Ferguson verwandelt UFC 216 in seine Show

Tony Ferguson befand sich schon einmal in dieser Position – kurz vor einem Kampf um einen Interimstitel im Leichtgewicht.

Beim ersten Mal wurde ihm die Chance in allerletzter Minute gestohlen. Sieben Monate später kann er erneut um seinen ersten UFC-Titel kämpfen. Er freut sich über die zusätzliche Vorbereitungszeit auf den größten Kampf seiner Karriere und ist sich sicher, dass er alles getan hat, um das Octagon bei UFC 216 in Las Vegas als Sieger zu verlassen.

„Die ungewollte Pause hat mir überhaupt nichts ausgemacht – sie hat sich letzten Endes doch als Segen erwiesen“, sagt Ferguson über die Zeit zwischen seinem ausgefallenen Titelkampf gegen Khabib Nurmagomedov und dem bevorstehenden Titelkampf gegen Kevin Lee. „Ich wurde ein besserer Ehemann, Vater und Mensch. Ich habe hart gearbeitet, um sicherzustellen, dass jeder weiß, warum ich hier bin und um jeden daran zu erinnern, dass man keine Sprüche klopfen muss, um erfolgreich zu sein. Harte Arbeit, Entschlossenheit und das Streben nach Glück – darum geht es.“

(L-R) Tony Ferguson and Kevin Lee face off during the UFC 216 <a href='../event/<a href='../event/Ultimate-Brazil'>Ultimate-</a>Brazil'>Ultimate </a>Media Day on October 4, 2017 in Las Vegas, Nevada. (Photo by Brandon Magnus/Zuffa LLC)Nachdem der Kampf gegen Nurmagomedov im März zum dritten Mal ausfiel, stellte sich die Frage, wann Ferguson ins Octagon zurückkehren würde – und gegen wen.

Im Juni arbeitete er bei der „UFC Fight Night“ in Oklahoma City als Experte für das amerikanische Fernsehen. Im Hauptkampf standen sich Kevin Lee und Michael Chiesa gegenüber. Lee erzielte seinen fünften Sieg in Folge und stellte sich anschließend im Interview den Fragen von Ferguson und den Moderatoren – so fing alles an.

„Ich fand ihn fake“, sagt Ferguson, der sich mit Lee nach dem Chiesa-Kampf ein Wortgefecht lieferte. „Ich versuchte, vernünftig zu bleiben und bezeichnete ihn sogar als einen großartigen Sportler. Wir haben eine ähnliche Herkunft, aber um in dieser Welt erfolgreich zu sein, muss eben für sich einstehen.“

„Kevin Lee wirkte auf mich wie ein junger, hungriger Mann, der die Welt erobern will – und wer will das nicht, oder?“, so Ferguson weiter. „Ich war auch mal jung und dumm. Es ist schwer, aus einem Dummkopf einen Champion zu machen. Ich bin ein Champion, kein Dummkopf.“

Ferguson hat zwar noch keinen UFC-Titel gewonnen, aber es besteht kein Zweifel daran, dass er sich seinen Platz im Hauptkampf von UFC 216 redlich verdient hat.

In den letzten vier Jahren erzielte er neun Siege in Folge im Octagon – als erstes Leichtgewicht in der UFC und als neunter UFC-Kämpfer überhaupt. Ferguson bezwang zähe Veteranen und ehemalige Weltmeister und bekam dafür sieben Boni. Von Kampf zu Kampf verwandelte er Zweifler in Anhänger und legte dabei einen ungewöhnlichen, aber höchst effektiven Kampfstil an den Tag, der für Gegner unberechenbar und für Fans unterhaltsam ist.

Seine Kreativität im Octagon schreibt er seiner jahrelangen harten Arbeit im Gym zu. Er konzentrierte sich auf die Grundlagen – und durch die vielen Drills brannten sich die Bewegungen ins Muskelgedächtnis ein.

„Ohne starkes Fundament kann man kein Haus bauen“, sagt Ferguson. „Ich habe die Grundlagen gemeistert, ich habe alles gemeistert, was mir beigebracht wurde, weil ich unzählige Stunden im Gym verbrachte und all meine Energie in den Sport steckte, den ich so liebe. Ich habe bis zum Umfallen trainiert.“

„Wenn man das nicht macht, ist man im falschen Sport, denn eine Sternschnuppe steigt schnell und fällt schnell, aber ich bin eine Sternenkonstellation“, so Ferguson. „Ich bleibe noch eine Weile hier.“

„Natürlich weiß ich, dass er ein guter Sportler ist und dass er alles geben wird, aber ich will diesen Sieg mehr als er“, sagt Ferguson über Lee. „Ich bin hungriger als er. Ich muss meine Familie ernähren. Ich will noch ein Haus, noch ein Grundstück. Ich will mein Vermächtnis ausbauen. Das ist mein Leben. Ich will sicherstellen, dass mein Kind nicht kämpfen muss. Ich kämpfe, damit er das nicht muss.“

Trotz seines Plans, die T-Mobile Arena in Las Vegas mit dem Interimstitel im Leichtgewicht zu verlassen, denkt Ferguson nicht allzu weit voraus und betrachtet den Kampf auch nicht als Entscheidung über Leben und Tod.

Tony Ferguson holds an open workout for fans and media inside T-Mobile Arena on March 1, 2017 in Las Vegas, NV(Photo by Jeff Bottari/Zuffa LLC)Stattdessen genießt er den Moment und will Samstagnacht das Beste aus seiner Chance machen. Er weiß, dass er – egal ob er gewinnt oder verliert – alles getan hat, um erfolgreich zu sein und dass hinterher seine Freunde und seine Familie mit Pizza und Bier auf ihn warten.

„Samstagnacht wird großartig“, sagt Ferguson. „Ich war hier schon mal, ich habe schon mal ein Tänzchen gewagt – und ich liebe es, zu tanzen. Sobald ich meine Einlaufmusik höre, geht’s los und dann werde ich diese Veranstaltung zu meiner Show machen. So war das schon immer.“

„Ich bin davon überzeugt, dass ich unabhängig vom Ergebnis als Champion dastehen werde“, so Ferguson weiter. „Warum? Weil ich alles gegeben habe. Ich habe ein großartiges Team und weiß, dass ich mein Bestes gegeben habe. Ich werde meine Frau umarmen und meinen Sohn küssen und mir dann ein Bier und eine Pizza gönnen.“

Das Hauptprogramm von UFC 216 läuft in der Nacht vom 7. auf den 8. Oktober live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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