Gaethje will Vick das Fürchten lehren

Justin Gaethje glaubt nicht, dass James Vick weiß, worauf er sich einlässt, wenn er Samstagnacht im Hauptkampf der „UFC Fight Night“ in Lincoln mit ihm ins Octagon steigt.

„Ich glaube nicht, dass er mental auf das vorbereitet sein wird, was er Samstagnacht durchstehen muss – und ich kann es nicht erwarten, seinen verängstigten Gesichtsausdruck zu sehen“, sagte Gaethje, der zuletzt vorzeitig gegen Eddie Alvarez und Dustin Poirier verloren hat.

Im Vorfeld ihres Kampfes haben sich Gaethje und Vick wochenlang verbal duelliert. Vick nannte Gaethje den „Homer Simpson der UFC“, während der ehemalige WSOF-Champion seinem Kontrahenten einen miesen Charakter unterstellte und seine mentale Einstellung kritisierte.

Das Interessante an diesem Simpsons-Vergleich von Vick: Homers Vorgehensweise, Schläge zu kassieren, bis der Gegner müde wird, ist zwar untypisch und für keinen Kämpfer empfehlenswert, aber für ihn funktioniert sie und er verdient sich damit ein lukratives PPV-Duell gegen den ehemaligen Schwergewichts-Weltmeister Drederick Tatum.

Genau wie das Oberhaupt der Simpsons-Familie scheut auch Gaethje keinen offenen Schlagabtausch. Dank seines aggressiven und spektakulären Kampfstils gewann er achtzehn Kämpfe in Folge, ehe er zuletzt gegen Alvarez und Poirier die ersten beiden Niederlagen seiner Karriere einsteckte.

Auch wenn er mit diesen Ergebnissen nicht zufrieden sein kann, so weiß der 29 Jahre alte US-Amerikaner ganz genau, was Alvarez und Poirier im Octagon durchstehen mussten, ehe sie es als Sieger verlassen konnten. Und er ist davon überzeugt, dass sein Gegner bei der „UFC Fight Night“ in Lincoln sich darauf nicht entsprechend vorbereitet hat.

„Man muss sich mental auf das einstellen, was einem im Kampf gegen mich erwartet“, sagte Gaethje. „Dustin hat das getan, Eddie hat das getan und die haben vor unseren Kämpfen nicht mal annähernd solche Sprüche geklopft wie James. Die wussten, dass sie alles geben müssen, dass sie viele Angriffsstürme überstehen müssen und beiden ist das gut gelungen.“

„Alle meine letzten Gegner waren mental auf eine Schlacht eingestellt und ich habe ihnen alles abverlangt“, fügte er hinzu. „Wenn das alles stimmt, was James gesagt hat, dann steht ihm die furchterregendste Nacht seines Lebens bevor.“

Gaethje wusste, dass sein riskanter Kampfstil früher oder später zu Niederlagen führen würde. In den letzten vier Monaten hat er sich die Zeit genommen, seine Vorgehensweise zu analysieren und Veränderungen vorzunehmen.

Nachdem Alvarez seine Siegesserie beendet hatte und er nicht länger den Druck spüren musste, der auf einem ungeschlagenen Kämpfer lastet, war Gaethje noch nicht der Ansicht, dass er seinen Kampfstil anpassen müsste. Doch nachdem er in seinem Heimatstaat Arizona auch von Poirier gestoppt wurde, wusste er, dass er vor einer Rückkehr ins Octagon wirklich etwas verändern musste.

Die wichtigste Lehre, die er aus den Kämpfen gegen Alvarez und Poirier zog, lautet: Sei nicht so selbstgefällig und denk immer daran, dass ein einziger gut platzierter Wirkungstreffer einen Kampf urplötzlich drehen oder sogar beenden kann.

Justin Gaethje signs posters at fighter check-ins for Fight Night Lincoln„Jedes Mal, wenn ich in meine Ecke zurückkehre, wird mein Trainer mir sagen, ich solle nicht so selbstgefällig sein“, meinte Gaethje, der künftig wieder druckvoller kämpfen will. „Er wird mich daran erinnern, dass ein Schlag alles entscheiden kann.“

„Eddie habe ich mit vier heftigen Aufwärtshaken getroffen und ich konnte nicht glauben, dass er danach noch stand – und dann erwischte er mich plötzlich mit einem Kniestoß“, sagte er weiter. „Ich hätte nicht vergessen dürfen, gegen wen ich kämpfe und wie stark derjenige ist, gegen den ich kämpfe.“

„Im Kampf gegen Dustin hatte ich mir vorgenommen, sein Bein zu zerstören“, fügte Gaethje hinzu. „Wenn man sich den Kampf ansieht, merkt man, dass ich damit anfangs auch erfolgreich war. Doch dann habe ich nur noch getreten, anstatt zu schlagen und vielseitig anzugreifen. Ich habe nicht so gekämpft, wie ich kämpfen sollte.“

Aufgrund seines sehenswerten Kampfstils bekam Gaethje für seine ersten drei UFC-Auftritte gleich vier Boni und er stand dreimal in einem Hauptkampf. Diese Errungenschaften machen ihn nicht nur stolz, sie sind auch einer der Gründe, weswegen ihn die Sprüche und Kommentare von Vick so verärgerten.

(Photo by Jeff Bottari/Zuffa LLC)„Nach zwei Niederlagen stehe ich trotzdem noch in einem Hauptkampf und ich habe in drei Kämpfen vier Boni bekommen – das spricht für sich selbst“, sagte Gaethje. „Das muss man sich verdienen, das kriegt man in der UFC nicht geschenkt. Das muss man sich hart erarbeiten.“

„James Vick kämpft einzig und allein meinetwegen im Hauptkampf, weil Al Iaquinta abgesagt hat“, fügte Gaethje hinzu. „Er repräsentiert uns alle als Sportler, aber er will eine Abkürzung nehmen. Er will, dass man ihm alles hinterher wirft, aber so läuft das in dieser Welt nicht.“

Boni gewinnen und aufregende Kämpfe liefern – das sind Gaethjes Markenzeichen. Aber das Leichtgewicht arbeitet nicht bewusst darauf hin. Er steigt nicht mit Gedanken wie „Ich will einen aufregenden Kampf hinlegen“ oder „Ich will den Bonus für den ‚Kampf des Abends‘ gewinnen“ ins Octagon. Er kämpft einfach so, wie er es am besten kann. Und genau das wird er auch Samstagnacht machen und Vick dabei eine schmerzhafte Lektion erteilen.

„Ich bin ich und ich kämpfe so, wie ich kämpfe“, sagte Gaethje. „Ich habe nicht das Ziel, als unterhaltsamster Kämpfer aller Zeiten betrachtet zu werden. Ich bin wie ich bin und werde mich keinesfalls verstellen. Wenn er den Kampf genauso gut durchstehen kann wie meine letzten beiden Gegner, dann ziehe ich den Hut vor ihm, aber ich glaube nicht, dass James Vick das kann.“

„Er geht einem offenen Schlagabtausch lieber aus dem Weg und das respektiere ich nicht“, fügte Gaethje hinzu. „Als er ausgeknockt wurde, lag er lange auf dem Boden, auch das respektiere ich nicht. Entweder bist du ein Kämpfer oder du bist es nicht. Man liegt nicht ewig auf dem Boden, wenn man nicht bewusstlos ist. Ich hoffe, dass er drei Runden durchhält, denn das bedeutet, dass ich ihn mindestens 20 Mal treten kann. Ansonsten versuche ich, den Kampf so schnell wie möglich zu beenden.“

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