Medeiros will weiter Spitzenleistungen abliefern

DETROIT, MI - DECEMBER 02: <a href='../fighter/Yancy-Medeiros'>Yancy Medeiros</a> reacts after defeating <a href='../fighter/alex-oliveira'>Alex Oliveira</a> of Brazil in their welterweight bout during the UFC 218 event inside Little Caesars Arena on December 02, 2017 in Detroit, Michigan. (Photo by Josh Hedges/Zuffa LLC/Zuffa LLC via Getty Images)
Es braucht Mut, die vier Stufen in den Ring oder das Octagon hochzusteigen. Jeder, der diesen Gang auf sich nimmt, besitzt diese Tapferkeit. Und dann gibt es noch Kämpfer wie Yancy Medeiros, die noch ein wenig mehr davon in sich tragen und bereit sind, alles zu geben, wenn der Zahnschutz und die Handschuhe in Position sind.

Das ist nichts, was man im Gym antrainieren oder langsam ausbilden kann. Man hat es, oder man hat es nicht, und Medeiros wusste schon sehr früh, zu welcher Kategorie er gehört.  

„Ich habe in der High School gerungen und war anfangs nicht besonders gut darin”, so der Hawaiianer, der in der Nacht von Sonntag auf Montag den Hauptkampf von UFC Austin gegen Donald Cerrone bestreiten wird. „Ich wurde die ganze Zeit über umhergeworfen. Ich wurde von meinem Ringer-Trainer in der neunten Klasse “Opfer” genannt (lacht). Meine Reaktion war: ‘Ich bin kein verdammtes Opfer.’ Von da an war Aufgeben keine Option mehr. Die anderen waren immer in vielen Dingen besser als ich, und ich habe nirgends herausgestochen, aber ich war in manchen Dingen ganz gut und hatte immer den Drang, ein starker und kompetenter Ringer zu sein.“

Stark und kompetent zu sein sind brauchbare Fähigkeiten, sie erklären aber nicht das, was Medeiros im Laufe seiner UFC-Karriere gezeigt hat. Ja, es gab Höhen und Tiefen, und seine Bilanz von sechs Siegen, vier Niederlagen und einem nichtgewerteten Kampf im Octagon wird keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. Sein unbändiger Wille aber, die Bereitschaft, durchs Feuer zu gehen und jedes andere Klischee, das einem einfallen könnte, um etwas nicht adäquat Beschreibbares zu beschreiben – das ist, was ihn von anderen abhebt. Er drückt es pointierter aus.

“Ich habe im Ringen ein paar harte Jahre mitgemacht, aber es ist niemandem dort gelungen, meinen Kampfgeist zu killen“, so Medeiros. „Ich wusste immer, dass ich stark genug war und den nötigen Willen hatte. Ich war nie jemand, der aufgab. Ich habe noch nie und nirgends aufgegeben. Wenn ich etwas anfange, bringe ich es zu Ende. Manchmal verläuft ein Kampf nicht zu meinen Gunsten, aber man wird mich nie aufgeben sehen. Ich gehe schon im Training bis an meine Grenzen – ich trainiere hart, ich trainiere smart. Ich schlage mich durch all diese Hindernisse hindurch und ich glaube, dass das der Grund ist, warum ich bin, wer ich bin. Ich gebe nicht auf.”

Anders als im Boxen ist es im MMA-Sport keine Schande, aufzugeben, und das sollte es auch nicht sein. Wenn ein Kämpfer für heute genug eingesteckt hat, warum sollte er seine Kräfte nicht für den nächsten Kampf aufsparen? Diese Mentalität hat Medeiros sich nie zu Eigen machen können. Und obwohl der 30-Jährige keinen anderen Kämpfer kritisieren würde, der genug hat, wenn es bergab geht, würde ihm das nie passieren. Medeiros wird sich nicht aus einem harten Kampf verabschieden, körperlich oder geistig, und ein Blick auf seine Ausflüge in den Käfig beweist das.


“Ich glaube nicht, dass ich zäher bin als irgendein anderer Kämpfer“, so Medeiros. „Aber diese Einstellung, die du beschrieben hast, das bin nicht ich. Ich verabscheue dieses Gefühl, aufzugeben. Wenn es hart auf hart kommt, dann spüre ich in meinem Herzen und weiss im Kopf, dass ich alles tun werde, um zu gewinnen - koste es, was es wolle. Das ist mir bewusst. Wenn du in den Ring steigst, dann weißt du, dass du Schläge kassieren wirst, dass du vielleicht ausgeknockt wirst oder in einem Aufgabegriff landest. Das ist etwas, das man akzeptieren und auf das man hintrainieren muss.“

“Es gibt diese Angst”, erzählt er weiter. “Nicht die Angst, zu verlieren, aber die Angst, nicht das zu tun, was man trainiert hat. Das ist, was ich fürchte. Ich habe keine Angst vor der Person, die da vor mir steht. Ich fürchte mich davor, nicht das umsetzen zu können, was ich tun muss und wofür ich trainiert habe. Man kann dieses Gefühl schwer beschreiben, es ist so eine Situation, in der man nur kämpfen oder wegrennen kann. Und ich bin eben ein Kämpfer. Ich stelle mich den Problemen.”

