Lee will Barboza plätten

ATLANTIC CITY, NJ - APRIL 20: <a href='../fighter/Kevin-Lee'>Kevin Lee</a> poses on the scale during the <a href='../event/UFC-Silva-vs-Irvin'>UFC Fight Night </a>weigh-in at the Boardwalk Hall on April 20, 2018 in Atlantic City, New Jersey. (Photo by <a href='../fighter/Patrick-Smith'>Patrick Smith</a>/Zuffa LLC/Zuffa LLC via Getty Images)
Kevin Lee ist kein Mann weniger Worte. Aber das redselige Leichtgewicht fasste sich auf Twitter sehr kurz, nachdem Khabib Nurmagomedov gegen Al Iaqinta bei UFC 223 den Titelgürtel gewonnen hatte:

21. April #UFCAtlanticCity #NeueMotivation

Die ersten beiden Teile des Tweets waren leicht zu verstehen, denn Lee führt heute Nacht das Programm der UFC Fight Night in Atlantic City mit einem Kampf gegen Edson Barboza an. Aber was hat es mit der neuen Motivation auf sich?

„Khabib rennt mit diesem Titel rum, das ist der Grund dafür“, so Lee. „Er ist stolz auf sich und hat noch immer diese imaginäre Null [in der Niederlagen-Spalte seiner Bilanz], und ich bin motiviert, die Eins zu werden. Ich hoffe, dass er nicht auf jemanden trifft, der das vor mir schafft.“

Das sind die ersten Salven, die er in Richtung des neuen Champions abfeuert. Nurmagomedov ist einer derjenigen Kämpfer, gegen die Lee schon seit Langem antreten will. Aber es wird keine Titelchance geben für “The Motown Phenom”, zumindest nicht allzu bald, wenn er nicht gegen Barboza gewinnt, der seinerseits zuletzt eine Punktentscheidung an Nurmagomedov verlor. Lee ist sich dieser Hintergrundgeschichte bewusst, und deswegen will er den brasilianischen Bomber noch deutlicher besiegen als „The Eagle” im Dezember.

„Sobald ich Khabib in die Finger kriege… Ich kann das kaum abwarten und ich denke, dass dieser nächste Kampf genau das zeigen wird“, so Lee. „Ich glaube, dass ich gegen einen besseren Edson Barboza antreten werde [als den, der gegen Nurmagomedov gekämpft hat]. Er hat noch nie zwei Kämpfe in Folge verloren, er ist jedes Mal starker zurückgekommen, wenn er einen Kampf verloren hat, und das ist, was ich auch in diesem Fall erwarte. Ich werde ihn trotzdem schlimmer zurichten als Khabib es getan hat.”

Eine von Lees großen Stärken ist sein Glaube an sich selbst und an seine Fähigkeiten. Und dieser Glaube hat ihn zu einem polarisierenden Charakter in der UFC gemacht. In Atlantic City wird er seinen 13. Auftritt im Octagon haben, und im Laufe des bisherigen Dutzends Kämpfe hat er mal wie ein Weltklasse-Talent ausgesehen, mal herzzerreißende Niederlagen erlitten und mehr verbale Schlachten geschlagen als viele seiner Kollegen im Leichtgewicht. Das ist eine Menge Stoff für knapp vier Jahre, die Lee nun Teil der UFC ist. Aber er hat in dieser kurzen Zeit bereits seine Marke gesetzt, und ob sie ihn nun lieben oder hassen, die Fans wollen ihn kämpfen sehen.

“Manchmal musst du die Stimmung aufsaugen, die dir entgegenschlägt und sie direkt zurückgeben“, so Lee. „Das ist ein Teil meiner Herangehensweise, aber ich beschäftige mich generell viel mit dem PR-Aspekt des Sports und frage Leute, die all das bereits hinter sich haben. Und einer der besten Sätze, die ich dabei gehört habe war: ‚Für die Dinge, für die sie dich jetzt hassen, werden sie dich später lieben. Der Unterschied ist nur, ob du gewinnst oder nicht.’ Und daran halte ich mich. Ja, ich sage hin und wieder ein paar verrückte Dinge, aber da steckt immer Wahrheit drin. Ich erfinde das Rad nicht neu; ich mache Dinge, die immer schon gemacht wurden, ich führe all das nur in ein neues Zeitalter.“

