Wegweisender Kampf für Chiesa und Pettis

BROOKLYN, NY - APRIL 05: (L-R) Michael Chiesa and Anthony Pettis face off during the UFC 223 Ultimate Media Day inside Barclays Center on April 5, 2018 in Brooklyn, New York. (Photo by Jeff Bottari/Zuffa LLC/Zuffa LLC via Getty Images)
Bevor sich Derrick Lewis und Francis Ngannou eine Schlacht liefern und bevor um zwei Weltmeistertitel gekämpft wird, steigen Samstagnacht bei UFC 226 in Las Vegas zwei Veteranen ins Octagon, die in der Rangliste im Leichtgewicht wieder nach oben steigen wollen.

Michael Chiesa und Anthony Pettis hätten bereits bei UFC 223 gegeneinander antreten sollen, aber Chiesa bekam keine ärztliche Freigabe für den Kampf, nachdem er sich an den Scherben eines zerbrochenen Glasfensters verletzt hatte. Beide waren über die Absage verärgert, vereinbarten jedoch, ihren Kampf nicht ausfallen zu lassen, sondern lediglich zu verschieben – schließlich es für beide ein wegweisendes Duell.

Nach einem kurzen Ausflug ins Federgewicht kehrte Pettis, der ehemalige Weltmeister im Leichtgewicht, im Jahr 2017 in seine angestammte Gewichtsklasse zurück. Bei UFC 213 besiegte er Jim Miller einstimmig nach Punkten, aber vier Monate später unterlag er Dustin Poirier nach einer Rippenverletzung in der dritten Runde durch Aufgabe.

„Ich wollte weiterkämpfen, aber sein Body-Triangle war sehr eng und als ich versuchte, mich herauszudrehen, verstauchte ich mir eine Rippe“, erklärte Pettis. „Ich blutete und hatte eine verstauchte Rippe, aber ich wusste nicht, dass sie nur verstaucht war. Ich hörte ein lautes Knacken und befürchtete eine schlimmere Verletzung.“

„Wenn ich weitergekämpft hätte, hätte ich den Kampf vielleicht noch drehen können, denn bis dahin hatte ich das Gefühl, ich würde immer besser werden“, fügte Pettis hinzu. „Aber hinterher ist man immer schlauer.“

Chiesa ist derzeit ähnlich unzufrieden wie Pettis. Er erlitt im Juni vergangenen Jahres eine kontroverse Aufgabeniederlage gegen Kevin Lee und hat seitdem nicht mehr gekämpft. Dem Kampf gegen Pettis bei UFC 223 fieberte er erwartungsvoll entgegen, denn er hatte nicht nur die Chance, in die Erfolgsspur zurückzukehren, sondern auch einen ehemaligen Weltmeister zu besiegen.


Vor der Niederlage gegen Lee hatte Chiesa dreimal in Folge gewonnen. Erst hatte er den zähen Kanadier Mitch Clarke nach Punkten geschlagen und dann Jim Miller sowie Beneil Dariush mit einem Rear Naked Choke zur Aufgabe gezwungen. Verletzungen stoppten seinen Höhenflug, ehe Lee ihn endgültig auf den Boden der Tatsachen zurückholte. Bei UFC 226 muss Chiesa daher eine starke Leistung zeigen.

Mit einem Sieg würde natürlich keiner der beiden einen sofortigen Titelkampf bekommen, schließlich ist das Leichtgewicht eine der am stärksten besetzten Gewichtsklassen in der UFC. Auswirkungen auf die Rangliste hat ihr Kampf dennoch.

Chiesa ist derzeit die Nr. 9 im Leichtgewicht, Pettis die Nr. 12. Der Sieger verteidigt oder gewinnt einen wichtigen Rang in der Top 10 und bringt sich damit in die Ausgangslage für Kämpfe gegen höherplatzierte Gegner. Der Verlierer steht nach zwei Niederlagen in Folge nicht nur gehörig unter Druck, sondern muss seine Position künftig gegen die hungrigen Verfolger aus der Top 15 verteidigen, die ihren Status mit einem Sieg über einen Veteranen verbessern wollen.

Chiesa und Pettis wollen der Konkurrenz nicht als Sprungbrett dienen, sondern sich wieder dem Titelgeschehen nähern. Die Zuschauer in der T-Mobile Arena in Las Vegas sowie auf UFC FIGHT PASS werden also einen hochbrisanten Kampf sehen.

Aus sportlicher Sicht ist der Kampf zumindest ein echter Leckerbissen, schließlich sind Chiesa und Pettis zwei komplette MMA-Kämpfer mit einer vielseitigen Offensive, sowohl im Stand als auch auf dem Boden.

Pettis wird auf ewig für seinen „Showtime Kick“ bekannt sein, aber er erzielte mehr Siege durch Aufgabe als durch Knockout und ist auf dem Boden sowohl in der Guard als auch aus der Oberlage gefährlich. Zudem hat er sich seit seiner Ankunft in der UFC ringerisch enorm gesteigert.

Chiesa ist ein respektierter Bodenkämpfer, dessen Spezialität die Würgegriffe sind. Er hat bislang nur durch Aufgabe oder nach Punkten gewonnen, aber in den letzten Jahren machte er im Standkampf große Fortschritte. Noch hat er keinen Gegner ausgeknockt, aber mit seinen Angriffen im Stand bereitet er den Übergang in den Bodenkampf vor, wo er es mit jedem anderen Leichtgewicht in der UFC aufnehmen kann.

Es hört sich vielleicht klischeehaft an, aber diesen Kampf wird derjenige gewinnen, der bestimmen kann, wo der Kampf geführt.

Pettis ist auf dem Boden auch defensiv sehr gut, aber mit jemandem wie Chiesa will er dort keine 15 Minuten verbringen. Dahingegen wird es Chiesa auch nicht daran gelegen sein, sich 15 Minuten lang mit Pettis im Stand zu duellieren.

Samstagnacht finden wir heraus, wer diesem Veteranenduell seinen Stempel aufdrücken kann.

Samstag, September 22
10:30PM/7:30PM
ETPT
Sao Paulo, Brazil

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