McGregor ist zu Hause


1993 verließ Michael Jordan die NBA auf dem Zenit seiner Karriere, spielte eine Saison lang in einer Unterliga Baseball, und kehrte dann zu den Chicago Bulls zurück, um noch drei weitere Titel zu denen hinzuzufügen, die er bereits in der Stadt am Lake Michigan gewonnen hatte.

Conor McGregor hatte „nur“ zwei UFC-Titel vorzuweisen, als er vergangenes Jahr eine Pause vom MMA-Sport machte, um gegen Floyd Mayweather zu boxen. Aber in der Vorbereitung auf sein Comeback gegen Khabib Nurmagomedov an diesem Wochenende, das ihm erneut UFC-Gold bescheren könnte, war das Gefühl das gleiche wie bei Jordan: zu etwas altbekanntem zurückzukehren.

„Das war eine besondere Erfahrung, sich in einem völlig anderen Sport zu messen“, so McGregor zu Megan Olivi im „The Exchange“-Format auf dem UFC FIGHT PASS: „Andere Reporter, andere Menschen, neue Fans, neue Fragen – einfach insgesamt eine neue Erfahrung. Und immer, wenn du dich in eine unkomfortable Situation begibst, dann wächst du als Persönlichkeit daran. Das ist, was mir wiederfahren ist. Ich habe mich dort drüben präsentiert, ich habe mich in eine unkomfortable Situation gewagt – eine Situation, die mir nicht vertraut war, und das war alles. Jetzt bin ich zurück, hier in meinem eigenen Sport. Und es fühlt sich gut an, wieder hier zu sein.“

Jordan hatte nicht den gewohnten Erfolg bei den Birmingham Barons. McGregor verlor in Runde zehn gegen Mayweather. Als Jordan dann aber in seine Komfortzone zurückkehrte, war er ebenso großartig, wie er es immer gewesen war, ohne sich wieder allzu lange an die neue alte Situation gewöhnen zu müssen. Jetzt ist McGregor damit an der Reihe. Und obwohl ihm mit dem in 26 Kämpfen ungeschlagenen Nurmagomedov sein bisher härtester Test bevorstehen könnte, scheint der Ire weiter ungestört von der Herausforderung, dem Rummel und den Erwartungen.

In anderen Worten: er ist wieder daheim angekommen.
 
 
 
 
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Ein Posting von Conor McGregor Official (@thenotoriousmma) am 3.10.2018



„Ich habe den (MMA-)Sport vermisst. Ich habe den Wettkampf vermisst. Es fühlt sich gut an, jetzt zurück zu sein. Es ist fast an der Zeit für den nächsten Wettkampf und ich bin sehr, sehr glücklich. Ich freue mich sehr, dass die Zeit der harten Arbeit bald zu Ende sein wird“, so McGregor, der seinen ersten MMA-Kampf seit seinem vorzeitigen Sieg gegen Eddie Alvarez im November 2016 bestreiten wird.

Durch den Sieg gegen Alvarez wurde McGregor zum ersten Kämpfer, der zwei UFC-Titel gleichzeitig hielt, und damals wurde allgemein spekuliert, dass „The Notorious“ als nächstes entweder gegen Nurmagomedov oder gegen Tony Ferguson kämpfen würde. Das passierte damals nicht, aber sogar, als er sich zeitweilig in die Box-Welt verabschiedete, ließ McGregor einen potentiellen Kampf gegen Nurmagomedov nicht aus den Augen.

„Die Aussicht, gegen ihn (Nurmagomedov) zu kämpfen, hat immer mehr in mir ausgelöst als ein Kampf gegen Tony“, so McGregor. „Natürlich hatte Tony den Interimstitel, aber ich hätte mich lieber mit einem ungeschlagenen Kämpfer gemessen. Seine Kampfbilanz beeindruckt mich allerdings nicht wirklich. Die Bilanz sieht hübsch aus, aber wenn man hinter die Fassade schaut, ist sie schon deutlich weniger hübsch. Für mich ist sie ziemlich irreleitend. Jeder redet ihn groß, aber ich sehe keine guten Gründe dafür. Er lässt sich von der Aussicht, ein paar Schläge einzustecken, einschüchtern. Er will nicht getroffen werden. Und wenn du gegen mich kämpfest und nicht gut damit klarkommst, getroffen zu werden, dann liegt eine lange, harte Nacht vor dir.“

LAS VEGAS, NEVADA - OCTOBER 04: Conor McGregor poses for photos during the UFC 229 Press Conference inside The Park Theater at Park MGM on October 4, 2018 in Las Vegas, Nevada. (Photo by Jeff Bottari/Zuffa LLC/Zuffa LLC via Getty Images)

Die Niederlage gegen Mayweather hat McGregors Selbstbewusstsein nicht geschmälert. Genauso wenig wie seine Niederlage gegen Nate Diaz im März 2016, für die er sich fünf Monate später revanchierte. Drei weitere Monate später fügte er den Leichtgewichtsgürtel seiner Sammlung hinzu, die bereits den Titel im Federgewicht beinhaltete, den er Jose Aldo abgenommen hatte. Und wenn diese Kampfserie eines gezeigt hat, dann, dass es dem 30 Jahre alten Dubliner um den Kampf an sich geht, nicht um das Ergebnis.

„Unter diesem hellen Scheinwerferlicht zu kämpfen, ist ein wahrhaftiger Charaktertest“, so McGregor.

McGregor kann reflektierend und nachdenklich sein, aber da ist auch immer noch ein Kampf, der vermarktet werden will, und kürzlich bei der Pressekonferenz zu UFC 229 in New York City zeigte er sich in genau der Form, die ihm seinen Spitznamen einbrachte: Der Berüchtigte.

„Es lief gut”, so McGregor. „Ich war zufrieden.”

In der Woche vor dem Kampf führte McGregor seine verbalen Attacken gegen Nurmagomedov aus allen Richtungen fort. Was seine Vorhersage für den Kampf angeht, hält er es allerdings einfach.

„Ich weiß, was ich sehe. Ich weiß, was ich tun will, und ich werde in den Käfig steigen und es tun“, sagt McGregor. „Ich werde ihn sauber ausknocken.”

“Im Octagon werde ich ruhig, beherrscht und gnadenlos sein. So, wie ich es immer bin, gegen jeden, denn genau so muss ich sein”, fährt er fort. „Hier heißt es: er oder ich, und wenn das der Fall ist, dann wird es immer er sein (, der verliert).“

Conor McGregor ist wieder zu Hause.

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