Der Grund für Rockholds Selbstbewusstsein


Mit 14 vorzeitigen Siegen in 16 gewonnenen Kämpfen kann sich Luke Rockhold mit Fug und Recht als eines der gefährlichsten Mittelgewichte des MMA-Sports bezeichnen. Es muss also doch ein Geheimnis für seinen durchschlagenden Erfolg geben, das der ehemalige Champion verraten kann, oder?

„Ich bin eben so gut“, gibt er zu verstehen. „Das ist die Wahrheit. Die Leute verstehen nicht, wie gut ich in jedem Aspekt des Sports bin. Je länger die Kämpfe gehen, desto mehr Lücken werde ich aufdecken. Ich werde einen Weg finden, dich zu entblößen, ich werde dich in zwei Hälften brechen und so richtig verprügeln. Über die volle Distanz gibt es niemanden, der es mit mir aufnehmen kann. Ich habe zu viele Wege zum Sieg, die ich einschlagen kann, um zu zeigen, wer du wirklich bist. Ich kann ringen, ich bin besser als alle anderen auf dem Boden, ich habe es im Stand drauf und ich werde mich von niemandem auspunkten lassen. Ich habe alle Einzelteile unter Kontrolle – und je länger der Kampf dauert, desto schlimmer wird es für jeden werden, der mit mir im Käfig steht.“

Das ist ein klassisches Rockhold-Zitat – und das ist ihm bewusst. Ich scherze mit ihm, ich habe seine Bescheidenheit für sein Geheimnis gehalten und er lacht.

„Hey, ich bin da sehr realistisch mit dem Wissen um meine Fähigkeiten“, sagte Rockhold. „Wenn ich gesund und fokussiert bin, dann kann mich niemand schlagen. Bescheidenheit ist eine Sache, Dankbarkeit eine andere – und du musst in diesem Sport wissen, was du tust. Du kannst dich nicht selbst in Frage stellen und das werde ich auch nicht tun. Ich bin selbstbewusst. Ich weiß, dass ich dich im Stand schlagen werde, dass ich bessere Takedowns habe als du, dass ich dich hier schlagen kann und dort sowieso. Das braucht man in diesem Sport. Zögerst du, hast du Zweifel, dann verlierst du.”

Vor seinem Hauptkampf gegen Yoel Romero – Samstagnacht bei UFC 221 in Perth, Australien – stellt Rockhold nichts in Frage und lächelt auch nicht allzu viel. Es ist hier gerade alles strikt geschäftlich für den Kalifornier, der für diesen Kampf an die andere Seite der USA gereist ist, um mit Henri Hooft und seinem Team in Südflorida zu trainieren.

„Es gibt nicht allzu häufig viel Grund zum Lächeln in diesem Sport”, sagte der 33 Jahre alte US-Amerikaner, der seit 2007 professionell kämpft. „Manchmal ist es wirklich nicht einfach. Manchmal funktionieren die Dinge nicht so, wie du willst, aber das ist dann eben so. Es geht mir gerade sehr gut, ich habe einen harten Kampf vor mir und bin bereit, daraus Kapital zu schlagen. Ich habe ein großartiges Team. Ich hatte ein tolles Trainingslager und bin fokussiert. Nach meinen Kämpfen bin ich entspannter und genieße mein Leben, aber es ist ein Prozess und der ist bisher gut verlaufen. Es ist schön, seinen eigenen Fortschritt zu sehen, jede Woche seine Ziele zu erreichen und die eigenen Erwartungen zu übertreffen.“

In jedem längeren Trainingslager gibt es Rückschläge, Hindernisse, die genommen werden müssen und oft nichts mit dem zu tun haben, was im Gym passiert. Für Rockhold war das dieses Mal die Ankündigung, dass Robert Whittaker, der Weltmeister im Mittelgewicht, ihren Kampf aus gesundheitlichen Gründen absagen musste. Yoel Romero sprang ein, was aus dem Kampf ein Duell um den Interimstitel machte – und zwar eines gegen einen völlig anderen Gegner. Rockhold, der nach einem kurzfristigen Gegnerwechsel 2016 seinen Titel verlor, war nicht allzu erfreut, passte sich der Situation aber schnell an.

