Jones hält sich für einen besonderen Kämpfer

Jon Jones entschuldigt sich für viele Vorfälle, die sich in den letzten paar Jahren ereignet haben. Für den Glauben daran, dass er noch immer derselbe besondere Kämpfer ist, den viele sogar den Besten aller Zeiten nennen, entschuldet er sich nicht.

„Ich glaube das von ganzem Herzen“, sagt Jones vor seinem Rückkampf gegen Daniel Cormier bei UFC 214. „Und ich denke, es ist wichtig, dass wir glauben, etwas Besonderes zu sein. Das sind wir uns selbst schuldig. Was bringt es uns, wenn wir uns für durchschnittlich halten? Vielleicht sind wir durchschnittlich, aber dann müssen wir uns eben davon überzeugen, dass wir etwas Besonderes sind. Ich werde mich dafür nicht entschuldigen. Ich will das auch meinen Kindern beibringen. Sie sollen glauben, dass sie aus einem guten Grund auf der Erde sind und dass ihre Existenz etwas ist, das man feiern sollte. Wir alle sind besonders – auf unsere eigene Art und Weise. Ja, ich glaube absolut, dass ich etwas Besonderes bin und dafür werde ich mich nicht entschuldigen.“

Um seine Ansicht zu untermauern, muss Jones nur auf seine Kampfbilanz verweisen. Er hält den Rekord für die meisten Siege im Halbschwergewicht, er bezwang sechs amtierende oder ehemalige Weltmeister und verlor dabei kaum mal eine Runde. Schon 2008, als er in der UFC debütierte, galt der New Yorker als Prototyp des modernen MMA-Kämpfers – und bislang hat niemand zu ihm aufgeschlossen.

Oder doch? In den vergangenen 30 Monaten hat Jones nur ein einziges Mal gekämpft und ansonsten nur mit Skandalen auf sich aufmerksam gemacht. Könnte ihm das den Rückkampf gegen Cormier kosten?

Sein Team verneint diese Frage, das ist verständlich. Jones verneint sie ebenfalls, aber was soll er auch sonst sagen? Die Antwort liegt vielleicht in der Art und Weise, wie er über den zweiten Kampf gegen Cormier spricht und darüber, was ihn noch motiviert, wo er den zweifachen Olympia-Teilnehmer doch schon einmal bezwungen hat.

„Man muss sich bewusst machen, dass er gefährlich ist, aber man muss auch an sich glauben“, sagt Jones. „Daniel hat nur gegen mich verloren und jeder weiß, wie viel ihm dieser Kampf bedeutet. Er bedeutet ihm sehr viel, das muss man respektieren. Ich habe so viele Jahre lang gewonnen, weil ich Respekt habe, weil ich weiß, dass an einem Tag jeder gewinnen und jeder verlieren kann. Eines meiner Lieblingszitate ist: ‚En Schwarzgurt ist kein Schwarzgurt wegen der Dinge, die er weiß. Ein Schwarzgurt ist ein Schwarzgurt, weil er weiß, was er alles nicht weiß.‘ Man ist ein Schwarzgurt, wenn man weiß, dass man nicht alles weiß und dass es da draußen jemanden gibt, der gerade hart trainiert, um einen irgendwann zu besiegen.“

Ein Kämpfer kann alle Menschen belügen, er kann auch sich selbst belügen, aber er kann nie den Sport belügen. Jones weiß das. Er hat in den letzten neun Jahren vieles erlebt: Gutes, Schlechtes, richtig Übles. Aber wenn es an der Zeit war, ins Octagon zu steigen, dann rief er immer seine Leistung ab. Egal was er im Trainingslager tat oder am Abend vor dem Kampf – das Ergebnis war immer dasselbe. Das macht einen besonderen Kämpfer aus. Die letzten beiden Jahre haben ihn auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Er hat die Rückschläge überwunden und ist jetzt nur noch 25 Minuten davon entfernt, sich den Weltmeistertitel im Halbschwergewicht zurückzuholen, den er nie im Octagon verloren hat. Das Wissen darüber führte am 19. Juli an seinem 30. Geburtstag zu einem interessanten Selbstgespräch.

„Ich habe mir selbst ins Gewissen geredet“, sagt Jones. „Mit 30 muss man definitiv mehr von sich erwarten und versuchen, alles besser zu machen. Mit 30 ist man kein Kind mehr, es gibt keine Ausreden mehr, wenn man Mist baut und kindische Dinge macht. Man muss erwachsen werden – und das bin ich. Ich schulde es mir selbst, härter zu trainieren, alles besser zu machen und verantwortungsvoller zu sein und bessere Entscheidungen zu treffen.“

Es scheint, als ließe Jones seinen Worten auch Taten folgen und als würde er sich heutzutage aufs Wesentliche konzentrieren. Und wenn alles glatt geht, dreht sich ab Samstagnacht alles nur noch um seine Kämpfe und seine Zukunft.

„Samstagnacht beginnt ein neues Kapitel in meinem Leben“, sagt Jones. „Man wird mich nicht mehr zu meinem Fehlverhalten befragen, wegen dem ich suspendiert wurde. Man wird mich fragen, wie es sportlich weitergeht. Darauf freue ich mich. Es ist ein Neuanfang. Ich habe mir selbst schon vergeben und ich denke, die Fans werden sich darauf freuen, wie es mit mir weitergeht. Ich fühle mich wiederbelebt.“

Der Sport könnte einen besonderen Jon Jones gebrauchen, einen, dem der Nachwuchs nacheifert, wenn er zuhause Schläge und Drehkicks übt. Er will wieder ein Vorbild sein, auch wenn ihm klar ist, dass die Menschen die letzten beiden Jahre nicht einfach vergessen werden. Aber das macht ihm nichts aus, wenn sie diese Zeit genauso als Lernerfahrung betrachten wie er.

„Wenn meine Geschichte und meine Schwierigkeiten auch nur einem Menschen helfen, schlechte Zeiten zu überstehen, dann erfüllen sie ihren Zweck“, sagt Jones. „Ich kann ein Vorbild sein, auf eine krude Art und Weise. Tatsache ist, dass es viel mehr Menschen mit Problemen gibt als Menschen, die ein perfektes Leben führen, wie Daniel Cormier es von sich behauptet. Die Menschen können ruhig sagen: ‚Schaut euch den an, der hat nicht aufgegeben.‘ Ich weigere mich, aufzugeben und mich geschlagen zu geben.“

Das Hauptprogramm von UFC 214 läuft in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.
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