Demetrious Johnson will Geschichte schreiben


Demetrious Johnsons Vorbereitung auf seinen zweiten Weltmeisterschaftskampf im September 2012 verlief – vorsichtig ausgedrückt – suboptimal.

„Meine Frau musste sich einer großen Operation unterziehen, ich kämpfte zum zweiten Mal in der UFC um einen Weltmeistertitel und ich hatte Probleme bei der Gewichtsabnahme“, blickt Johnson zurück, der seinen Fliegengewichtstitel in der Nacht zum 8. Oktober bei UFC 216 in Las Vegas zum elften Mal verteidigen will.

Wir alle wissen, dass Johnson seinen Job trotz aller Widrigkeiten erledigte. Er besiegte Joseph Benavidez bei UFC 152 in Toronto geteilt nach Punkten und wurde der erste Weltmeister im Fliegengewicht. Obwohl die Vorzeichen schlecht standen, meisterte Johnson die Herausforderung.

„Ich war trotz allem hochkonzentriert und bereit, mein Bestes zu geben“, sagt Johnson.

Fünf Jahre und zehn erfolgreiche Titelverteidigungen später achtet Johnson immer noch darauf, sein Berufs- und Privatleben strikt zu trennen. Das hört sich vielleicht einfach an, aber daran sind schon einige Sportler gescheitert. Sie ließen sich von Dingen ablenken, die fernab des Spielfelds vor sich gingen. Johnson will das nicht zulassen.

„Bei vielen Sportlern dreht sich das ganze Leben nur um einen Titelgewinn“, sagt er. „Sie behaupten Dinge wie: ‚Ich wurde als Champion geboren, ich wurde geboren, um Titel zu gewinnen.‘ Für mich ist nichts wichtiger und kostbarer als das Leben an sich und die gemeinsame Zeit mit meiner Familie.“

Johnson und seine Ehefrau Destiny haben zwei Söhne und bereiten sich bereits auf das Leben nach dem Kämpfen vor. Dessen ungeachtet konzentriert sich Johnson weiterhin auf seinen Hauptberuf, in dem er gemeinhin als der Beste der Welt gilt.

„An meinem Status hat sich nichts geändert“, sagt Johnson. „Ich habe meinen Weltmeistertitel zehnmal vereidigt, aber ich bin derselbe Typ geblieben. Doch wenn es an der Zeit ist, einen Gegner zu verhauen, dann bin ich voll da und gebe alles.“Demetrious Johnson poses with the 10 UFC championship belts he has won during his fight-careerDie Beweise für diese Aussage finden sich in seiner Kampfbilanz. Seit seinem Titelgewinn kämpfte und siegte Johnson gegen die besten Fliegengewichte der Welt. Das Schockierende daran: Der 31 Jahre alte US-Amerikaner wird immer noch von Kampf zu Kampf besser und gibt sich nicht damit zufrieden, Anderson Silva als erfolgreichster Weltmeister der UFC-Geschichte abzulösen.

„Ich will das nicht noch zehn Jahre weitermachen“, sagt Johnson mit einem Lachen. „Ich werde weiter trainieren, aber Kämpfe werde ich vielleicht noch fünf bis sechs Jahre lang bestreiten, maximal sieben. Dann werden wir sehen, was passiert. Aber momentan befinde ich mich noch im Zenit meiner Schaffenskraft.“

Ein Sportler wie Johnson begegnet uns vielleicht nur alle 25 Jahre – wenn wir Glück haben. In der UFC gibt es keinen Kämpfer, der so vielseitig ist. Im Octagon kann er einfach alles. Aber sobald die letzte Ringglocke ertönt ist, vergisst er den Kampfsport und wendet sich wieder seinem Alltag zu. Seine Philosophie? Das Leben hält nicht an.

„Selbst jetzt baue ich nebenbei ein weiteres Haus und sammle Informationen und bringe alles zum Laufen – das gefällt mir, denn das Leben hält nicht an“, sagt Johnson. „Das Leben geht immer weiter und ich muss meine Marke aufbauen und in meine Karriere investieren, damit es mir am Ende nicht wie anderen Kämpfern geht, die ihr Geld nicht sinnvoll investiert haben.“

Johnson erinnert ein bisschen an die Box-Legende Bernard Hopkins, einen Kämpfer, der sich nie nach anderen Menschen gerichtet hat und sogar dafür kritisiert wurde, so lange in der Mittelgewichtsklasse zu verweilen, bis er seinen Weltmeistertitel rekordhafte 20 Mal in zehn Jahren verteidigt hatte. Johnson denkt darüber nach, irgendwann ins Bantamgewicht zu wechseln, aber genau wie Hopkins seine Karriere im Halbschwergewicht beendete, geht es auch ihm nicht darum, den Ruhm nur des Ruhms wegen anzustreben.


„Ich habe kein Ego, das mich antreibt, gegen größere und kräftigere Gegner zu kämpfen“, sagt Johnson. „Das habe ich schon gemacht. Einen Wechsel in eine höhere Gewichtsklasse fände ich nur interessant, wenn auch meine Schecks größer werden.“

Wenn Johnson in der Nacht zum Sonntag bei UFC 216 gewinnt, werden die Rufe nach einem Wechsel ins Bantamgewicht nicht leiser. Aber das interessiert ihn derzeit nicht. Zuerst muss er nämlich an Ray Borg vorbei, einem aufstrebenden jungen Kämpfer, den er garantiert nicht auf die leichte Schulter nimmt.

„Ich betrachte jeden Gegner als den härtesten Gegner meiner Karriere“, sagt Johnson. „Ich bin der einzige Weltmeister im Fliegengewicht und derjenige, der mich schlägt, ist dann derjenige, der den König enthauptet hat. Ich weiß, dass er hungrig ist. Ich habe noch keinen Gegner unterschätzt und ich bin scharf auf einen großen Scheck. Ich werde ins Octagon steigen und einen meiner besten Kämpfe zeigen.“

Und wie geht es dann weiter, nachdem er Geschichte geschrieben hat?

„Wenn ich erfolgreich bin, werde ich meinen Triumph genießen“, sagt Johnson. „Dann kehre ich mit meiner Familie nach Hause zurück, setze mich aufs Sofa, mache mir ein Bier auf, atme tief ein und sage: ‚Wir haben es geschafft.‘ In diesen Momenten wird mir erst bewusst, was ich erreicht habe.“

Das Hauptprogramm von UFC 216 läuft in der Nacht vom 7. auf den 8. Oktober live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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Samstag, Dezember 30
10PM/7PM
ETPT
Las Vegas, Nevada

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