Woodley will gegen Maia seine Stärken ausspielen

Champions motivieren sich auf unterschiedliche Art und Weise. Für Tyron Woodley, der seinen Weltergewichtstitel in der Nacht zum Sonntag bei UFC 214 gegen Demian Maia verteidigt, geht es weder um Ruhm noch um Reichtum – auch wenn beides ganz angenehm sein kann.

Wenn Woodley auf seine sportliche Karriere zurückblickt, wird ihm klar, dass ihn eines immer besonders angetrieben hat: der Beste zu sein. Das war schon so, als er noch gerungen hat. Zum Vergleich zieht er den Fitness-Guru CT Fletcher heran.

„Er schrie immer: ‚Der Superman aus Compton ist hier, wer von euch Pennern wird Zweiter?‘“, sagt Woodley mit einem Lachen. „Es klingt komisch, aber auf Turnieren meinte ich auch immer: ‚Okay, ich werde gewinnen, wer wird mich am stärksten herausfordern, wer wird Zweiter?‘ Es gab kein Turnier, vor dem ich dachte, dass ich es nicht gewinnen werde.“

Woodley gewann in jungen Jahren etliche Turniere, er war einer der besten Ringer des Landes. Heutzutage ist er einer der besten Kämpfer der Welt – daran besteht kein Zweifel. Innerhalb von zwölf Monaten hat er Robbie Lawler den Weltmeistertitel im Weltergewicht weggenommen und ihn zweimal gegen Stephen Thompson verteidigt. Samstagnacht kämpft er zum vierten Mal innerhalb eines Jahres. Der 35 Jahre alte US-Amerikaner gönnt sich keine Ruhepause.

„Ich habe gerade einen Lauf, ich fühle mich gesegnet und ich arbeite hart – nicht nur im Sport, sondern auch außerhalb des Sports“, sagt Woodley, der noch immer nicht die Zeit hatte, sich zurückzulehnen und alles aufzuarbeiten.

LAS VEGAS, NV - MARCH 04: Tyron Woodley (left) reacts to his victory over Stephen Thompson (right) in their UFC welterweight championship bout during the UFC 209 event at T-Mobile Arena on March 4, 2017 in Las Vegas, Nevada. (Photo by Josh Hedges/Zuffa LLC)„Vielleicht genieße ich es, wenn alles vorbei ist. Vielleicht werde ich es als Champion nie genießen“, sagt Woodley. „Es gab schon Momente, da konnte ich mit Promis abhängen, mit Musikern und anderen Sportlern, und ich konnte dank meiner Position in der UFC an ein paar coolen Events teilnehmen. Diese Seite des Erfolgs konnte ich schon genießen.“

Alles andere muss warten, vor allem die Ehrenrunde, die viele Titelträger absolvieren. Der Knockout gegen Lawler war bittersüß, denn die beiden sind ehemalige Trainingspartner und Teamkollegen im American Top Team. Es folgten zwei Kämpfe gegen Thompson. Der erste, ein „Kampf des Abends“, endete unentschieden – den zweiten gewann Woodley knapp nach Punkten. Samstagnacht setzt er seinen Titel gegen den gefährlichen Maia auf Spiel, der einen Kampf auf dem Boden jederzeit beenden kann.

Der „Chose One“ kommt einfach nicht zur Ruhe.

„Es macht keinen Spaß, sich auf Maia vorzubereiten“, sagt Woodley. „Er hat keinen motivierenden großen Namen wie Robbie, Carlos Condit oder Georges St-Pierre. Er hat einen frustrierenden Kampfstil, aber ich werde ihn nicht unterschätzen und ich werde ihn nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ich habe in der Vorbereitung sehr darauf geachtet, dass ich im Kampf meine Stärken ausspielen kann.“

Und danach wartet schon der nächste Herausforderer – wie früher bei den Turnieren im Ringen. Aber Woodley glaubt, dass es für ihn nach UFC 214 einfacher wird. Und wenn jemand an seinen Titel ran will, dann soll er sich gefälligst hinten anstellen.

„Ich sehe, wie einige der jüngeren Typen anfangen, zu bellen – und das sollten sie“, sagt Woodley. „Jeder sollte das Ziel haben, um die Weltmeisterschaft zu kämpfen und seine Träume zu erfüllen. Mein Weg bis hierher war lang und steinig. Daher habe ich einige der härtesten Gegner bereits besiegt. Ich muss mich nun darauf konzentrieren, niemanden zu unterschätzen und darf mich nie zu sicher fühlen.“

Und wann kann er sein Dasein als Champion endlich genießen?

„Vielleicht ja nach diesem Kampf“, sagt Woodley mit einem Lachen.

Das Hauptprogramm von UFC 214 läuft in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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