INGLEWOOD, CA - JUNE 04: Luke Rockhold walks to the Octagon for his fight against Michael Bisping during the UFC 199 event at The Forum on June 4, 2016 in Inglewood, California. (Photo by Brandon Magnus/Zuffa LLC)„Natürlich wäre es schöner gewesen, Whittaker zu bekommen“, sagte Rockhold. „Aber ich bin bereit, mich zu beweisen und zu demonstrieren, dass ich an der Spitze stehe, dass ich der Beste bin. Gegen Romero habe ich die Bühne, genau das zu zeigen. Whittaker ist der Champion, aber er hatte einen engen Kampf mit Romero, er hat ihn nicht vorzeitig besiegen können. Wenn ich da rausgehe und ein Zeichen setze, gibt es keine Diskussionen mehr. Ich werde meinen Job machen, ich werde ihn vorzeitig stoppen und dann kümmern wir uns ums Geschäft.“

Falls es ein Loch in Rockholds mentaler Rüstung gibt, dann ist es unmöglich zu entdecken. In den Augen vieler Beobachter wird Rockholds Erfahrung aus vielen Fünf-Runden-Kämpfen bei Strikeforce und der UFC für den entscheidenden Vorteil gegenüber Romero sorgen. Er bestreitet das nicht. Tatsächlich hofft er geradezu, dass er den olympischen Silbermedaillengewinner Down Under in die späteren Runden ziehen kann.

„Es wird darum gehen, wie dunkel und tief das Wasser ist, in dem du noch schwimmen kannst“, sagte Rockhold. „Die Leute unterschätzen mich wegen meines Aussehens und der Art, wie ich mich manchmal gebe. Aber Romero kann nicht über das hinwegblicken, was ich in der Vergangenheit geleistet habe. Niemand war bisher im Octagon ausdauernder, fleißiger oder härter als ich. Ich kann mich in tieferes, dunkleres Wasser vorwagen als du, ich werde dich so weit mit rausziehen, dass du nicht mehr weißt, wie du da wieder wegkommst. Ich schere mich nicht darum, wie diese Typen aussehen. Romero sieht aus wie ein Freak, eine Menge Leute haben deswegen Angst vor ihm. Es geht aber nicht darum, wie du aussiehst – es geht darum, wozu du in der Lage bist. Und ich habe mich immer und immer wieder bewiesen. Ich habe nie einen Kampf verloren, der über die erste Runde hinausgegangen ist. Niemand wird mich je schlagen, weil er mehr arbeitet als ich.”

PITTSBURGH, PA - SEPTEMBER 16:  (R-L) Luke Rockhold punches David Branch in their middleweight bout during the UFC Fight Night event inside the PPG Paints Arena on September 16, 2017 in Pittsburgh, Pennsylvania. (Photo by Brandon Magnus/Zuffa LLC)Man könnte sagen, die vielen späten Stunden im Gym sind ein Ehrenabzeichen für diejenigen, die sie einlegen, um am Kampfabend die beste Version ihrer selbst zu sein – ebenso wie die Fähigkeit, den nötigen Biss zu zeigen, einen langen Kampf nicht nur irgendwie auszuhalten, sondern ihn auch zu gewinnen. Rockhold sieht das nicht unbedingt genauso, findet jedoch Komfort in dem Wissen, dass er den Biss hat, falls er nötig werden sollte.

„Ich weiß nicht, ob es eine Auszeichnung ist, aber man muss das auf der Rechnung haben und respektieren“, sagte er. „Du musst wissen, dass ich in der Lage dazu bin. Und wenn du an diesen Punkt kommst, dann weißt du, wie hart du dich im Training gepusht hast, um über diesen Punkt hinwegzukommen. Ich pushe also weiter. Ich weiß, dass ich das in mir habe, dass ich die volle Distanz gehen kann und auch, wie ich mir meine Energie einteilen muss. Das habe ich einfach in mir. Das ist kein Klopfen auf die eigene Schulter, das ist ein realistisches Selbstbild. Das ist Teil meiner DNA – einige Menschen haben es, andere nicht.“

Rockholds Ruf litt unter seinem Titelverlust gegen Michael Bisping im Sommer 2016 – und eine über einjährige Pause tat wenig, um das abzumildern. Im vergangenen September jedoch kam Rockhold zurück und bezwang David Branch vorzeitig. An diesem Wochenende hat er die Chance, den Gürtel einmal mehr um seine Hüften zu schnallen. Das bedeutet ihm eine Menge – aber nicht alles, denn es geht ihm nicht ausschließlich um den Titel.

„Immer, wenn du in den Käfig steigst, beweist du dich“, sagte Rockhold. „Du zeigst, dass du zurück an die Spitze kletterst und dieses Ding zurück willst. Jeder Kampf ist wichtiger als der vorherige. Ich bin auf dem Zenit meiner Karriere, ich stehe an der Spitze und ich werde mich einmal mehr beweisen. In diesem Sport haben die Leute kein gutes Gedächtnis und es ist an der Zeit, mich in Erinnerung zu rufen.“

Das Hauptprogramm von UFC 221 in Perth, Australien läuft in der Nacht vom 10. auf den 11. Februar live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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