Dos Santos will zurück an die Spitze

Junior Dos Santos sieht so aus, als könne er in allem erfolgreich werden, das er anpackt. Seit seinem letzten Kampf gegen Stipe Miocic im Mai 2017 holte sich der frühere Schwergewichtsmeister mit Hilfe seines Sohnes Bento in einer anderen Disziplin Gold: dem Windelwechseln.
 
"Ich bin dort jetzt bereits ein alter Hase", sagt Dos Santos mit einem breiten Grinsen. "Ich könnte bei YouTube vermutlich Lehrvideos darüber veröffentlichen, wie man richtig Windeln wechselt."
 
Mit seinem inzwischen sechszehn Monate alten Sohn Bento und seiner Frau Isadora viel Zeit verbringen zu können war das Glanzlicht in der ansonsten schwierigen Zeit nach dem Kampf gegen Miocic, als Dos Santos von der Anti-Doping-Behörde USADA suspendiert wurde. Doch das breite Lächeln, das im selben Maße "Ciganos" Markenzeichen ist wie seine KO-Power, kehrte im April zurück, als USADA das Ergebnis ihrer Untersuchung veröffentlichte. Dos Santos hatte genau wie seine UFC-Kollegen Rogerio Nogueira und Marcos Rogerio de Lima versehentlich verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel zu sich genommen. Er wurde vom Vorwurf des Dopings freigesprochen.

Endlich konnte Dos Santos aufatmen - genau wie seine Fans, die ihm die Treue hielten und mit Parolen wie "Not Junior" ihrer Verwunderung über den positiven Test Ausdruck verliehen. Diese Unterstützung bedeutete JDS die Welt.
"Das hat mir in dieser vertrackten Situation extrem geholfen", so Dos Santos. "Ich muss mich glücklich schätzen, dass ich so viele Unterstützer hatte, die an meine Unschuld geglaubt haben. Gottseidank gelang es mir, die Vorwürfe zu entkräften. Ich war extrem nervös. Nach sechs Monaten kam die Untersuchung immer noch zu keinem Ergebnis, was die Situation nicht einfacher machte. Ich dope nicht, und dann so durchs Feuer gehen zu müssen fiel mir sehr, sehr schwer. Es war ein Alptraum. Die Menschen um mich herum haben mir so viel Power und Durchhaltevermögen gegeben - dank ihnen gab ich nie auf."
 
Trotz dieser Widrigkeiten trainierte Dos Santos weiter, um am Tag X sofort zurück ins Octagon zu können - denn er weigerte sich, die Möglichkeit eines für ihn negativen Ausgangs des Verfahrens zu akzeptieren.
 
"Ich hörte nie mit dem Training auf, weil ich mir sicher war, dass die Wahrheit schnell ans Tageslicht kommen würde und ich wieder kämpfen dürfe", betont Dos Santos. "Also gab ich weiter Vollgas. Nach neun Monaten fand die Untersuchung endlich ein Ende, und ich wurde freigesprochen. Die UFC bot mir einen Kampf gegen Blagoy (Ivanov) an, den ich natürlich sofort annahm. Ich wollte das. Ich brauchte das. Nun steige ich endlich wieder in den Käfig - gottseidank."
 
Am Samstag kehrt Dos Santos im Hauptkampf von Boise gegen den Octagon-Neuling Blagoy Ivanov zurück. Man sagte Ivanov lang nach, er sei das beste Schwergewicht, das noch nicht bei der UFC unter Vertrag stand. Dass Ivanov eine denkbar undankbare Aufgabe ist, war Junior völlig egal. Wenn ihm die UFC einen Kampf gegen King Kong und Godzilla gleichzeitig angeboten hätte, hätte er trotzdem zugesagt. In den letzten sechs Jahren fuhr er einen durchwachsenen Kampfrekord mit ebenso vielen Niederlagen wie Siegen ein, und man könnte glauben, dass ihm deswegen eine Auszeit gut täte. Doch Dos Santos betont, dass ihm die lange Pause trotzdem nicht dabei geholfen hat, seinen Körper zu regenerieren.
 
"Nein, so nicht", verneint Dos Santos. "Ich habe ja nicht pausiert. Ich bin 34 Jahre alt und fühle mich super. Obwohl der letzte Kampf eine herbe Niederlage war, hat mich das nicht aus der Bahn geworfen. Ich wurde nur ein Mal gut getroffen. Deswegen brauche ich keine Auszeit. Trotzdem war es toll, so viel Zeit mit meiner Familie verbringen zu können. Mein Sohn kam einige Monate vor der Suspendierung zur Welt. Ihn aufwachsen zu sehen und meine Frau unterstützen zu können, war ein Segen. Ich kann jeder Situation etwas Positives abgewinnen."
 
Dos Santos ist tatsächlich ein Strahlemann, und seine gute Laune steckt an. Der Schalter wird erst dann umgelegt, wenn er seinen Mundschutz einsetzt und ins Gefecht zieht. Seine Rückkehr ins Octagon ist eine positive Wendung für den Sport an sich und speziell für die Schwergewichtsdivision der UFC.
 
"Wir haben die perfekte Mischung aus zähen Veteranen und einer jungen Generation, die sich gerade warmläuft", sagt Dos Santos. "Das Schwergewicht ist in jedem Sport die gefährlichste Gewichtsklasse, weswegen die Fans uns gern kämpfen sehen. Miocic hat als Champion einen super Job gemacht bis zum letzten Wochenende. Sein Titelverlust war ein völlig bizarrer und unerwarteter Moment. Wenn man Champion wird, wird man zur Zielscheibe. Wir haben nun eine neue Zielscheibe: Daniel Cormier."

Dos Santos celebrates his victory over Ben Rothwell on April 10, 2016 in Zagreb, Croatia. (Photo by Srdjan Stevanovic/Zuffa LLC)Gefiel es Dos Santos, der den Titel von November 2011 bis Dezember 2012 hielt, selbst zur Zielscheibe zu werden?
 
"Selbstverständlich", sprudelt es mit einem Lachen aus ihm heraus. "Wenn alle hinter einem her sind, ist man der Champion. Jeder will derjenige sein, der dich schlägt. Das ist eine herausragende Rolle."
 
Nun will er so schnell wie möglich wieder an die Spitze. Doch bevor die Zukunft eingeläutet wird, sollten wir noch einmal einen Blick zurück wagen. Wer war mehr aus dem Häuschen, als Dos Santos' Rückkehr angekündigt wurde - er oder die Fans?
 
"Ich denke: ich", sagt Junior. "Im Moment bin ich völlig aus dem Häuschen. Ich kann mir für mein Leben nichts anderes vorstellen. Ich bin 34 Jahre alt, fühle mich in der besten Verfassung meines Lebens und will mich mit dem Rest der Division messen. Ich will kämpfen. Ich will mich zurück nach oben kämpfen. Das ist der einzige Weg, den ich kenne - es ist mein Weg."

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