Gastelum ist auf dem richtigen Weg



Als die UFC den legendären Anderson Silva von der „UFC Fight Night“ in Shanghai abzog, durchlebte sein Gegner im Hauptkampf, Kelvin Gastelum, ein Wechselbad der Gefühle – und keines dieser Gefühle war positiv.

„Ich habe mir den ganzen Tag lang Sorgen gemacht“, sagt Gastelum. „Mir ist das richtig auf den Magen geschlagen, ich hatte tausend Gedanken im Kopf. Ich versuchte, so zu denken, wie Dana White, Sean Shelby und Mick Maynard denken könnten. Wer wäre ein passender Ersatzgegner?“

Michael Bisping kam ihm dabei nicht in den Sinn, der hatte erst eine Woche zuvor im Hauptkampf von UFC 217 in New York gegen Georges St-Pierre gekämpft und vorzeitig verloren. Dass er kurzfristig als Ersatzgegner einspringen würde, erschien unrealistisch.

„Das hätte ich niemals erwartet“, sagt Gastelum. „Ich sprach mit meinem Manager und der meinte: ‚Wie wäre es mit Bisping?‘ Aber ich konnte mir absolut nicht vorstellen, dass er diesen Kampf annehmen würde.“

Aber Bisping hat den Kampf angenommen. Gastelum hatte wieder einen Gegner, er wird am 25. November im Hauptkampf der „UFC Fight Night“ in Shanghai auf einen ehemaligen Weltmeister im Mittelgewicht treffen – wie geplant. Nur heißt der Gegner nicht Silva, sondern Bisping.

„Er ist immer noch sehr angesehen“, sagt Gastelum über Bisping. „Das wird ein harter Kampf. Er ist verärgert und frustriert, weil er seinen Gürtel verloren hat. Ich bin mir sicher, dass er sehr motiviert sein wird, weil er unbedingt in die Erfolgsspur zurückkehren will.“

Berücksichtigt man ihre Kampfstile, dann hat das Duell zwischen Gastelum und Bisping sogar das Potential, ein noch besserer Kampf zu werden als das Duell zwischen Gastelum und Silva. Die beiden Mittelgewichte respektieren sich sehr, aber das wird sie nicht davon abhalten, am Samstag mit voller Kraft zu kämpfen.

Kelvin Gastelum takes on former champion Michael Bisping in the main event of Fight Night Shanghai
„Wenn mich ein Kämpfer wie Michael Bisping respektiert, dann sagt das sehr viel aus“, meint Gastelum.

Der 26 Jahre junge US-Amerikaner durchlebte in seiner MMA-Karriere schon einige Höhen und Tiefen. Mittlerweile scheint es aber, als habe er die Kurve gekriegt – und dabei befindet er sich noch lange nicht auf dem Zenit seiner Schaffenskraft.

„Ich bin definitiv auf dem richtigen Weg“, sagt Gastelum. „Ich habe im vergangenen Jahr einiges erreicht, ich werde unter anderem drei Veranstaltungen angeführt haben.“

Gastelum ist einer der wenigen Kämpfer, die in einem Kalenderjahr im Hauptkampf von drei UFC-Events stehen, ohne dass es um einen Titel geht. Im ersten Hauptkampf bezwang er Ex-Weltmeister Vitor Belfort vorzeitig in Brasilien – auch wenn ihm der Sieg aberkannt wurde, nachdem ihm die Einnahme von Marihuana nachgewiesen wurde. Im zweiten Hauptkampf unterlag er Ex-Weltmeister Chris Weidman. Im dritten Hauptkampf stellt er sich zum dritten Mal in Folge einem ehemaligen Champion. Seine Titelpläne schließen allerdings nicht nur das Mittelgewicht mit ein.

„Vielleicht bleibe ich tatsächlich im Mittelgewicht, wer weiß“, sagte Gastelum. „Aber ich denke, ich könnte auch im Weltergewicht um den Weltmeistertitel kämpfen. Ich will gegen Tyron Woodley antreten.“

Gastelum befindet sich in einer interessanten Position. Im Mittelgewicht hat er eine Bilanz von 3-1 – theoretisch sogar 4-1, wenn er sich den Ausrutscher mit dem Marihuana nicht geleistet hätte. Allerdings hat er im Weltergewicht noch einige Rechnungen offen, unter anderem mit Woodley, der ihn 2015 geteilt nach Punkten besiegte. Kann man also zu dem Schluss kommen, dass Gastelum einer von der hartnäckigen Sorte ist?

Er lacht.

„In gewisser Weise schon“, sagt Gastelum. „Aber ich glaube wirklich, dass ich im Weltergewicht etwas reißen kann. Wenn ich es richtig anstelle, kann ich es schaffen. Die Gewichtsprobleme waren meiner Unreife geschuldet. Ich habe daraus gelernt und weiß, dass ich es besser machen kann.“

Es zeugt von Charakter, dass Gastelum für seine vergangenen Gewichtsprobleme die Verantwortung übernimmt. Es ist nicht einfach, im Auge der Öffentlichkeit erwachsen zu werden, aber bislang hat er alle Hürden überwunden. Nun ist er reif für noch größere Aufgaben.

„Ich habe in diesem Jahr ausschließlich gearbeitet“, sagt er. „Ich habe meine Klappe nicht aufgerissen, sondern gearbeitet und gekämpft. Ich will es an die Spitze schaffen.“

2017 wird der Junge aus Yuma drei Veranstaltungen in Brasilien, New York und jetzt in Shanghai angeführt haben. Er betrachtet das nicht als selbstverständlich, auch wenn er darüber keine großen Worte verliert.

„Ich bin nicht sehr geschwätzig, aber ich bin sehr dankbar für die Chancen, die die UFC mir gegeben hat“, sagt Gastelum. „Ich genieße den Augenblick, denn morgen könnte schon alles vorbei sein. Ich fühle mich gesegnet.“

Die „UFC Fight Night“ in Shanghai, China läuft am 25. November live auf UFC FIGHT PASS.

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Samstag, Dezember 16
8PM/5PM
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Winnipeg, Canada

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