Donald Cerrones Motto lautet noch immer "Jeder, immer, überall"

Donald Cerrone hat immer nach dem Motto gelebt: Jeder, immer, überall. Trotzdem gibt der verdiente Veteran zu, dass es ganz angenehm ist, für seinen Hauptkampf gegen Yancy Medeiros am Sonntag in Austin, Texas keinen allzu weiten Weg auf sich nehmen zu müssen.

“Ich kämpfe überall, mir ist das egal”, so Cerrone, der zum Trainieren und Erholen bereits unzählige Male in Austin gewesen ist, aber zum ersten Mal in der texanischen Hauptstadt kämpfen wird. „Es ist allerdings cool, dass ich alle meine Freunde hier unten dabeihaben kann. Wir kennen diese Gegend sehr gut und wir lieben sie; wir lieben Texas und wir lieben Austin.“

Der Ort seines nächsten Kampfes mag ihm bekannt sein, die Rahmenbedingungen nicht. Nach zehn Jahren und 40 Kämpfen ohne aufeinanderfolgende Niederlagen hat der 34-Jährige zuletzt dreimal hintereinander verloren. 2017 war das erste Jahr seiner Karriere, in dem Cerrone nicht einen einzigen Sieg eingefahren hat.

Cerrone punches <a href='../fighter/john-makdessi'><a href='../fighter/john-makdessi'>John Makdessi</a></a> during the UFC 187 event on May 23, 2015 in Las Vegas, NV. (Photo by Christian Petersen/Zuffa LLC)Krisen wie diese lösen häufig tiefgehende innere Einkehr und Reflexion bei Kämpfern aus – die Folge sind oft lange Pausen, um über die Zukunft nachzudenken oder sich in einem neuen Trainingsumfeld auszuprobieren. Donald Cerrone war aber nie jemand, der zu sehr über die Dinge nachdenkt.

“(Jorge) Masvidal hat mich fertiggemacht, der Kampf gegen Robbie (Lawler) war knapp, ich habe da gegen einen der Besten der Welt gekämpft, und dann hat Darren Till mir den Arsch versohlt. Was kann ich sagen. So läuft das nun mal. Es ist wirklich nicht einfach, in diesem Sport gut zu sein, man.“

“Es gibt keinen Sport auf der Welt, in dem es schwieriger ist, zu brillieren. So viel kann ich dir sagen.”

Das mögen Athleten aus anderen Disziplinen anders sehen. Ganz unrecht hat Cerrone damit aber nicht, denn der Spielraum für Fehler im MMA-Sport ist äußerst klein, und jeder Ausflug ins Octagon kann dramatische Konsequenzen für die Richtung einer Karriere haben, genauso wie für die öffentliche Wahrnehmung eines Kämpfers.

Vor seinem Hauptkampf in Austin hat Cerrone nun drei Kämpfe nacheinander verloren, was Fragen hat laut werden lassen, wie lange der schon aus der WEC bekannte Veteran noch einer der Top-Kämpfer seiner Gewichtsklasse sein kann.

Andererseits: Wie anders würden diese Diskussionen aussehen, hätte Cerrone im Juli nach seinem knappen Kampf gegen Robbie Lawler die Punktrichterentscheidung gegen den ehemaligen Weltergewichtschampion zugesprochen bekommen? In welchem anderen Licht würde seine schnelle Niederlage gegen den aufstrebenden Briten Darren Till erscheinen, hätte sie auf einen Sieg gefolgt, nicht auf bereits zwei Niederlagen?

Wie schon Weltergewichts-Veteran Thiago Alves kürzlich sagte: „Manchmal läuft alles bestens, du machst alles richtig, und das Ergebnis ist trotzdem nicht das, was du wolltest. Das ist nicht fair, aber so ist es eben.”

Das ist auch ziemlich genau Cerrones Perspektive, der zu Protokoll gab, dass die einseitige Niederlage gegen den jungen Briten im Oktober dazu geführt habe, dass er das Training ernster genommen habe als letztes Mal.

“Ich habe wahrscheinlich schon lange nicht mehr so hart trainiert wie für diesen Kampf”, so Cerrone, der den Großteil seines Trainings auf seinem privaten Grundstück außerhalb Albuquerques absolviert, über das anstehende Duell mit Medeiros. „Also Danke, Darren Till, dass du mir den Arsch versohlt und mir Feuer unter dem Hintern gemacht hast. Das war gut.”

“Meine Trainer sind bereit, meine Freunde sind bereit. Wir haben eine Menge in dieses Trainingscamp investiert. Es gibt keine Ausreden, man. Jetzt zählt es.”

 

A post shared by Donald Cerrone (@cowboycerrone) on

Aber nicht nur die erste, bisher einzige und damit auch längste Durststrecke seiner Karriere hat Cerrone motiviert, auch die Aussicht, den Käfig mit Yancy Medeiros zu teilen, hatte diesen Effekt.

Ähnlich wie “Cowboy” ein Jahr zuvor, hat ein Wechsel aus dem Leicht- hoch ins Weltergewicht Medeiros im Laufe des vergangenen Jahres drei aufeinanderfolgende vorzeitige Siege beschert. In seinem aktuellsten Kampf schlug er sich mit Alex Oliveira äußerst spektakulär die Fäuste um die Ohren, bis er nicht nur den Kampf, sondern auch den Bonus für den besten Kampf des Abends von UFC 218 sicher hatte.

Derartige Auftritte werden allmählich zu Medeiros’ Markenzeichen, und ein solcher Auftritt ist exakt das, worauf Cerrone hofft, wenn er mit dem Hawaiianer in den Käfig steigt, um gemeinsam mit ihm einen seiner „spaßigen Sonntage“ zu verbringen.

„Er ist ein harter Hawaiianer und er wird uns allen den Kampf geben, den jeder sehen will“, schätzte Cerrone seinen Gegner ein. „Er wird in der Mitte des Octagons stehen und die Fäuste fliegen lassen, und ich liebe so etwas. Es wird ein höllischer Kampf werden.”

Und selbst, wenn das Ergebnis am Ende nicht im Sinne Cerrones sein sollte: Die Handschuhe wird der “Cowboy” nicht so schnell an den Nagel hängen.

“Die UFC feiert gerade 25-jähriges Jubiläum, und hoffentlich kann ich noch 25 weitere Jahre aktiv bleiben und Ärsche versohlen“, lachte Cerrone. „Ich werde wie Meister Yoda sein. Ich kriege nichts mehr hin, aber sobald es losgeht, fange ich an und zerlege, was mir in die Quere kommt.“

Hört sich das bei Donald Cerrone wirklich so unrealistisch an?

Die „UFC Fight Night“ in Austin, Texas läuft in der Nacht vom 18. auf den 19. Februar live auf UFC FIGHT PASS.

Watch Past Fights

Sonntag, Februar 17
9PM/6PM
ETPT
Phoenix, Arizona

Multimedia

Kürzlich
Watch the UFC Fight Night: Ngannou vs Velasquez Ceremonial Weigh-in live on Saturday, February 16th at 6:30/3:30pm ETPT.
Watch the stars of UFC Phoenix faceoff from Friday's Media Day.
15.02.2019
Check out the open workout highlights from Phoenix featuring headliners Francis Ngannou and Cain Velasquez.
15.02.2019
Francis Ngannou believes his main event fight with Cain Velasquez will be quick. Don't miss the action on Sunday live on ESPN.
15.02.2019