewicht schaffte. Calderwood nennt sich nun "Jojo 2.0", nachdem sie ihr Camp nach Las Vegas verlegt hat und bei der Fight Night Lincoln gegen Kalindra Faria ins Fliegengewicht zurückgekehrt ist.

Calderwood wurde jedoch in der ersten Runde zu Boden gebracht, und es schien, als würde sich der Abend für sie wieder negativ entwickeln.

"Ich dachte mir nur 'Super - jetzt geht es schon wieder los'", sagt Calderwood. "Ich habe mich davon allerdings nicht blockieren lassen, blieb stark und ruhig. Mir ging es gut, und ich brachte den Kampf zuende."

Kurz vor Ende der ersten Runde drehte Calderwood den Kampf und sicherte sich mit einem Triangle Choke ihren ersten Aufgabesieg.

Der Sieg selbst und wie er zustande kam waren ein wichtiger Schub für Calderwoods Selbstvertrauen. Sie hält den Wechsel nach Las Vegas für den Hauptgrund für ihren ersten Sieg seit fast zwei Jahren. Danke der Unterstützung durch die Ernährungswissenschaftler und Trainer des Performance Institutes versteht die 32-Jährige nun genau, was sie tun muss, ob als Profisportlerin erfolgreich zu sein.

"Man kann ein tolles Trainingslager haben und sich großartig fühlen, aber mit dem, was die Mitarbeiter des Performance Institutes einem Schwarz auf Weiss mitgeben, kann man dieses Gefühl mit harten Fakten untermauern. Es gibt einem die Bestätigung, das Richtige zu tun."

Obwohl Calderwood im Strohgewicht acht Siege bei nur einer Niederlage hält, vergleicht sie ihre Vorbereitungen mit einem Abnehmlager, um mit Ach und Krach die 115 Pfund zu schaffen.

„Im war im Strohgewicht eine gute Kämpferin. Ich konnte gut mithalten, aber irgendetwas stimmte nicht", sagt sie. "Meine Trainingslager waren demoralisierend, und ich fühle mich weder körperlich noch geistig gut. Ich war immer erschöpft. Im Fliegengewicht kann ich wirklich mein ganzes Potenzial zeigen."

Sie scheint nicht nur in der Gewichtsklasse bis 125 Pfund ein Zuhause gefunden zu haben, denn auch das Leben in der Wüste gefällt Calderwood. Nachdem sie in den Sommermonaten in Las Vegas gelebt hatte, in denen man in der Sonne ganz locker an der 50-Grad-Grenze kratzt, sagte sie, dass sie die Hitze mag, sich nun aber in kühleren Klimazonen nicht mehr so wohl fühlt. Noch schockierender ist das, was sie an den USA besonders mag.

"In Amerika bekommt man in allen Restaurants schmackhafte Salate, während in Schottland kaum jemand Salat bestellt, weil es dort eiskalt ist", sagt Calderwood. "Salate bestehen (in Schottland) aus Blattsalat und Tomaten und das war's, aber hier bekommt man Caesar-Dressing und Käse und vieles mehr. Das schmeckt viel besser."

Es ist vielleicht das erste Mal, dass jemand behauptet, Amerika habe gesünderes Essen, aber das bedeutet nicht, dass sie schottisches Essen nicht vermisst. In Anbetracht ihrer Bemühungen, einen ernährungsphysiologisch gesunden Lebensstil zu pflegen, ist es aber wahrscheinlich ganz gut so, dass die schottische Küche in Schottland bleibt.

Insgesamt sprechen die Veränderungen an ihrem Umfeld dafür, dass Calderwood wirklich eine bessere Sportlerin werden will.

"Man muss in Topform bleiben", sagt Calderwood. "Ich habe mich immer wieder dabei erwischt, wie ich zwischen meinen Kämpfen erheblich zunahm, weil ich es gar nicht erwarten konnte, endlich wieder Pizza zu essen. Erst Nulldiät, dann Völlerei - das ist kein gesunder Lebensstil und eines Profisportlers nicht würdig."

Mit ihrer neuen Lebenseinstellung will Calderwood sich im Fliegengewicht auf 3:0 verbessern und auf einen Titelkampf hinarbeiten. Sie gewann im Jahr 2016 im ersten Fliegengewichtskampf der Damen überhaupt in der UFC in der dritten Runde durch TKO - man kann ihrer Logik also folgen.

"Ich habe einfach das Gefühl, dass dies der richtige Ort für mich ist", sagt Calderwood. "Ich werde in jedem meiner Kämpfe in der UFC versuchen, dem Titelkampf einen Schritt näher zu kommen."

Zwischen dem Umzug nach Las Vegas und dem Wechsel zurück ins Fliegengewicht scheint Calderwood angekommen zu sein.

Wenn sie nur den Flug zurück nach Schottland geregelt bekommt.

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