Die Karriere des Vitor Belfort

Vitor Belfort ist ein wahrhaft internationaler MMA-Star. Aber er ist gleichbedeutend mit der UFC, der Organisation, in der er im Jahr 1997 erstmals kmpfte.
Er ist ein weitgereister Veteran, der schon überall auf der Welt gekämpft hat: von den Vereinigten Staaten über England und Japan bis hin zu seinem Heimatland Brasilien. Vitor Belfort ist ein wahrhaft internationaler MMA-Star. Aber wenn man mit Fans über „The Phenom“ spricht, wird trotz seiner vielen Reisen klar, dass er gleichbedeutend mit der UFC ist, der Organisation, in der er im Jahr 1997 erstmals kämpfe.

Am 5. Februar, fast vierzehn Jahre nach seinem Debüt im Octagon, wird Belfort versuchen, der dritte Mann in der Geschichte der UFC zu werden, der die Weltmeisterschaft in zwei unterschiedlichen Gewichtsklassen gewonnen hat. Bei UFC 126 trifft er auf den Mittelgewichtskönig Anderson Silva.

Sollte er gewinnen, wird sich der Kampf diesen acht prägendsten Momenten seiner Karriere anschließen…

Tra Telligman – 7. Februar 1997 – UFC 12
Ergebnis: Sieg Belfort, TKO, Runde 1
Nur wenige wusste über Vitor Belfort Bescheid, als der damals 19 Jahre alte Brasilianer bei UFC 12 gegen Tra Telligman aus dem Team Lion’s Den debütierte. 77 Sekunden nach Beginn der ersten Runde konnten die Menschen nicht mehr davon aufhören, über seine schnellen Schläge und seine unglaubliche Schlagkraft zu sprechen. Belfort gewann an diesem Abend noch einen weiteren Kampf, in 43 Sekunden gegen Scott Ferrozzo. Und als er Tank Abbott drei Monate später bei UFC 13 in weniger als einer Minute zerstörte, war die Legende von „The Phenom“ geboren.

Randy Couture I – 17. Oktober 1997 – UFC 15
Ergebnis: Sieg Couture, TKO, Runde 1
Als er zu diesem Kampf bei UFC 15 in Bay St. Louis, Mississippi antrat, war Randy Couture im MMA-Sport noch ein völlig Unbekannter. Man wusste nur, dass er bislang zweimal in der UFC gewonnen hatte und dass er ein hervorragender Ringer war. Belfort hingegen war in aller Munde. Das 20 Jahre alte Wunderkind hatte bereits drei Siege erkämpft, und jeder davon war ein Ausdruck seiner Schnelligkeit und Power, die an den Boxweltmeister Mike Tyson erinnerten. Niemand ging davon aus, dass Belfort in nächster Zeit verlieren würde, schon gar nicht gegen den ruhigen 34 Jahre alten Couture. Doch der machte allen einen Strich durch die Rechnung. Er stoppte Belfort nach 8:16 Minuten und änderte damit die MMA-Landschaft für immer.

„Ich hatte mein Ziel aus den Augen verloren“, erzählte mir Belfort viele Jahre später. „Ich trainierte überhaupt nicht. Ich dachte, ich sei der Größte und niemand könnte mich besiegen.“

Wanderlei Silva – 16. Oktober 1998 – UFC Brazil
Ergebnis: Sieg Belfort, TKO, Runde 1
Da die Landsmänner Belfort und Wanderlei „The Axe Murderer“ Silva beide die Fähigkeit besitzen, einen Kampf in Sekundenschnelle zu beenden, wusste man, dass ihr Kampf bei Ultimate Brazil explosiv enden würde. Der 21 Jahre alte Belfort stoppte seinen brasilianischen Rivalen mit einer Serie von Schlägen, die das Publikum in Sao Paulo ausrasten ließ. Silva, der zu der Zeit erst seit zwei Jahren kämpfte, hatte anschließend großen Erfolg in Japan. Für Belfort, der damals eine Kampfbilanz von 6-1 besaß, war es für die nächsten drei Jahre sein letzter UFC-Kampf, denn er unterzeichnete einen Vertrag bei der japanischen Organisation PRIDE. In Japan gewann er zwischen den Jahren 1999 und 2001 vier von fünf Kämpfen, die einzige Niederlage erlitt er gegen Kazushi Sakuraba.

