Dos Anjos will Covington brechen

Rafael dos Anjos hat 14 Kämpfe in der Leichtgewichtsklasse der UFC gewonnen.

Im Frühling 2015 setzte er sich an die Spitze einer der am härtesten umkämpften Gewichtsklassen der Liga ab, als er Anthony Pettis meisterhaft durch konstanten Druck und effektives Taktieren entthronte und die „Showtime“-Ära beendete, bevor sie richtig starten konnte. Neun Monate später stieg er ins Octagon und beendete Donald Cerrones damals zwei Jahre und acht Kämpfe anhaltende Siegesserie innerhalb kürzester Zeit. Damit hatte er seinen Status als eines der besten Leichtgewichte der Welt zementiert.

Aber trotz all dieses bisherigen Erfolgs ist sich der 33-jährige Brasilianer sicher, dass er ein noch höheres Niveau erreicht hat, seitdem er hoch ins Weltergewicht gewechselt ist.

Cerrone vs Dos Anjos in 2013 (Photo by Ed Mulholland/Zuffa LLC)„Ich fühle mich definitiv besser als je zuvor in meiner Karriere“, so dos Anjos, der sich mit drei aufeinanderfolgenden Siegen gegen Kontrahenten aus der Top Ten einen Interims-Titelkampf gesichert hat, der an diesem Wochenende bei UFC 225 gegen Colby Covington stattfinden wird. „Körperlich und mental bin ich auf dem Zenit meiner Laufbahn und habe einfach Spaß an dem, was ich mache.“

Im Anschluss an seinen Sieg gegen Cerrone, den er beim letzten UFC-Event des Jahres 2015 holte, leistete dos Anjos sich einen Patzer und verlor seinen Titel an Eddie Alvarez, bevor er eine eindeutige Punktentscheidung an Tony Ferguson abgab. Erst einmal zuvor in seiner Karriere hatte er zwei Kämpfe nacheinander verloren, und das signalisierte dem talentierten Veteranen, dass es an der Zeit für eine Veränderung war.

Zwar gilt das Leichtgewicht gemeinhin als die talentreichste Gewichtsklasse der UFC, das Weltergewicht ist aber kaum weniger stark, was Spekulationen anheizte, wie sich der frühere Leichtgewichts-Champion im Limit bis 77 Kilo schlagen würde.

Nachdem er 2017 einen arbeitsintensiven Debüt-Punktsieg gegen den früheren Strikeforce-Champion Tarec Saffiedine holte, legte dos Anjos im gleichen Jahr noch zweimal in Kanada nach, indem er zunächst Top-Ten-Dauermitglied Neil Magny bei UFC 215 in Edmonton nach wenigen Minuten zur Aufgabe zwang, bevor er den früheren Champion Robbie Lawler über fünf harte Runden in Winnipeg besiegte.

„Ich glaube, dass ich nach meinem ersten (Weltergewichts-) Kampf gegen Tarec in den Kämpfen gegen Neil und dann gegen Robbie noch besser geworden bin“, so der talentierte Rechtsausleger, der an diesem Wochenende in Chicago zum 25. Mal ins Octagon steigen wird. „Ich finde, dass ich mit jedem Kampf besser geworden bin, mich weiterentwickeln und an die neue Gewichtsklasse anpassen konnte.“

„Ich habe mit massigeren Jungs trainiert und ich konnte dabei jedes Mal Anpassungen vornehmen und ein wenig besser werden – und wenn es nur ein halbes Prozent war. Ich versuche immer, besser zu werden, Neues im Training und über meinen Körper zu lernen. So habe ich es schon immer gehalten.“

Seitdem die Entscheidung gefallen ist, sich ein neues Zuhause im Weltergewicht zu suchen, ist dos Anjos hochfokussiert darauf, Randy Couture, BJ Penn, Conor McGregor und Georges St-Pierre im elitären Klub derer beizutreten, die UFC-Titel in zwei Gewichtsklassen gewonnen haben.

Diese Chance bekommt er an diesem Wochenende, wenn er im Co-Hauptkampf des Abends auf Covington trifft.

