Cormier: Ohne Sieg ist es keine Rivalität

Daniel Cormier begann die Vorbereitung auf den Rückkampf gegen Jon Jones, sobald er das Octagon nach ihrer ersten Begegnung im Januar 2015 verlassen hatte.

Natürlich wusste Cormier damals nicht, ob er Jones je wieder gegenüberstehen würde – oder dass ihr Rückkampf in den folgenden 30 Monaten mehrfach abgesagt und verschoben würde. Aber er wusste, was er tun musste, um sich bei dem einzigen Mann revanchieren zu können, der ihn je besiegte.

„Im ersten Kampf geschahen die wichtigsten Szenen in der vierten und fünften Runde“, blickt Cormier auf seine einstimmige Punktniederlage bei UFC 182 zurück. „Die vierte Runde war seine dominanteste Runde und die fünfte Runde hat er praktisch nur gewonnen, weil er mich am Zaun kontrolliert hat.“

Cormier war es bis dato gewohnt, seine Kämpfe zu dominieren und zu kontrollieren. An der Niederlage gegen seinen Intimfeind hatte er schwer zu knabbern. Jeder seiner künftigen Gegner sollte für diese zehn bitteren Minuten bezahlen, bis er Jones erneut gegenüberstehen würde.


Zuvor genügte es Cormier, seine Gegner zu besiegen. Seit UFC 182 will er auch ihren Willen brechen.

„Er hat mich in den Champion-Runden erwischt“, sagt Cormier. „Ich musste herausfinden, wie ich reagiere, wenn ich solchen Momenten spät im Kampf erneut begegne. Wenn es ein enger Kampf ist, kann ich mich dann bis zum Ende quälen und gewinnen oder versage ich wie gegen Jones? Wie hindere ich ihn daran, dass er das ein zweites Mal mit mir macht? Ich muss die Initiative ergreifen und in der vierten und fünften Runde Druck ausüben. Das wurde mir nach dem Kampf klar. Ich nahm mir vor, im Training noch mehr Gas zu geben, damit ich dasselbe auch im Kampf tun kann.“

In den letzten zweieinhalb Jahren hat Cormier hart geschuftet – im Gym wie im Octagon. Er hat seine Grenzen überschritten, aber wegen Kampfabsagen und Verletzungen hat er seit der ersten Begegnung mit Jones nur viermal gekämpft.

Der 38 Jahre alte US-Amerikaner ist nun der Champion, der seine Krone verteidigt – kein Herausforderer, der sie erst noch an sich reißen muss. Daher geht er zuversichtlich in den Rückkampf gegen Jones.

„Ich fühle mich in dieser Position sehr wohl und ich habe mein Training dahingehend ausgerichtet“, sagt Cormier. „Wenn ich mich auf einen Titelkampf vorbereite, dann bereite ich mich auf fünf harte Runden vor.“

Siege über Anthony „Rumble“ Johnson (zweimal), Alexander Gustafsson und Anderson Silva wären für jeden Kämpfer eine große Sache, aber für Cormier dreht sich alles nur um den Rückkampf gegen Jones, den er schon so lange verfolgt. Es ist der bislang größte UFC-Kampf des Jahres. Ein Sieg über Jones würde zu einem dritten Duell im Octagon führen und ihre Fehde endgültig zu einer der größten Rivalitäten der Sportgeschichte machen. Cormier weiß aber nicht so recht, ob er seine Fehde mit Jones als das Ali-Frazier des MMA-Sports bezeichnen würde.



„Ich will damit abschließen, aber auf meine Weise, nachdem ich ein paar Kämpfe gewonnen habe“, sagt er. „Jetzt gerade ist er mein Rivale, der Mann, der mich besiegte. Dadurch sticht er aus der Masse meiner Konkurrenten heraus. Jon redet immer davon, für ihn sei das ein Kampf wie jeder andere auch – schön für ihn. Aber ich weiß, dass mehr dahinter steckt. Ich bin ehrlich: Er ist mein Rivale, weil er mich geschlagen hat. Wenn ich diesen Kampf nicht gewinne, gibt es keine Rivalität. Dann gibt es nur einen Mann, der einen anderen Mann zweimal besiegt hat. Das ist für mich keine Rivalität. Ali-Frazier war deswegen gut, weil Ali auch zweimal gewonnen hat. Ich muss gewinnen.“

Vor dem Rückkampf gegen Jones bei UFC 214 in Anaheim setzt sich Cormier selbst unter großen Druck. Aber er nimmt schon seit frühester Kindheit an Wettkämpfen teil, er erreichte bei den Olympischen Spielen den vierten Platz und er gewann den Weltmeistertitel in der UFC. Druck ist er gewohnt. Das ist normal. Andererseits ist es das nicht. Er weiß das. Aber er weiß auch: Wenn er Samstagnacht gewinnt, wird er am Sonntagmorgen nicht ratlos sein. Er wird wissen, wie es weitergeht.

„Ich stehe auf, fliege zurück nach San Jose und bringe meine Tochter am Montag zum Turnfest nach Stanford“, sagt er mit einem Lachen. „Genau das habe ich vor.“

Das Hauptprogramm von UFC 214 läuft in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

Samstag, Dezember 30
10PM/7PM
ETPT
Las Vegas, Nevada

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