Chuck Liddell – 22. Juni 2002 – UFC 37.5
Ergebnis: Sieg Liddell, Punktsieg
Nach vier Siegen in Folge in Japan gegen Gilbert Yvel, Daijiro Matsui, Bobby Southwort und Heath Herring sollte Belfort am 28. September 2001 bei UFC 33 in Las Vegas in die UFC zurückkehren und den Halbschwergewichtsweltmeister Tito Ortiz herausfordern. Es war die erste Veranstaltung der UFC in Nevada, und die erste nach ihrer Rückkehr ins PPV-Fernsehen. Aber Belfort sagte aufgrund einer Verletzung ab. Neun Monate später gab er endlich sein Comeback, diesmal im kostenlosen Kabelfernsehen auf Fox Sports Net gegen Chuck Liddell. Anstatt die neuen Fans der UFC von sich zu begeistern, wurde er vom „Iceman“ nach Punkten geschlagen. Liddell machte damit den ersten Schritt auf seinem Weg zum Superstar. Sein Niederschlag in der dritten Runde taucht heute noch in Highlightvideos auf.

Randy Couture II – 31. Januar 2004 – UFC 46
Ergebnis: Sieg Belfort, TKO, Runde 1
Nachdem er bei UFC 43 mit einem beeindruckenden Sieg gegen Marvin Eastman wieder in die Erfolgsspur zurückfand, bekam Belfort einen Rückkampf gegen den Halbschwergewichtsweltmeister Couture, den ersten Mann, der ihn besiegte. Obwohl Couture zuvor gegen Liddell und Ortiz dominant gewonnen hatte, stand er erneut einem jüngeren, explosiveren Gegner gegenüber, was den Hauptkampf von UFC 46 eine große Spannung verlieh.

Erschwerend kam jedoch dazu, dass Belforts Schwester Priscilla am 9. Januar gekidnappt worden war (später wurde sie sogar ermordet), weswegen der kürzlich verheiratete Belfort verständlicherweise unter großem emotionalen Stress stand. Er quälte sich durchs Trainingslanger hindurch und erzählte mir vor dem Kampf: „Der einzige Grund, warum ich hier bin, ist, weil Gott mich hier haben will. Er hat mir die Kraft gegeben. Ohne ihn wäre ich nicht hier. Ich wäre sehr deprimiert. Ich bete zu Gott, dass er mir weiterhin viel Kraft gibt. Dann kann ich nach Hause gehen, und hoffentlich erwarten mich dort gute Neuigkeiten von meiner Schwester. Ich hätte eigentlich in die Flitterwochen gehen sollen, aber dazu kommt es jetzt erst einmal nicht.“

Kaum hatte der Kampf begonnen, schon war er wieder zu Ende.

Die beiden tasteten sich kurz ab, dann traf Belfort Couture mit einer linken Gerade. Sie clinchten am Käfigzaun, Couture war in Bedrängnis. Der Ringrichter John McCarthy ging dazwischen und beorderte die Ringärztin Margaret Goodman ins Octagon, um Coutures linkes Auge untersuchen zu lassen. Sie riet McCarthy dazu, den Kampf abzubrechen. Nach nur 49 Sekunden war Belfort der neue Weltmeister.

Die Übeltäterin, die den Kampf beendete, war eine Schnittwunde am linken unteren Augenlid bei Couture, die von einer Naht an Belforts Faustschützer verursacht wurde. Sie entblößte den Augapfel, was eine sofortige Operation zur Folge hatte. Es war ein bittersüßer Sieg für den neuen Weltmeister.

Tito Ortiz – 5. Februar 2005 – UFC 51
Ergebnis: Sieg Ortiz, Punktsieg
Weniger als sieben Monate nach seinem Sieg gegen Couture wurde Belfort erneut von „The Natural“ besiegt, diesmal in der dritten Runde. Daraufhin musste er seinen Halbschwergewichtsgürtel wieder an ihn abtreten. Sein nächster Kampf in der UFC war gegen den Mann angesetzt, gegen den er bereits im Jahr 2001 hätte kämpfen sollen: Tito Ortiz. Ihre drei Runden lange Schlacht war die lange Wartezeit wert.

In der Anfangsphase der ersten Runde bugsierte Ortiz Belfort schnell gegen den Käfigzaun, doch der Brasilianer konnte ihm entweichen und drängte den ehemaligen Weltmeister mit einer Schlagsalve in die Defensive.