Wer verstehen will, welche Art Kämpfer Medeiros ist, der muss nicht allzu tief in der Vergangenheit wühlen. Sein Kampf gegen Alex Oliveira aus dem vergangenen Dezember demonstriert das alles bestens. jeder Kämpfer meint, er könne in einer Schlacht bestehen, aber nur ein paar wenige können so eine Show wirklich abliefern. Von Anfang an gab es Höhen und Tiefen auf beiden Seiten, mehrmals schien der Kampf beinahe vorbei und stellte beide Protagonisten vor genug Widrigkeiten für ein Dutzend Kämpfe. Medeiros und Oliveira gaben alles im Octagon, bevor der Hawaiianer mit einem technischen Knockout in der dritten Runde den Sieg an sich riss. Einmal mehr hatte er eine Schlacht gewonnen.

“Ein einziger Schlag kann alles ändern, das musst du akzeptieren”, so Medeiros. „Und wenn es nicht gut für mich läuft, dann akzeptiere ich das. Dann frage ich mich, was ich tun muss, um die Richtung zu ändern und den Kampf zu drehen.“

Als der Kampf bei UFC 218 vorbei war, füllte der Jubel des Publikums die Arena, Medeiros wurde mit einem wohlverdienten Bonus für den Kampf des Abends belohnt und mit einem Platz im Hauptkampf an diesem Wochenende. Was aber ist mit seinen armen Trainern? Müsste er denen mit seinem Kampfstil keine grauen Haare bescheren?

“Das tue ich definitiv”, lacht Medeiros. “Sie reißen sich ihre Haare vermutlich schon selbst aus, während ich kämpfe. Ich schwöre, dass es nicht der Plan ist, all diese Schläge mit meinem Gesicht zu blocken (lacht). Aber manchmal wird es eben wild und ich muss mich anpassen. Und ich vertraue meinen Trainern. Ich trainiere hart, ich trainiere aber auch vernünftig. Und ich trainiere mit tollen Leuten. Ich trainiere nicht mit Leuten, die aufgeben. In Kalifornien trainiere ich in der Nick Diaz Academy bei Nick und Nate, und die beiden geben nicht auf. Ich trainiere in Hawaii mit einem Weltmeister, mit Max Holloway, und ich habe im Training keine Ja-Sager um mich herum, die mir erzählen, wie toll ich bin.“

Es mag sich kitschig anhören, und vermutlich ist es das auch, aber das Wort “Kämpfer” sollte in Lexika ein Foto von Medeiros daneben zeigen. Er verkörpert das, was wir uns unter seinem Berufsstand vorstellen. Er ist kein Job für Menschen mit schwachen Nerven, und trotz all der Regeln und Offiziellen und anderen Faktoren, die einen Sport daraus machen, handelt es sich noch immer um einen Kampf. Manche mögen das vergessen haben – Medeiros nicht. Man zeige ihm nur den Weg zur Arena und lasse ihn machen.

“So viele Kämpfer glauben, dass die Welt ihnen etwas schuldet. Ich nehme mir mit meinen Fäusten das, was mir gehört. Das ist alles, was ich machen kann. Ich werde keine lauten Reden schwingen, ich werde einfach weiter meinen Weg gehen und meine Fäuste gegen jeden fliegen lassen, den sie mir vor die Nase setzen.“

Mit drei Siegen in Folge seit einem Wechsel hoch ins Weltergewicht erntet Medeiros endlich die Früchte, die sein Talent und sein Kampfgeist verdienen. Ein Sieg im Hauptkampf gegen Cerrone würde ihn in völlig neue Höhen heben. Langfristig will er aber nicht nur spektakuläre Schlachten aneinanderreihen, sondern sich einen goldenen Titelgürtel holen, den er anschließend vielleicht seinem Ringer-Trainer aus der High School zeigen könnte.

“Wenn Du nicht mit dem Ziel handelst, Weltmeister zu werden oder zumindest glaubst, dass du es schaffen kannst, dann solltest du nicht weiter deine Zeit mit diesem Sport verschwenden. Ich versuche, nicht nur mir selbst, sondern allen um mich herum zu beweisen, dass man mit mir rechnen muss, dass ich einer der Top-Kämpfer werden und einen Titel ins Visier nehmen kann. Das Puzzle setzt sich zusammen. Ich habe eine Weile gebraucht, um an diese Position zu kommen, aber hey, ich bin angekommen.”


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