Mayweather stoppt mutigen McGregor



Der zukünftige Hall of Famer Floyd Mayweather holte sich in der Nacht auf Sonntag in der T-Mobile Arena in Las Vegas seinen 50. Sieg. Jener war nicht gegen irgendjemanden, sondern gegen den amtieren UFC Leichtgewichtsmeister Conor McGregor, der in seinem ersten Profiboxkampf überzeugte, bevor er in der zehnten Runde gestoppt wurde.

"Er ist viel besser, als ich geglaubt hätte", so der 40-jährige Mayweather. "Er griff aus allen Richtungen an und war zäh, aber ich war heute der Bessere."

"Ich bin der Meinung, dass ich die ersten Runden klar gewonnen habe", sagt McGregor. "Er musste seinen Kampfstil ändern, und das ist ihm gut gelungen. Er passte sich an. Er ist gelassen. Er mag nicht so schnell sein und nicht so stark sein, aber er ist eine Bank. Ich muss ihm Respekt zollen."

Beide Kämpfer verdienten sich ihren Respekt, denn es gibt immer mal wieder Kämpfe, die gut vermarktet werden und auf die sich die Fans freuen, doch nur wenige davon halten im Ring, was sie versprochen haben.

"Ich denke, wir haben die Fans gut unterhalten", erklärt Mayweather. "Ich sagte ihnen, dass ich wegen des (Manny) Pacquiao Kampfes noch in ihrer Schuld stehe. Ich musste heute abliefern, und das habe ich getan."

McGregor drängte Mayweather sofort an die Seile und traf den Boxer mit Links und Rechts. Viel war nicht hinter den Schlägen, aber er kam durch McGregors Deckung und bewies so, dass er sehr wohl etwas im Ring verloren hatte. Nach der Hälfte der Runde legte McGregor sogar die Arme in den Rücken und forderte Mayweather auf, ihn doch zu schlagen. Doch der Meister in fünf Gewichtsklassen hielt sich zurück und studierte seinen ungewöhnlichen Gegner stattdessen. McGregor traf in der letzten Minute hart mit Links und hatte plötzlich Mayweathers Aufmerksamkeit. Der Boxneuling zeigte eine sehr gute Leistung in Runde eins.

In der zweiten Runde ging McGregor sofort wieder in die Offensive und drängte Mayweather abermals erfolgreich in die Seile, wurde dort aber vom Ringrichter Robert Byrd wegen Schlägen zum Hinterkopf verwarnt. Im Rest der Runde punktete McGregor mit schnelleren Schlägen. Wenn es in den Clinch ging, suchte der Ire nach Möglichkeiten, Mayweather aufzumischen.

McGregor kontrollierte Runde drei zum größten Teil mit seinem Jab. Seine Tendenz, im Clinch immer wieder zu Schlägen zum Nacken und Hinterkopf zu greifen, führte regelmäßig zu Ermahnungen durch den Ringrichter.

In der vierten Runde schaltete Mayweather in den Vorwärtsgang und bearbeitete den Iren im Infight. Genau das wollte McGregor, doch am Ende dürfte die Runde an den Boxer gegangen sein.

McGregor tat in Runde fünf mehr und ließ Mayweather damit bisweilen sprichwörtlich alt aussehen. Doch der Routinier drehte die Runde am Ende.

Mayweather schaltete in der sechsten Runde endgültig von Defensive auf Angriff und zwang McGregor damit zum ersten Mal in den Rückwärtsgang. Der Ire liess sich nicht beirren und landete unter lauten Rufen der Zuschauer Körpertreffer.

In den Runden sieben und acht verlor McGregors Offensive mehr und mehr an Wirkung, während Mayweathers präzise Schläge immer öfter trafen.

Ringrichter Byrd vereitelte eine wichtige Chance für McGregor in der neunten Runde, als er einen Körpertreffer, der Mayweather aus der Fassung brachte, als Tiefschlag wertete. "Money" ergänzte seine Offensivstrategie dadurch, sich gezielt treffen zu lassen, um den müden Iren danach mit Kombinationen zu bearbeiten, die McGregor in Schwierigkeiten brachten.

In der nächsten Runde machte Mayweather den Sack mit einer Serie von Schlägen mit rechts zu, die McGregor zum Wackeln brachten. "Notorious" taumelte gegen die Ringseile und war stehend k.o., weswegen Byrd den Fight schlussendlich nach 1:05 Minuten der zehnten Runde abbrach.

"Unsere Taktik war, dass ich mir Zeit lasse, ihn sein Pulver derweil verschießen lasse und ihn dann in einer späteren Runde ausschalte", sagt Mayweather, der auf den Punktrichterzetteln zum Zeitpunkt des Kampfabbruches mit 89-81, 89-82 und 87-83 vorn lag.

"Dieser Ausflug hat mir echt Spaß gemacht", sagte McGregor über seinen Wechsel aus dem Octagon in den Ring. "Für mich war der Kampf knapp, und der Abbruch kam wohl zu früh. Wenn ich erschöpft bin, wackle ich so. Dann gehe ich in die Ecke, sammle mich und komme zurück in den Kampf. Es ging hier um viel. Er hätte mich weitermachen lassen sollen, aber ich akzeptiere seine Entscheidung."

Und keine Sorge, UFC-Fans: McGregor kommt wieder.

"Das ist nicht meine erste Niederlage", sagt er. "Ich wurde live im Fernsehen zur Aufgabe gezwungen und kam wieder zurück."

Mit dem Sieg steigt Mayweathers Kampfrekord auf 50-0, während McGregors auf 0-1 abfällt.

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