Ortiz überstand den Angriffssturm und presste Belfort gegen den Käfigzaun. Er versuchte ihn mit Kniestößen zu zermürben. Der Ringrichter brachte die beiden in der Mitte der Runde wieder auseinander. Nachdem sich die Veteranen abgetastet hatten, stürmte Ortiz mit Schlägen nach vorne, doch Belfort konterte und brachte Ortiz mit Kopftreffern in Bedrängnis. Ortiz wollte die Gefahrenzone durch ein Takedown verlassen und landete mit blutiger Nase in Belforts Guard. In der letzten Minute bearbeitete Ortiz ihn mit seinem Unterarm und versuchte, sein berühmtes Ground and Pound anzubringen.

In der zweiten Runde war Ortiz wieder auf der Suche nach dem Takedown, aber Belfort verteidigte sich gut dagegen. Nach einem Guillotine-Versuch landeten sie in der Side Control. Ortiz blieb ruhig und drückte Belfort mit dem Unterarm weg, woraufhin der mit harten Unterarmstößen gegen Ortiz‘ Kopf antwortete – sehr zur Freude des Publikums. Belfort setzte Ortiz unter den wachsamen Augen von McCarthy weiterhin zu, aber Ortiz gab nicht klein bei. Als noch 90 Sekunden übrig waren, holte McCarthy die Kämpfer wieder auf die Beine zurück, aber Belfort zog Ortiz schnell wieder auf die Matte. Das war eine unüberlegte Aktion, denn Ortiz landete in der Oberlage und setzte ihm bis zum Ende der Runde mit Schlägen zum Kopf zu.

Ortiz startete selbstbewusst mit einem Highkick in die letzte Runde. Belfort blockte ihn, aber Ortiz ließ ein Takedown folgen. Er drückte Belfort gegen den Käfigzaun und bearbeitete den müden Brasilianer mit seinem Ground and Pound. Als noch weniger als zwei Minuten übrig waren, ging es in den Stand zurück. Ortiz gönnte Belfort keine Atempause. Er presste ihn wieder gegen den Käfigzaun und war kurz vor Schluss noch einmal mit einem Takedown erfolgreich.

Obwohl viele Beobachter der Ansicht waren, dass Belfort genug für einen Sieg getan hatte, werteten die Punktrichter den Kampf mit 29-28, 28-29 und 29-28 für Ortiz.

Matt Lindland – 24. Januar 2009 – Affliction: Day of Reckoning
Ergebnis: Sieg Belfort, KO, Runde 1
Von der Niederlage gegen Ortiz entmutigt, verließ Belfort die UFC wieder, um im Ausland sein Glück zu suchen. Er trat in den nächsten vier Jahren für vier unterschiedliche Organisationen an. Nach seiner Niederlage gegen Dan Henderson im Jahr 2006 bei PRIDE fand der damals 30 Jahre alte Belfort wieder die Reife und den Fokus, die ihm in den vorherigen Jahren abhandengekommen waren. Es folgten drei Siege hintereinander gegen Ivan Serati, James Zikic und Terry Martin, zwei davon durch Knockout. Im Januar 2009 traf er auf den früheren UFC Mittelgewichtstitelherausforderer Matt Lindland. Der Kampf war nach nur 37 Sekunden vorbei. Belfort erzielte gegen „The Law“ einen spektakulären Knockout, einer seiner am meisten beeindruckenden Siege seit seinen Anfangstagen in der UFC. Aber es sollte noch ein weiteres Feuerwerk folgen.

Rich Franklin – 19. September 2009 – UFC 103
Ergebnis: Sieg Belfort, KO, Runde 1
Im September 2009 feierte Belfort seine lange erwartete Rückkehr ins Octagon, doch er blieb dort nicht lange. Sein Erstrundensieg gegen den früheren Mittelgewichtsweltmeister Rich Franklin bescherte ihm den Bonus für den „Knockout des Abends“. Eine solche Leistung hatten sich die langjährigen Belfort-Fans von ihm erhofft, denn er zeigte wieder seine verteufelt schnellen Schläge, mit denen er sich Ende der Neunzigerjahre einen Namen gemacht hatte. Als bekanntgegeben wurde, dass er einen Mittelgewichtstitelkampf gegen Anderson Silva bestreiten würde, freute sich jedermann auf Anfang 2011. Wenn er am 5. Februar gewinnt, erfüllt er nach langer Zeit die Erwartungen, die man vor über zehn Jahren an ihn gesetzt hatte.

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