Sein Kampf in Atlantic City, einer Stadt mit einer langen Geschichte im Boxsport, ist Teil dieser Aufgabe, den Kampfsport in ein neues Zeitalter zu führen. Wie aus der Pistole geschossen zählt der aus Michigan stammende Lee die Namen derjenigen Faustkämpfer auf, die seinen Bundesstaat berühmt gemacht haben, darunter Joe Louis, Tommy Hearns und Floyd Mayweather. Diese Boxer haben auch noch immer einen großen Platz im Herzen derer, die in der Gegend um die Boardwalk Hall in Atlantic City leben. Lee will dafür sorgen, dass MMA-Kämpfern genau dieser Respekt eines Tages ebenfalls entgegenschlägt.

“Ich glaube, dass es kommen wird und dass es sogar schon langsam passiert“, so Lee. „Ein paar Jungs haben mittlerweile Promi-Status erreicht, und das ist, was dafür notwendig ist. Es braucht Geld, es braucht Star-Power und es braucht den einen Promi, der die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Wir bewegen uns langsam auf diesen Punkt zu, und in den nächsten zwei, drei Jahren werden wir sehen, wie der Sport explodiert. So läuft das in jedem anderen Sport. Ich freue mich, dass ich die Evolution des Kampfsports demonstrieren kann, gerade in der Boardwalk Hall. Diese Arena hat eine lange Geschichte im Boxen. Und jetzt bin ich hier, mit 25 Jahren, und ich zeige, dass eine neue Ära begonnen hat.“



Es ist beinahe schwer zu glauben, dass Lee erst 25 Jahre alt ist, wenn man bedenkt, was er seit seinem Octagon-Debüt Anfang 2014 im benachbarten Newark schon alles erreicht hat. Jetzt ist er zurück im „Garden State“ New Jersey. Muss Lee nach seiner Debüt-Niederlage gegen Al Iaquinta vor vier Jahren nun am Samstag einen Jersey-Fluch brechen?

“Ein wenig schon, ja, vor allem, wenn ich gegen jemanden wie Edson Barboza antrete”, sagt er. „Schau dir den Mann an, er ist unglaublich. Er ist ein personifiziertes Highlight-Video. Auch deswegen bin ich umso motivierter, ein besseres Ergebnis zu holen als beim letzten Kampf in Jersey. Ich habe dieses Mal eine andere Herangehensweise. Das letzte Mal war mein erster Kampf in der UFC und die erste Erfahrung auf diesem hohen Level. Mittlerweile habe ich Erfahrung auf der großen Bühne, ich habe in der größten Arena überhaupt gekämpft und dort den Hauptkampf bestritten. Jetzt, beim zweiten Mal, kann ich das alles ohne Nervosität genießen."

Lee bezieht sich auf den Hauptkampf von UFC 216 in der T-Mobile Arena in Las Vegas vergangenen Oktober, in dem er von Tony Ferguson zur Aufgabe gezwungen wurde. An jenem Abend ging es um den Interims-Titel im Leichtgewicht. Lee gibt zu, dass es eine Weile gedauert hat, bis die Enttäuschung über die Niederlage verflogen war, aber seitdem er über das Ergebnis hinweg ist, ist er motivierter als je zuvor, seine hoch gesteckten Ziele im Sport zu erreichen. Der erste Schritt ist ein Sieg am Samstag, und er ist bereit für die Herausforderung.

“Im Octagon geht es vor allem um Erfahrung“, sagt Lee. „Du kannst vor dem Kampf reden so viel du willst – es ist etwas anderes, wenn du einen Pay-Per-View-Event anführst, um den Titel kämpfst und das noch nicht kennst. Ich kann jetzt auf diese Erfahrung zurückgreifen und weiß, wie ich ruhig bleiben kann. Es ist alles Kopfsache. Ich glaube, dass ich schon jetzt einer der besten Kämpfer dieser Gewichtsklasse bin. Sobald mein Kopf mitzieht, werde ich unaufhaltsam sein, und das ist genau das, woran wir in diesem Trainingslager gearbeitet haben. Ich gehe deswegen mit einer Menge Selbstbewusstsein in diesen Kampf. Wenn ich ins Octagon steige und beweise, dass mein Kopf genauso stark ist wie mein Körper, dann gibt es keinen Mann in dieser Gewichtsklasse mehr, der mich aufhalten kann.“


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