Shevchenko verfolgt noch dieselbe Mission

Warten kann grausam sein. Ein Kämpfer oder eine Kämpferin trainiert wochenlang, um an einem bestimmten Tag in Bestform ins Octagon zu steigen – und plötzlich war alles umsonst. Eine Verletzung, eine Erkrankung, egal was, und der vielleicht größte Kampf der Karriere platzt. Einfach so.

LAS VEGAS, NV - AUGUST 24: (L-R) Opponents Amanda Nunes of Brazil and Valentina Shevchenko of Kyrgyzstan face off during the UFC 215 & UFC 216 Title Bout Participants Las Vegas Media Day at the UFC Headquarters on August 24, 2017 in Las Vegas, Nevada. (Photo by Brandon Magnus/Zuffa LLC)Valentina Shevchenko musste eine solche Situation durchmachen, als ihr Weltmeisterschaftskampf im Bantamgewicht gegen Amanda Nunes bei UFC 213 kurzfristig ausfiel. Immerhin musste sie nur zwei Monate auf den zweiten Versuch warten – Samstagnacht fordert sie die Brasilianerin bei UFC 215 in Edmonton heraus. Im Juli sagte Nunes am Kampftag ab, dem 8. Juli, da sie sich krank fühlte. Shevchenko war zu der Zeit in Bestform, aber wird sie das auch am 9. September noch sein?

Darüber macht sie sich keine Gedanken.

„Vor UFC 213 war ich in der Form meines Lebens, aber ich habe das Gefühl, jetzt in genauso guter Form zu sein – und ich werde alles tun, um diesen Kampf zu gewinnen“, sagt Shevchenko. „Mir ist egal, ob wir im Stand oder auf dem Boden kämpfen. Das spielt keine Rolle. Ich bin für alles bereit.“

Der 29 Jahre alten Kirgisin fällt es im Gegensatz zu vielen Kolleginnen extrem schwer, das Spiel der Medien mitzuspielen. Shevchenko verzichtet auf Klischees, sie sagt nicht das eine und meint das andere. Sie redet frei aus dem Bauch heraus und hält sich auch nicht zurück, wenn es um Nunes‘ Absage bei UFC 213 geht.

„Ich war überrascht und konnte es nicht glauben, dass ich so etwas auf diesem hohen Level noch miterleben muss“, sagt Shevchenko. „Es war nicht nur ein Kampf, es war der Hauptkampf einer großartigen Veranstaltung wie UFC 213. Jede Kämpferin will dabei sein und jede Kämpferin will in Bestform antreten. Ich glaube nicht, dass ihre Sinusitis der Grund für ihre Absage war. Sie kann sagen, was sie will und versuchen, andere Menschen davon zu überzeugen. Aber ich glaube, sie hat 24 Stunden lang versucht, Gewicht zu verlieren, ihr ging es sehr schlecht und sie fühlte sich schwach. Daher hat sie den Kampf abgesagt.“

Shevchenko und Nunes wären schon vor UFC 213 nicht auf die Idee gekommen, sich an Weihnachten eine Grußkarte zu schicken. Seit Nunes‘ Absage hat sich das nicht geändert, im Gegenteil: In den letzten beiden Monaten intensivierte sich ihre Rivalität. Shevchenko wäre nicht überrascht, wenn sie in den Kopf der Weltmeisterin eingedrungen wäre.



„Das ist eine Tatsache und ich vermute, sie denkt jetzt noch mehr darüber nach, weil jeder sie danach fragt“, sagt Shevchenko. „Vor dem Kampf sind wir uns einige Male begegnet, mit keiner anderen Gegnerin hatte ich so viele Staredowns. Da ist es doch völlig natürlich, dass ich Tag und Nacht in ihrem Kopf bin.“

Shevchenko gefällt diese Vorstellung, denn sie begrüßt alles, was ihren Job an diesem Wochenende einfacher macht. Seit ihrem ersten Kampf gegen Nunes bei UFC 196, den sie einstimmig nach Punkten verlor, ist sie immer stärker geworden. Im Juli war sie sehr enttäuscht, dass das Titelduell gegen Nunes ausfiel, aber sie hätte bei UFC 213 gerne gegen Joanna Jedrzejczyk, die Weltmeisterin im Strohgewicht, gekämpft, nachdem diese sie herausgefordert hatte.


DALLAS, TX - MAY 12: Valentina Shevchenko exchanges words with Amanda Nunes during the UFC Summer Kickoff Press Conference at the American Airlines Center on May 12, 2017 in Dallas, Texas. (Photo by Cooper Neill/Zuffa LLC)„Kampfsport ist nicht nur mein Job, er ist mein Leben“, sagt Shevchenko. „Ich lebe den Kampfsport. Er steht bei mir an erster Stelle. Ich wollte meine gute Form nicht verlieren, das Training sollte nicht umsonst gewesen sein. Als Joanna mich herausforderte, wollte ich diesen Kampf unbedingt. Die UFC hätte ihren Hauptkampf nicht verloren und die Fans wären sicher daran interessiert gewesen. Daher habe ich sofort zugesagt. Joanna ist aus demselben Holz geschnitzt wie ich. Sie ist eine Thaiboxerin – wir haben die Einstellung, dass es keine Rolle spielt, wo und gegen wen man kämpft. Man kämpft einfach.“

Es ist aus mehreren Gründen unmöglich, einen Kampf erst am Kampftag anzusetzen, aber die Vorstellung, dass sich Shevchenko der unbesiegten Polin gestellt hätte, sagt vieles über ihre Mentalität aus. Wenn sie bei UFC 215 zum größten Kampf ihrer Karriere ins Octagon steigt, wird sie sich von der Weltmeisterin nicht einschüchtern lassen. Sie verfolgt immer noch dieselbe Mission.

„Ich freue mich auf den Kampf, aber andererseits auch nicht allzu sehr“, sagt Shevchenko. „Natürlich freut man sich auf einen solchen Kampf. Aber wenn man seine Emotionen nicht unter Kontrolle hat, geht man ein unnötiges Risiko ein. Ich kämpfe seit vielen Jahren und ich betreibe seit mehr als 20 Jahren Kampfsport. Ich bin sehr erfahren und ich weiß genau, dass ich emotional total kalt sein muss. Ich muss die richtigen Entscheidungen treffen, ich muss klar denken. Dabei helfen mir die Emotionen überhaupt nicht. Egal was noch passiert, ich bin bereit für diesen Kampf. Ich habe immer noch dasselbe Ziel – den Titelgewinn. Am 8. Juli kam es nicht dazu, aber am 9. September wird es dazu kommen.“

Das Hauptprogramm von UFC 215 in Edmonton läuft in der Nacht vom 9. auf den 10. September live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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