Hunt ist gleichzeitig Bedrohung und Mentor

Was für eine turbulente Reise – und das bezieht sich nur auf seine UFC-Karriere.

Mark Hunt tritt am Samstag zu seinem 17. Kampf im Octagon an. Der ehemalige K-1 World Champion und PRIDE-Star trifft bei der ersten „UFC Fight Night“ in Moskau, Russland auf den einheimischen Veteranen Aleksei Oleinik. Jeder, der live auf UFC FIGHT PASS dabei ist, kennt mittlerweile seine Geschichte.

Die UFC übernahm Hunts Vertrag, als sie PRIDE kaufte, aber da der Neuseeländer fünfmal in Folge verloren hatte, wollte sie ihn aus seinem Vertrag freikaufen. Hunt wollte jedoch eine Chance, sich im Octagon zu beweisen. Er debütierte bei UFC 119 in Indianapolis und wurde in 63 Sekunden von Sean McCorkle mit einem Armhebel zur Aufgabe gezwungen.

Als die UFC für UFC 127 in seine Wahlheimat Sydney, Australien zurückkehrte, durfte Hunt noch einmal ran. Er knockte Chris Tuchscherer spektakulär aus. Sieben Monate später besiegte er Ben Rothwell. Dann knockte er Cheick Kongo und Stefan Struve aus. Plötzlich war er viermal in Folge ungeschlagen und stand kurz vor dem Eingriff ins Titelgeschehen.

Seitdem hat Hunt die Top 10 der Schwergewichtsklasse nicht mehr verlassen. Er gewann gegen Nachwuchstalente und Veteranen und sogar gegen einen Ex-Weltmeister. Er kämpfte gegen einige der größten Namen seiner Gewichtsklasse und trat bei UFC 180 sogar um den Interimstitel an.

„Meine Reise neigt sich jetzt ihrem Ende zu“, sagte Hunt wenige Tage vor dem Kampf gegen Oleinik. „Ich hatte eine lange Karriere. Ich bin schon lange in der Top 10 der UFC und ich genieße meine Karriere.“

„Ich werde diese letzten Jahre genießen, denn für mich fühlt sich mein Kampfsport-Debüt an, als sei es gestern gewesen“, fügte er hinzu. „Ich kann mich noch sehr gut an meinen ersten Kampf erinnern, obwohl ich der älteste Kämpfer hier bin. Mir macht das alles noch großen Spaß.“

Mit 44 Jahren ist Hunt tatsächlich der älteste UFC-Kämpfer und wenn er den drei Jahre jüngeren Oleinik am Samstag besiegt, dann ist er einer der ältesten UFC-Kämpfer, der je im Octagon gewonnen hat. Derzeit hält Randy Couture den Rekord, er zwang James Toney bei UFC 118 in Boston im Alter von 47 Jahren zur Aufgabe.

„Dass ich in meinem Alter noch in der Top 10 bin, ist für sich schon eine große Errungenschaft“, sagte Hunt mit einem Lachen. „Ich hatte eine lange Karriere. Ich habe einen Weltmeistertitel im K-1 gewonnen und jetzt jage ich dem Weltmeistertitel in der UFC nach. So oder so war meine Reise unglaublich und sie geht noch weiter.“

Hunt stellt auch heute noch für jeden UFC-Kämpfer eine ernsthafte Bedrohung dar und will zum Ende seiner Karriere nochmals um den Weltmeistertitel im Schwergewicht kämpfen. In den letzten Jahren hat er aber auch die Rolle eines Mentors eingenommen und gibt die Lektionen, die er im Laufe seiner Karriere gelernt hat und die Erfahrungen, die er gemacht hat, an eine jüngere Generation weiter – an zwei hoffnungsvolle UFC-Talente aus Australien, das Schwergewicht Tai Tuivasa und das Halbschwergewicht Tyson Pedro, die ihn am Samstag in Moskau betreuen werden.

