Michael Bisping kämpft unter Druck am besten



Michael Bisping ist der Weltmeister im Mittelgewicht. Aber wenn man ihn vor dem Hauptkampf von UFC 217 so reden hört, könnte man meinen, er und nicht Georges St-Pierre sei der Herausforderer und er müsse der Welt etwas beweisen.

„Während er im Ruhestand war, bin ich gegen die Besten der Welt angetreten“, sagt Bisping, der sich in den vier Jahren seit St-Pierres Titelverteidigung gegen Johny Hendricks eine Bilanz von 6-2 erkämpft hat.

Seinen letzten fünf Siegen kam dabei die größte Bedeutung zu, denn der „TUF 3“-Gewinner entwickelte sich 2016 vom Titelanwärter zum Weltmeister, als er nacheinander Anderson Silva, Luke Rockhold und Dan Henderson bezwang.

Derweil erholte sich St-Pierre von den Strapazen seiner Titelregentschaft, während der er von 2007 bis 2013 die Weltergewichtsklasse beherrschte. Allerdings kauft Bisping ihm die Gründe für seine Auszeit nicht ab.

„Georges ist zurückgetreten, weil er nicht mehr mithalten konnte“, sagt er. „Georges ist zurückgetreten, weil Johny Hendricks ihn vermöbelt hat. Er hielt den Druck nicht mehr aus. Es ist schwer, ganz oben an der Spitze zu stehen. Das hat er selbst immer wieder gesagt. Er meinte, er bräuchte eine Pause, aber ich denke, er konnte einfach nicht mehr mithalten.“

Seit seinem UFC-Debüt im Jahr 2006 hat Bisping immer wieder bewiesen, dass er mit Druck sehr gut klarkommt – er nimmt ihn sogar freiwillig auf sich, indem er ständig große Sprüche klopft. Das Ergebnis: zwölf Hauptkämpfe, einige sensationelle Siege und ein paar bittere Niederlagen.

„Ich setze mich immer selbst unter Druck, egal ob ich Champion bin oder nicht“, sagt Bisping. „Man muss trotzdem seine Kämpfe gewinnen. Es spielt keine Rolle, ob man einen Gürtel hat oder nicht. Es ist ein Privileg, diesen Gürtel zu tragen. Man darf sich nicht selbst bemitleiden, weil man als Weltmeister unter einem größeren Druck steht. Du bist dort, wo alle anderen hinwollen.“

INGLEWOOD, CA - JUNE 04: Michael Bisping celebrates after his first round knockout win against Luke Rockhold in their UFC middleweight championship bout during the UFC 199 event at The Forum. (Photo by Josh Hedges/Zuffa LLC)Samstagnacht betritt Bisping das Octagon für den Hauptkampf von UFC 217 mit dem Gedanken, dass St-Pierre nur gegen ihn antreten wollte, weil er ihn als leichtes Ziel ausgemacht hat.

„Das sagt viel über seine Mentalität aus“, meint Bisping. „Erst ist er zurückgetreten, nachdem Johny Hendricks ihn verhauen hat. Dann kehrt er zurück, um gegen mich zu kämpfen. Er will nicht gegen Anderson Silva ran, er will nicht gegen Luke Rockhold ran. Er sieht mich und denkt, dass er mich schlagen kann. Das sagt schon alles.“

„Vor zwölf Jahren haben wir kurz miteinander trainiert“, fügt Bisping hinzu. „Er hat mich niedergerungen, das gebe ich gerne zu, und jetzt denkt er, er kann heutzutage immer noch besser ringen als ich. Damals konnte ich überhaupt nicht ringen. Er hat mich wiederholt zu Boden gebracht. Er denkt, er steigt ins Octagon, bringt mich zu Boden und kontrolliert mich dort und wird Weltmeister. Das ist Blödsinn. Er hat vor zwölf Jahren mit mir trainiert und denkt jetzt, ich sei ein leichter Gegner.“

Tatsächlich ist Bisping für niemanden ein leichter Gegner. 20 Siege in 27 UFC-Kämpfen sind der beste Beweis dafür. Bisping gibt allerdings gerne den Außenseiter – das motiviert ihn auch heute noch, als Rekordhalter mit den meisten Siegen im Octagon.

„Wenn ich nach meiner ersten Niederlage aufgegeben hätte, wäre ich jetzt heute nicht hier“, sagt er. „So etwas lehrt man nicht, das ist keine gute Lektion für die Kinder. So sollte man sein Leben nicht leben. Wir alle können mal verlieren. Ich bin nicht Superman. Ich könnte bei UFC 217 durchaus verlieren. Georges ist ein großartiger Kämpfer und ein großartiger Sportler, aber das bin ich auch. Zwei Männer steigen ins Octagon und nur einer verlässt es als Sieger. Dieser Druck gehört zu diesem Sport dazu, darum machen wir das alles.“

Nur wenige können mit Druck besser umgehen als der Weltmeister im Mittelgewicht, der glaubt, dass nur einer der beiden Hauptkämpfer von UFC 217 wirklich bereit sein wird.

„Wenn man in der Umkleidekabine sitzt und es an der Zeit ist, die Halle zu betreten, kann man den Lärm der Zuschauer hören – dann setzen die Nerven ein und das unterscheidet die Männer von den Jungen“, sagt Bisping. „Das unterscheidet die wahren Champions von den Trainingsweltmeistern. Deswegen ist Georges zurückgetreten. Er kam mit dem Druck und den Nerven nicht klar. An diesem Abend wird das genauso sein.“

Und was wird Bisping in diesem Moment durch den Kopf gehen?

„Dass ich ihn in der ersten Runde ausknocken werde.“

Das Hauptprogramm von UFC 217 in New York City läuft in der Nacht vom 4. auf den 5. November live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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