Montano verdankt den Erfolg ihrer Herkunft

 
 
 
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Ein Posting von N I C C O R A E (@nrmontano) a, 24. August 2018

Nicco Montano hat erst einen offiziellen UFC-Kampf bestritten, aber bereits UFC-Geschichte geschrieben. Denn durch diesen einen UFC-Kampf krönte sie sich zur ersten Weltmeisterin im Fliegengewicht und zur ersten Weltmeisterin mit indianischen Wurzeln.

Sie kam über die 26. Staffel von „The Ultimate Fighter“ in die UFC. Dort wurde sie nur auf Platz 14 von 16 geführt, die Erwartungen an sie waren also gering. Und doch gewann sie bei „TUF“ einen Kampf nach dem anderen, ehe sie den Gürtel in den Händen hielt. Ihren sportlichen Erfolg schreibt sie vor allem ihrer Herkunft zu – sie gehört zu den Navajo, dem zweitgrößten indianischen Volk in den USA. Deren Werte und Traditionen verkörpert sie auch im Octagon.

Vor UFC 228 in Dallas, wo sie Samstagnacht ihren Weltmeistertitel gegen Valentina Shevchenko verteidigt, haben wir uns mit Montano unterhalten.

UFC: Blick für uns bitte auf den Abend zurück, an dem du die erste Weltmeisterin im Fliegengewicht wurdest.

NM: Das war ein großer Spaß. Mein Gesicht war verwüstet, mein ganzer Körper tat mir weh. Aber der ganze Stress ist von mir abgefallen. Ich war so glücklich, dass ich den Kampf und den Titel gewonnen hatte.

UFC: Manche Fans und Medienvertreter warfen dir vor, einer Titelverteidigung gegen Valentina Shevchenko lange aus dem Weg gegangen zu sein. Aber deine „TUF“-Kolleginnen haben dir den Rücken gestärkt. Fühlst du dich ihnen nach wie vor verbunden?

NM: Absolut. Für manche von uns war es echt schwer, ständig Gewicht abzukochen, daher mussten wir uns gegenseitig unterstützen. Wir taten das, obwohl wir wussten, dass wir gegeneinander kämpfen mussten. Daher bin ich ihnen gegenüber loyal, auch meinen Gegnerinnen wie Lauren Murphy. Sie weiß, dass ich keinen Kampf ablehne. Ich bin eine Kämpferin, das ist mein Job. Warum sollte ich einen Zahltag ablehnen? Ich war leider krank. Es ist einfach lächerlich. Aber ich bin für die Unterstützung sehr dankbar und ich bin froh, dass ich während der Show so viele Freundschaften schließen konnte.

UFC: Zwischen dem „TUF“-Finale und UFC 228 hast du so lange pausiert, wie noch nie zuvor in deiner Karriere. Wie bist du in Form geblieben?

NM: Meine mentale Einstellung war schon immer eine meiner Stärken. Ich habe nie daran aufgehört, zu glauben, dass ich die Beste sein kann. Selbst als ich krank im Bett lag, habe ich ständig an das Kämpfen gedacht. Ich wollte schnellstmöglich auf die Matte zurückkehren, um herauszufinden, ob diese oder jene Technik funktionieren würde. Ich habe mental trainiert, mehr war mir ja nicht möglich.

UFC: Manche deiner Kritiker sehen in Shevchenko bereits die neue Weltmeisterin. Die vergessen vielleicht, dass du bei „TUF“ nur auf Platz 14 warst und trotzdem gewonnen hast. Welchen Kampf erwartest du Samstagnacht?

NM: Bei allem Respekt für Lauren, aber sie hat dasselbe gedacht. In einer Folge sagte sie: „Sieht ganz so aus, als würden Barb Honchak und ich ins Finale kommen.“ Aber dann habe ich den Kampf gegen sie dominiert. Ich weiß, was ich drauf habe. Die Menschen, die mich bei „TUF“ – und auch schon vorher – sahen, die wissen auch, was ich drauf habe. Und nur das zählt. Das sind die Meinungen, die für mich eine Rolle spielen.

UFC: Jeder, der dir in den sozialen Medien folgt, weiß, wie stolz du darauf bist, die erste Ureinwohnerin Amerikas zu sein, die in der UFC einen Weltmeistertitel gewonnen hat. Wie wichtig ist es dir, den Gürtel zu deinen Leuten zurückzubringen?

NM: Ich wuchs in einem Indianerreservat auf, dort gibt es keine Spielplätze, maximal ein paar Schaukeln. Man wächst in der Natur auf. Wenn jemand das Reservat verlässt, um in einer großen Stadt zu leben, dann sagen alle: „Gut gemacht, sie geht auf die Uni, sie hat es geschafft!“ Die betrachten so etwas als großen Erfolg.
 
Als ich den Gürtel gewann, wurden plötzlich viele Ureinwohner auf mich aufmerksam. Es hat sie motiviert, ebenfalls hart an sich zu arbeiten. Ich möchte unserer Gemeinschaft als Motivation dienen, damit wir weiter zusammenhalten und unsere Traditionen am Leben erhalten. Ich will nicht, dass so ein glänzendes Ding aus Gold unsere Werte verändert. Ich will sie daran erinnern, was mich motiviert und warum ich Weltmeisterin bin. Denn diese Fähigkeiten stecken in jedem Einzelnen von uns – in jedem Menschen, der die heiligen Geschichten gehört und eine Kindaalda-Zeremonie erlebt hat. Die wissen das, sie müssen nur an sich glauben.
 
 
UFC: Was ist dabei dein größtes Ziel?

NM: Egal was andere Menschen über mich sagen, egal ob sie mich als Außenseiterin betrachten oder nicht – ich muss allen zeigen, dass ich immer entschlossen bin, alles gebe und Hürden überwinde. Meiner Herkunft verdanke ich, dass ich der Mensch bin, der ich heute bin. So einfach ist das. Ich würde gerne mit indianischen Kindern arbeiten und sie daran erinnern, wo sie herkommen. Eine Generation nach der anderen hat versucht, uns auseinanderzureißen, aber es hat nie funktioniert. Es ist wichtig, mentale Stärke zu zeigen, denn nur so können wir unsere Traditionen am Leben erhalten.
 

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