Romero ist mit 40 Jahren auf dem Zenit

In einem Alter, in dem die meisten Profisportler schon jahrelang die Rente genießen oder zumindest dem Ende ihrer Karriere nah sind, genießt Yoel Romero seinen sportlichen Zenit.

Weniger als drei Monate vor seinem 41. Geburtstag stand der ehemalige kubanische Olympia-Ringer kurz vor seiner zweiten Chance auf UFC-Gold: Im Hauptkampf von UFC 221 in Perth, Australien sollte er Samstagnacht gegen Luke Rockhold um den Interimstitel im Mittelgewicht antreten. Doch am Vorabend überschritt er beim Wiegen das Maximalgewicht seiner Gewichtsklasse und ist somit nicht mehr qualifiziert, den Titel zu gewinnen.

„Es geht darum, so viel Disziplin wie möglich zu haben“, so Romero über einen Dolmetscher auf die Frage, wie er in seinen Vierzigern noch auf so hohem Level kämpfen kann. „Ich stürze mich nicht ins Nachtleben – so etwas mache ich gar nicht. Mein Leben dreht sich um einen Plan, der sich wiederum um meinen Sport dreht und um das, was ich dafür tun muss. Das ist eine Menge Selbstdisziplin.“

„Ich habe vor, so lange weiterzukämpfen, wie ich mich gesund fühle“, fügte er hinzu. „Bisher war mein Alter kein Hindernis, deswegen werde ich weiterkämpfen.“

Zwar war Romero für einen Kampf in diesem Monat gebucht, allerdings nicht in Australien und auch nicht gegen Rockhold.

Eigentlich hätte er zwei Wochen später bei der „UFC Fight Night“ in Orlando, Florida auf David Branch treffen sollen. Als Robert Whittaker, der Weltmeister im Mittelgewicht, sich wegen einer Reihe von Verletzungen und gesundheitlichen Problemen abmeldete, klingelte bei Romero das Telefon. Er sollte den Champion gegen Rockhold ersetzen und akzeptierte ohne Zögern.

„Als sie mir den Kampf gegen David Branch gegeben haben, habe ich ihn angenommen, weil ich nicht monatelang warten konnte. Deswegen habe ich den Kampf natürlich angenommen”, sagte Romero, der zuletzt im Juli bei UFC 213 im Octagon zu sehen war, als er gegen Robert Whittaker einstimmig nach Punkten verlor und damit seine erste Chance auf einen UFC-Titel nicht nutzte.

„Nach der Niederlage gegen Whittaker haben nur ein Kampf gegen die Nummer 2 oder ein Rückkampf gegen Whittaker Sinn ergeben“, sagte Romero. „Aus meiner Sicht wusste ich also, dass ich bereit sein musste, weil ich irgendwann einen dieser Jungs vor mir haben würde.“

Das Duell zwischen Rockhold und Romero war tatsächlich schon länger im Gespräch und immer eine dieser Ansetzungen, die stattfinden mussten, um die Nahrungskette an der Spitze des Mittelgewichts klar aufzureihen.

Beide haben sich in der UFC in Titelnähe gekämpft, nachdem sie bereits bei Strikeforce aktiv waren. Rockhold kam schließlich als erster oben an – an dem Abend im Dezember 2015, als Rockhold sich den Mittelgewichtsthron sicherte, etablierte Romero sich als Herausforderer, indem er Ronaldo „Jacare“ Souza knapp nach Punkten hinter sich ließ.

Nach dem Event trafen die beiden sich im Ball-Raum A des MGM Grand Hotels am Rande der offiziellen Pressekonferenz und tauschten eine freundliche Umarmung aus, bevor Romero sich als nächster Herausforderer vorstellte.

Der stets ultra-coole Kalifornier Rockhold lachte und gestand Romero zu, dass diese Zeit kommen würde.

Jetzt ist sie da.

„Ich wusste, dass ich schließlich doch noch auf Luke Rockhold treffen würde“, sagte Romero. „Ich wusste es, weil er schon so lange an der Spitze ist. Ich wusste, dass ich ihm eines Tages gegenüberstehen würde. Ich habe es gefühlt.“

„Wenn du die Nummer 1 der Welt bist, die Nummer 2 oder auch in den Top 5, dann weißt du, dass du irgendwann an der Reihe sein wirst, um den Titel zu kämpfen“, sagte er weiter. „Ich wusste, dass es passieren würde.“

Romero wird an diesem Wochenende allerdings in einer ungewohnten Situation ins Octagon steigen, nämlich mit einer Niederlage im Rücken. Vor der Niederlage gegen Whittaker war der „Soldier of God“ in der UFC unbesiegt – acht Siege nacheinander brachte er mit elitärer Athletik, ungewöhnlichen Bewegungsmustern und grotesker Schlagkraft zustande.


Whittaker allerdings schaffte es, Romeros Bomben zu umgehen, sich dem Griff des Olympia-Ringers zu entziehen und ihn in die späteren Runden mitzuschleifen. Er fand seinen Rhythmus und erlaubte es Romero nicht mehr, seinen wiederzufinden, nachdem er zu Beginn des Kampfes noch eine Führung etabliert hatte. Der Australier schnappte sich die letzten drei Runden und verließ die T-Mobile-Arena in Las Vegas mit dem Interimstitel um seine Hüfte.

„Ich habe eine Menge gelernt“, sagte Romero über den Rückschlag. „Man lernt immer, aber hier waren es kleine Dinge, Schlüsselfragen. Das war mein erster Kampf über fünf Runden – ich habe gelernt, ein wenig geduldiger zu sein, auf meine Chancen zu warten, sie nicht zu erzwingen und keine Runden leichtfertig abzugeben.“

„Du lernst immer. Es war mein erster Kampf, der auf fünf Runden angesetzt war und auch so lange gedauert hat.“

Mit der Erfahrung im Rücken, so knapp an einem UFC-Titel vorbeigeschrammt zu sein, wollte Romero die gleichen Fehler nicht wiederholen. Doch dann scheiterte Romero am Gewichtmachen. Während ein Sieg gegen Luke Rockhold auch ohne Titelgewinn von zentraler Bedeutung für Romeros Zukunft wäre, ist davon auszugehen, dass das Wissen um die verpasste Titelchance ihm einen massiven Dämpfer verpassen würde.
 
Das Hauptprogramm von UFC 221 in Perth, Australien läuft in der Nacht vom 10. auf den 11. Februar live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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