Mentorschaft war im Sport schon immer eine sensible Angelegenheit, denn nicht jeder Veteran ist daran interessiert, jüngere Sportler unter seine Fittiche zu nehmen und ihnen zum Erfolg zu verhelfen – und das aus unterschiedlichen Gründen.

Manche konzentrieren sich einfach zu sehr auf ihre eigene Karriere und wollen keine Lehrer sein, während andere keine Konkurrenten heranzüchten wollen, die sie eines Tages ersetzen könnten. Es gibt aber auch Veteranen wie Hunt, die gerne helfen.

„Es wächst eine neue Generation heran und ich bin ein alter Mann“, sagte Hunt, der im Laufe seiner 20 Jahre langen Karriere knapp 70 Profikämpfe im Kickboxen und Mixed Martial Arts bestritten hat. „Ich bin der älteste Kämpfer in der Organisation und wenn sie mich als einen Mentor betrachten, helfe ich ihnen gerne. Die Evolution sagt uns, wir müssen – okay, wir müssen nicht, aber ich helfe anderen gerne, denn das macht auch aus mir einen besseren Menschen.“

„Tai befindet sich auf einem guten Weg, er ist in der Top 10 und steht in Adelaide zum ersten Mal in einem Hauptkampf“, fügte Hunt hinzu. „Ich finde das großartig. Tyson macht ebenfalls Fortschritte. Ich denke, ich kann ihnen vieles beibringen. Ich habe viel Erfahrung, nicht nur im Kämpfen, sondern auch von der geschäftlichen Seite her. Daran lasse ich sie gerne teilhaben.“
Noch lieber kämpft er jedoch selbst. Trotz seines fortgeschrittenen Kampfsportalters will sich der Knockout-Spezialist weiter testen und herausfordern und gegen die besten Schwergewichte der Welt antreten. Dabei geht er keinem noch so schweren Gegner aus dem Weg.

Nach einer Niederlage gegen den ehemaligen Titelherausforderer Alistair Overeem hieß er den aufstrebenden Derrick Lewis in Neuseeland willkommen und beendete dessen Siegesserie, als er ihn in der vierten Runde stoppte. Das war Lewis‘ einzige Niederlage in seinen letzten neun Kämpfen.
Nachdem Hunt in die Erfolgsspur zurückgekehrt war, forderte er einen Kampf gegen jemanden, der in der Rangliste vor ihm steht. Stattdessen musste er gegen einen weiteren aufstrebenden US-Amerikaner ran, Curtis Blaydes. Der besiegte Hunt im Februar bei UFC 221 einstimmig nach Punkten.

Nun stellt sich Hunt dem Lokalmatador Oleinik, der in der UFC eine Bilanz von 5-2 hat und einer der besten Bodenkämpfer der Schwergewichtsklasse ist. Er kann aus jeder Position einen Würgegriff ansetzen, vor allem seinen einzigartigen „Ezekiel Choke“, mit dem er im Octagon bereits Viktor Pesta und Junior Albini außer Gefecht setzte.

Zuletzt kassierte Hunt eine Niederlage gegen einen Kämpfer, der ihn zu Boden bringen und mehrere Runden dort festhalten konnte. Jetzt trifft er auf einen Kämpfer, der keine Probleme damit hat, ihn in die Guard zu ziehen. Daher fragen sich viele, wie der Stilvergleich im Hauptkampf der „UFC Fight Night“ in Moskau ausgehen wird.

Für Hunt ist es ein Kampf wie jeder andere und er freut sich auf das Duell im Olympiastadion.

„Es geht doch in jedem Kampf darum, wer dem anderen seinen Kampfstil aufzwingen kann und wer nicht“, sagte Hunt. „Ich habe mich auf Aleksei sehr gut vorbereitet. Ich habe ihn hier schon mehrfach getroffen, er ist ein netter Kerl. Aber hier geht es ums Geschäft. Entweder man macht sich gerade oder man muss sich verziehen. Wir werden sehen, wer sich am Samstag gerade macht.“

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