Covington will keine Freundschaften schließen

Colby Covington wusste, dass er etwas ändern musste. 2014 kam er mit einer makellosen Bilanz von 5-0 in die UFC. Er besiegte Talente, Veteranen und schon bald bekam er größere Kämpfe angeboten.

Obwohl er seine Bilanz auf 11-1 ausbaute, kam er in der starken Weltergewichtsklasse irgendwie nicht vorwärts.

„Ich weiß schon sehr lange, dass ich der beste Kämpfer der Welt bin“, sagte Covington. „Ich trainiere beim American Top Team mit den besten Jungs der Welt. Ich wusste, wie gut ich war und ich wusste, dass es nur eine Frage der Zeit sein würde, bis ich um den Weltmeistertitel kämpfe.“

Samstagnacht wird es soweit sein, wenn er bei UFC 225 in Chicago im Kampf um den vakanten Interimstitel im Weltergewicht auf Rafael Dos Anjos trifft.

„Das hat länger gedauert, als ich erwartet hatte“, sagte Covington, der beschloss, etwas an seiner Herangehensweise zu ändern, um mehr Aufmerksamkeit und die ganz großen Kampfangebote zu bekommen.


Als „Chaos“ Covington versetzte er die Kampfsportwelt mit seinen provokanten Sprüchen in den sozialen Medien und in Interviews in Aufruhr. Sportlich lief es weiterhin prima, er siegte nacheinander gegen Dong Hyun Kim und Demian Maia. Und jetzt ist er ein Titelherausforderer. Aber ist das das Ergebnis von Colby Covington, dem Kämpfer, oder von „Chaos“ Covington, dem professionellen Sprücheklopfer?

„Von beidem ein bisschen“, sagte der 30 Jahre alte US-Amerikaner. „Ich bin heutzutage ein clevererer Geschäftsmann und ich weiß, was ich tue. Vorher hatte ich keinen Plan. Ich kämpfte einfach nur und ließ alle wissen, dass ich gegen jeden kämpfe, dass ich gegen die Besten kämpfen will. Aber niemand wollte gegen mich kämpfen. Da wurde mir klar, dass ich etwas ändern und mich selbst besser promoten musste. Ich wusste, was zu tun war, ich wusste, wie ich die Aufmerksamkeit der Menschen auf mich ziehen kann.“

Samstagnacht kämpft er um einen Weltmeistertitel, seine Marketingstrategie scheint also aufgegangen zu sein. Aber genießt er auch seinen neugewonnen Ruhm?

„Den genieße ich wirklich“, sagte Covington. „All die Nerds, die chipsfressenden Waschlappen machen online auf dicke Hose. Ich liebe es, ihre unwichtigen Meinungen zu hören und gewinne immer neue Fans dazu. Mir macht das Spaß. Davon habe ich geträumt, ich kann den Kampf nicht mehr erwarten.“

Auch andere Sportler haben schon einen solchen Weg eingeschlagen, aber nur wenige hatten damit so viel Erfolg wie Covington. Ihn überrascht das nicht.

„Den meisten Menschen ist wichtig, was andere Menschen über sie denken und sie wollen obendrein keine Gefühle verletzen“, sagte er. „Wir befinden uns nicht im Emotionengeschäft, sondern im Kampfsportgeschäft. Trotzdem will hier jeder Freundschaften schließen. Ich bin nicht hier, um Freundschaften zu schließen, sondern um Geld zu verdienen.“

Samstagnacht wird er definitiv eine Stange Geld verdienen und er könnte sich zudem einen goldenen Gürtel um die Hüfte schnallen. In anderen Worten: Er könnte zwei seiner Ziele erreichen. Dann bleibt abzuwarten, ob er für immer „Chaos“ bleiben wird oder ob wir nach dem 10. Juni einen anderen, freundlicheren und höflicheren Colby sehen werden.

„Ich werde nichts verraten – und das, obwohl ich der König der Spoiler bin“, sagte er mit einem Lachen.

Mit seinen Tweets und Interviews erzürnte und unterhielt er viele Menschen. Samstagnacht muss er seinen Worten auch Taten folgen lassen. Vor allem den Worten über Rafael Dos Anjos, einem ehemaligen Weltmeister im Leichtgewicht, der seit seinem Wechsel ins Weltergewicht dreimal in Folge gewann.

„Ich sehe einen Typen, der von Federgewichten zerstört wurde“, sagte Covington über Dos Anjos. „Für die Gewichtsklasse ist er nicht gerade groß. Er wirkt selbstbewusst und glaubt, was die anderen Menschen zu ihm sagen. Jeder sagt ihm, er sei ein Gott, er sei im Weltergewicht unaufhaltsam. Aber nachdem ich ihn geschlagen habe, werden dieselben Menschen zu ihm sagen, er hätte im Leichtgewicht bleiben sollen, er sei zu alt, er hätte niemals um einen Weltergewichtstitel kämpfen dürfen. Mich beeindruckt er nicht. Er ist nur ein kleiner Typ mit großem Selbstbewusstsein.“

Zwar gibt Covington zu, dass ein Titelgewinn das wäre, „wovon ich immer geträumt habe“, doch hat er nicht vor, dann im Octagon ein paar Freudentränen zu vergießen.

„Wenn ich nach einem Sieg über Rafael Dos Nachos so tun würde, als wäre das eine große Sache, wäre es unehrlich – denn es würde bedeuten, dass ich nicht geglaubt hätte, ihn besiegen zu können“, sagte Covington. „Ich gehe davon aus, dass ich ihn nicht nur besiegen, sondern dominant besiegen werde. Ich habe keine emotionale Bindung zu diesem Kampf. Im Anschluss werde ich mich größeren und besseren Dingen widmen.“

Das Hauptprogramm von UFC 225 in Chicago läuft in der Nacht vom 9. auf den 10. Juni live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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