Holloway will Aldo und die Welt schocken



Für die Seniorinnen und Senioren im hawaiianischen Waianae ist Max Holloway ein Superstar.

„Es ist schon witzig, einige meiner Fans in Hawaii sind ältere Menschen“, sagte der Interimstitelträger im Federgewicht, der Samstagnacht bei UFC 212 in Rio de Janeiro gegen den Weltmeister Jose Aldo zu einem Titelvereinigungskampf antritt. „Viele Omas und Opas schauen sich die Nachrichten an. 70-Jährige kommen zu mir her und weinen. Sie danken mir für das, was ich tue – und das ist riesig. In Hawaii hatten wir ewig keinen Champion mehr. Sie helfen mir und unterstützen mich.“

Seit 2010, als BJ Penn den Weltmeistertitel im Leichtgewicht hielt, hatte die Inselgruppe keinen Champion mehr. Aber im vergangenen Dezember brachte Holloway einen Gürtel nach Hawaii, nachdem er Anthony Pettis durch technischen Knockout bezwungen hatte. Es ist vielleicht noch nicht der Weltmeistertitel, den Holloway so gerne hätte, aber darum kann er sich Samstagnacht kümmern, wenn er auf einen Mann trifft, den er seit seinen Teenagerjahren bewundert.

„Seit ich 17 bin, will ich gegen diesen Typen kämpfen“, sagte Holloway über Aldo. „Jetzt bin ich 25 und er steht immer noch an der Spitze der Federgewichtsklasse. Das ist fast schon surreal.“

Samstagnacht ist es nicht mehr surreal, sondern real, wenn Holloway gegen ihn ins Octagon steigt. Holloway gewann zuletzt zehnmal in Folge und verbesserte sich dabei von Kampf zu Kampf. Bei Aldo fragen sich viele, ob er noch derselbe Kämpfer ist, der er war, bevor Conor McGregor ihn im Dezember 2015 in 13 Sekunden ausknockte – und das, obwohl Aldo im Juli 2016 mit einem dominanten Sieg über Frankie Edgar in die Erfolgsspur zurückkehrte. Holloway ist davon überzeugt, dass Aldo nicht nachgelassen hat. Er hat sich auf genau den Killer vorbereitet, der als das beste Federgewicht aller Zeiten gilt.

„Im MMA-Sport kann man sich immer verbessern“, sagte Holloway. „Es ist leicht, jemanden zu verurteilen und mit dem Finger auf ihn zu zeigen, wenn man sich seine Kämpfe ansieht. Aber es ist völlig anders, wenn man ihm Auge in Auge gegenübersteht. Aldo denkt, er habe bei mir Schwächen entdeckt und ich denke, ich habe bei ihm Schwächen entdeckt. Bald werden wir herausfinden, wer richtig liegt. Dieser Typ reißt seine Klappe auf, er sagt, ich würde mich selbst belügen. Das verleiht mir Selbstvertrauen. Nein, nein, nein! Ich habe mich nie selbst belogen. Ich bin mit mir immer ehrlich gewesen und ich weiß, was ich im Octagon alles machen werde.“

Wenn Holloway einmal in Fahrt gekommen ist, spricht er wie ein besonders eifriger Pfarrer bei der Sonntagspredigt. Er spricht schneller, lauter und intensiver. Diese Hingabe zeigt sich auch am Kampfabend. Schon bevor sich die Tür des Octagons schließt, ist Holloway heiß und bereit, zu kämpfen – und er hofft, dass Aldo das auch ist.

„Für alles, was ich je hatte, habe ich hart arbeiten müssen“, sagte Holloway. „Mein Papa und meine Oma haben mir das eingepflanzt, als ich noch ein junger Mann war: Wenn man etwas will, muss man es sich holen. Deswegen will ich gegen den Besten kämpfen. Ich will keine Entschuldigungen hören. Hör damit auf. Ich bin bereit, ich habe meinen Job erledigt und nun musst du deinen Job erledigen. Du musst in bestmöglicher Verfassung zum Kampf erscheinen, denn ich werde das auch tun.“

Holloway befindet sich derzeit in der Form seines Lebens, aber er hat nicht vergessen, wie es war, als er 2013 nacheinander gegen Dennis Bermudez und Conor McGregor verlor und sich fragte, ob er entlassen würde, wenn er den kurzfristig angenommenen Kampf gegen Will Chope verliert. Holloway trat an, um seinen Platz in der UFC zu verteidigen – und hat seitdem nicht mehr verloren. Mittlerweile ist er der Interimstitelträger im Federgewicht und nur einen Sieg davon entfernt, den Gürtel des Weltmeisters um seine Hüften zu schnallen. Wer Inspiration sucht, findet sie bei Holloway.

„Ich versuche nicht, durchschnittlich zu sein“, sagte er. „Wenn man versucht, durchschnittlich zu sein, dann bedeutet das, man kommt nur über die Runden. Ich will nicht nur über die Runden kommen. Ich versuche, ein Vermächtnis zu hinterlassen. Ich versuche, meinem Sohn zu zeigen, dass man hart arbeiten muss, wenn man etwas haben will. Ich will den Kids aus Waianae, Hawaii und der ganzen Welt zeigen, dass man sich das, was man haben will, selbst holen muss. Hört auf niemanden. Es gibt nur eine Person, die an euch glaubt und das seid ihr selbst. Niemand anderes kann das für euch tun. Niemand kann euer Kreuz tragen, niemand kann euch aufwachen und euren Job erledigen. Das ist meine Einstellung. Ich glaube daran, dass alles aus einem Grund geschieht. Ich bin über die beiden Niederlagen sogar froh. Ich habe kurzfristig einen Kampf gegen Will Chope angenommen und jetzt sind wir hier.“

Er hält kurz inne und lacht.

„Wenn ich jedem zugehört hätte, der sagte, ich würde es nie schaffen und dafür einen Cent bekommen hätte, dann wäre ich jetzt ein Trillionär“, sagte Holloway. „Ich sollte eigentlich gar nicht hier sein. Das haben mir die Menschen immer einreden wollen. Mir war das egal. Ihr glaubt nicht an mich? Cool, schaut einfach zu.“

Mittlerweile gibt es nur noch wenige, die nicht an ihn glauben, aber Holloway muss davon überzeugt sein, dass es viele sind. Damit motiviert sich der stolze Hawaiianer. Wenn er Samstagnacht gewinnt, weiß er schon genau, wie es weitergehen wird.

„Wenn ich diesen Gürtel gewinne, dann mache ich weiter wie bisher“, sagte er. „Ich lege ihn neben den anderen Gürtel in den Schrank und versuche, mir noch zehn bis fünfzehn weitere zu holen. Es heißt dann nicht ‚Was nun?‘, sondern ‚Wer ist als nächstes an der Reihe?‘.“

Das Hauptprogramm von UFC 212 in Rio de Janeiro läuft in der Nacht vom 3. auf den 4. Juni live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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