Gray Matters - Teil 1

Hier klicken für die erste Ausgabe des Blogs von UFC Leichtgewichtsherausforderer Gray Maynard

Es dauert nicht mehr lange bis zu meinem Rückkampf gegen Frankie Edgar in Las Vegas. Fast drei Jahre sind vergangen seit ich ihn besiegt habe. Aber an Neujahr wird im MGM Grand die Weltmeisterschaft im Leichtgewicht auf dem Spiel stehen.

Viele Menschen fragen mich, ob ich mich als ungekrönten Champion betrachten würde, da ich Edgar besiegt habe und Edgar mich besiegen müsse, um zu beweisen, dass er der „wahre Champion“ ist. Ich weiß solche Gedanken zu schätzen, aber für mich steht außer Frage, dass Frankie der wahre Champion ist und ich ihn am nächsten Wochenende besiegen muss.

In diesem Sport läuft es nicht so, dass man gegen jeden in der Gewichtsklasse antritt und dann am Ende der Saison der Meister feststeht. In diesem Sport wird man Champion, indem man den Champion besiegt. Und Frankie Edgar hat den Champion, BJ Penn, besiegt – zweimal. Das macht ihn zur Nummer eins. Mir gegenüber muss er überhaupt nichts beweisen. Es zählt nur das, was an Neujahr im Octagon passieren wird.

Ich werde auch oft gefragt, ob ich sauer bin, weil Frankie vor mir einen Titelkampf bekam, obwohl ich ihn besiegt habe. Ich bin nicht sauer. So denke ich einfach nicht. Die Dinge werden ihren Lauf schon nehmen. Ich verschwende keine Gedanken an Kommentare wie „Oh, warum haben sie mich übergangenen? Warum ist mir das passiert? Das ist nicht richtig!“ Das ist nicht mein Stil.

Frankie hatte seinen Titelkampf verdient, und ich verdiene meinen.

Manche Menschen sagen: „Aber BJ Penn zu besiegen, um Weltmeister zu werden, bedeutet mehr, als Edgar zu besiegen.“ Ach ja, wirklich? Denn Edgar hat Penn zweimal besiegt. Wer weiß, vielleicht kehrt Penn für einen Kampf gegen mich ins Leichtgewicht zurück, wenn ich den Titel gewinne. Aber ich darf mich nur auf denjenigen konzentrieren, der vor mir steht; und das ist momentan Frankie Edgar. Ich will den Gürtel über Jahre hinweg halten und alle möglichen Herausforderer besiegen.

Ich bin bereit. Ich will Frankie gegenüber nicht respektlos erscheinen, er ist ein großartiger Champion und ein Gentleman, und ich respektiere ihn sowohl als Sportler als auch als Menschen. Aber er wird diesen Gürtel verlieren und ihn nie wieder tragen.

Es ist nichts persönliches, so ist der Sport nun einmal. Ich bin keiner dieser Kämpfer, die meinen, sie müssten einen Grund erfinden, um ihren Gegner zu hassen, damit sie eine Motivation haben, jeden Tag ins Gym anstatt zu einem Fastfood-Restaurant zu fahren. Zu siegen, näher ans Titelgeschehen zu rücken, den Titel zu gewinnen, den Titel zu verteidigen und irgendwann eine Größe in diesem Sport zu werden, ist meine Motivation.

Mir ist es egal, ob mein Gegner ein schlechter oder ein guter Mensch ist. Wenn jemand zustimmt, gegen mich zu kämpfen, werde ich ihm in bestmöglicher Verfassung gegenübertreten. Und ich werde bereit sein, ihm so schwer zuzusetzen, wie ich kann – egal ob er ein guter Mensch ist oder nicht.

Wenn sich jemand wie ein Idiot verhält und ich ihn deswegen umso lieber verhauen würde, ist das natürlich kein Nachteil. Aber ich muss mich nicht davon überzeugen, dass jemand ein Idiot ist, wenn er es nicht ist. Ich trainiere so oder so sehr hart und versuche, mich stets zu verbessern.

Ich denke, die Fans sind für einen großen Kampf zwischen Sportlern wie Frankie und mir bereit, die sich keine Wortgefechte liefern, sondern die einfach alles geben und im Octagon ihr Herz lassen – ohne vorher irgendwelche blöden und falschen Kommentare abzugeben.

Wie viele Reinfälle haben wir schon von diesen Sprücheklopfern erlebt? Man kann die Fans auf einen Kampf heiß machen, man kann viele Sprüche klopfen und sagen, dass man einen brutalen KO erzielen wird. Aber dann muss man das auch umsetzen. Gelingt einem das nicht, steht man wie ein Depp da. Wie oft ist es schon der Fall gewesen, dass diese Sprücheklopfer genau das Gegenteil von dem gemacht haben, was sie angekündigt hatten?

Wenn man seinen Gegner nicht hasst, sollte man den Fans nicht erzählen, dass man nur Hype erzeugen wollte. Damit macht man sich nur lächerlich, vor allem, wenn man gleich nach dem Kampf zugibt: „Hey, ich habe nur den Kampf bewerben wollen und meine die ganzen Dinge, die ich gesagt habe, in Wahrheit überhaupt nicht so.“ Damit gibt man zu, dass man die Fans angelogen hat und sich vor dem Kampf wie ein Clown benommen hat und einem Drehbuch gefolgt ist, das man selbst geschrieben hat – nur um etwas Aufmerksamkeit zu bekommen.

Bei mir gibt es keine Drehbücher. Ich hoffe, dass sich der Sport nicht dahingehend entwickelt, dass man von allen erwartet, dass sie Sprüche klopfen. Das ist die UFC, nicht Jersey Shore. Ich bin kein Schauspieler. Ich verdiente mir den Titelkampf, indem ich ich selbst blieb – ohne Schnickschnack, einfach nur harte Arbeit.

Und in weniger als zwei Wochen werde ich der Weltmeister im Leichtgewicht sein.

Mehr Informationen über Gray findet ihr auf seiner Internetseite: www.graymaynard.com

 

Gray Maynard unterhielt sich mit Ant Evans

Multimedia

Kürzlich
Hector Urbina and coaches from Team Edgar watch film in preparation for his prelim fight with Cathal Pendred. Despite having only 17 seconds of Octagon footage to work with, coach Edgar helps Urbina work out the kinks.
23.04.2014
Irishman Cathal Pendred and Team Penn coaches go over strategy before his prelim bout against Hector Urbina. Pendred, who received a bye in the elimination round, eagerly wants to prove he belongs in the Ultimate Fighter house.
23.04.2014
After getting through the elimination round on a free pass, Irishman Cathal Pendred is quickly put to the test by Mexico's Hector Urbina. Find out who comes out on top this Wednesday at 10pm/7pm ETPT on FOX Sports 1.
22.04.2014
Joseph Benavidez talks to SHOOTMedia about his loss to Demetrious Johnson, his upcoming fight against Elliot, training camp, and the departure of his friend and coach Duane "Bang" Ludwig from Team Alpha Male.
22.04.2014