„Das ist sehr wichtig für mein Vermächtnis”, sagt dos Anjos. „Dieses Jahr feiere ich mein zehnjähriges Jubiläum in der UFC – es war bis hierher schon eine lange Reise, ich habe viele Schlachten geschlagen. Ich war der erste Leichtgewichts-Champion aus Brasilien, und jetzt bin ich dabei, auch Weltergewichts-Champion zu werden.“

„Ich bin gesegnet, und wenn du die Dinge im Leben auf die richtige Art und Weise angehst, dann werden gute Dinge geschehen. Ich freue mich einfach, dass ich Kämpfen und auf meinem persönlichen höchsten Level Leistung bringen kann.“

Rein sportlich gesehen ist die Ansetzung gegen Covington ein stilistisch interessantes Duell. Der sture Kämpfer aus dem American Top Team bringt einen auf starken Druck ausgelegten Kampfstil mit ins Octagon, den er sich über viele Jahre auf den Ringermatten angeeignet hat. Im Laufe der letzten beiden Jahre hat “Chaos” fünf aufeinanderfolgende Kämpfe gewonnen – die zermürbenden Siege gegen Max Griffin, Dong Hyun Kim und Demian Maia haben ihn bis fast an die Spitze der Rangliste im Weltergewicht geführt.

RDA at UFC 225 check-ins (Photo by Juan Cardenas/Zuffa LLC)Was die Erwartungshaltung für seine Kämpfe aber beinahe noch mehr hat ansteigen lassen, sind Covingtons scheinbar tabulos aggressive Nutzung der sozialen Medien und seine provokanten Interviews. Nach acht Monaten voller via Twitter verbreiteter Beleidigungen und TV-Auftritten als Bösewicht sind Fans und Experten gleichermaßen gespannt auf den anstehenden Showdown, der zeigen wird, ob der stolze Brasilianer dos Anjos den rüpelhaften Amerikaner für seine Worte bezahlen lassen kann.

Dos Anjos ist sich Covingtons diverser Kommentare zwar sehr wohl bewusst, der wieder aufstrebende ehemalige Leichtgewichts-Champion fokussiert sich aber lieber auf das, was sein Gegner im Käfig gegen ihn aufzubieten hat und auf das Ausnutzen derjenigen Vorteile, die er gegenüber Covington mit in das Duell bringt.

„Ich weiß, dass er mit aller Kraft nach vorne gehen wird – er ist ein massiger Typ und ein Ringer, er wird also versuchen, mich zu Boden zu bringen und die Oberlage zu behalten; das ist seine klassische Strategie“, sagt er über Covington. „Aber ich habe mich stark verbessert, unter anderem im Ringen.“

„Das hier wird sein erster Fünf-Runden-Kampf sein und ich denke, dass er Schwierigkeiten haben wird, fünf Runden mit mir zu gehen. Ich bin konditionell in sehr guter Verfassung, ich fühle mich bestens und ich denke, dass das ein Vorteil für mich sein wird. Das hier wird mein 38. Kampf sein – ich bin schon so lange Teil dieses Sports – und ich weiß, wie es sich anfühlt, fünf Runden lang zu kämpfen. Ich glaube, dass meine Erfahrung ein wichtiger Faktor in diesem Kampf sein wird.“

„Ich glaube, dass die Leute sich für einen bestimmten Weg entscheiden, um sich selbst zu vermarkten, und er hat eben diesen Weg gewählt – den Weg, über das Heimatland anderer Menschen zu reden, um den Kampf und sich selbst zu vermarkten“, so dos Anjos über Covingtons Kommentare bezüglich Brasilien. „Ich finde nicht, dass das der richtige Weg ist, aber ich spüre keinen Extra-Druck [, ihn für Brasilien zum Schweigen zu bringen].“

„Ich muss für mich selbst gewinnen – für meine Familie und für mich selbst. Ich bin ein sehr ehrgeiziger Sportler, und sobald ich ins Octagon steige, bin ich ein kaltblütiger Kämpfer, der keine Emotionen in sich trägt.“

Und mit dem Interims-Titel des Weltergewichts in Sichtweite sowie einem möglichen Titel-Vereinigungskampf im späteren Verlauf des Jahres am Horizont ist das exakt, was dos Anjos für dieses Wochenende plant: einmal mehr eine kaltblütige Leistung im Käfig abzuliefern.

„Ich glaube, dass ich ihn noch vor der fünften Runde besiegen werde”, so ein selbstbewusster dos Anjos. „Es ist eine Frage der Zeit. Ich werde ein paar Runden brauchen, um ihn einschätzen zu können, Schwächen zu finden und ihn dann zu brechen – ihn mental Stück für Stück näher ans Aufgeben zu bringen.“

„Ich glaube nicht, dass dieser Kampf fünf Runden lang gehen wird.“

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