Mousasi hat eine neue Einstellung

Ein Interview mit Gegard Mousasi, der Samstagnacht bei UFC 210 gegen Chris Weidman kämpft, ähnelt heutzutage den Leistungen, die der 31 Jahre alte Niederländer zuletzt im Octagon gezeigt hat.

Sparsam aber effektiv teilt er mit seinen Worten und mit seinen Schlägen aus, scheinbar ohne jegliche Anstrengung. Und beide haben die Power, jemanden zu stoppen.

Seine Art zu kämpfen unterscheidet Mousasi kaum von seinen zahlreichen Kollegen und Konkurrenten. Aber seine direkte, ehrliche Art zu reden, wenn er hinter einem Mikrofon steht oder sitzt, unterscheidet sich dramatisch von dem, was man sonst von Kämpfern kennt. Daher ist das talentierte Mittelgewicht heutzutage noch beliebter als früher, als er die „Netter Mensch sagt nette Dinge“-Masche verfolgte, anstatt einfach seine Meinung zu verbreiten.

Wenige Tage vor einem der größten Kämpfe seiner Karriere ist Mousasi so selbstbewusst und zuversichtlich wie nie zuvor. Während andere vielleicht ihren Gegner in einem guten Licht darstellen, ehe sie erklären, warum sie ihrer Meinung nach gewinnen werden, hat Mousasi für Weidman keine lobenden Worte übrig und sagt nur kurz und knapp, was Samstagnacht geschehen wird.

„Ich befinde mich auf dem Höhepunkt meiner Schaffenskraft“, sagt Mousasi gewohnt lapidar. „Er wird mich nur mit Glück besiegen. Möge der Bessere gewinnen, aber ich zweifele daran, dass er mich besiegen kann.“

Die Forschheit seines Statements wird etwas dadurch abgeschwächt, dass seine Stimme dabei unverändert bleibt.

Kurz vor UFC 210, wo er gegen einen hochmotivierten ehemaligen Weltmeister kämpft, bezeichnet Mousasi die Chancen seines Gegners als „gering bis nicht vorhanden“ und tut das mit so viel Energie und Leidenschaft, wie wenn man sich bei Großtante Elisabeth dafür bedankt, dass sie einem zum sechsten Mal hintereinander hässliche Socken zum Geburtstag geschenkt hat.

Es gibt Menschen, die einen Nachruf mit mehr Enthusiasmus vortragen als Mousasi die Chancen von Weidman bewertet, aber Tatsache ist, dass er mit seinen Aussagen weder Aufmerksamkeit generieren noch den Journalisten passende Überschriften liefern will.

Er glaubt einfach zu 100 Prozent daran und zögert nicht, seine Überzeugung kundzutun, wenn er danach gefragt wird.

Nachdem er mit Verletzungen zu kämpfen hatte und früher ins Octagon zurückkehrte, als sinnvoll gewesen wäre, hat Mousasi mittlerweile seinen Rhythmus gefunden. Seit er seinen Trainerstab und sein Training nach der Niederlage gegen Ronaldo „Jacare“ Souza im September 2014 verändert hat, gewann er sechs von sieben Kämpfen.
Jacare Souza submits Gegard Mousasi during their middleweight bout in 2014
Gegard Mousasi celebrates after defeating <a href='../fighter/Uriah-Hall'>Uriah Hall</a> last November. For Mousasi, it avenged a loss to Hall he suffered in 2015

„Nach dem Kampf gegen Jacare habe ich einiges umgeworfen – Training, Trainer“, sagt Mousasi. „Seitdem hatte ich sechs verschiedene Gegner und ich habe jeden Einzelnen von ihnen dominiert. Die einzige Niederlage habe ich wieder geradegerückt. Seit der Niederlage gegen Jacare bin ich ein anderer Kämpfer.“

Mousasi hat derzeit einen guten Lauf. Er gewann zuletzt problemlos gegen Thales Leites, Thiago Santos und Vitor Belfort, ehe er sich im November bei Uriah Hall für die bittere Niederlage revanchierte – nur sechs Wochen nach dem Sieg über Belfort bei UFC 204.

Mousasi gilt seit vielen Jahren als eines der besten Mittelgewichte der Welt, aber jetzt scheinen bei ihm endlich alle Fäden zusammenzulaufen. Deswegen ist er gerade so selbstbewusst und deswegen ist er davon überzeugt, dass Weidman gegen ihn keine Chance hat.

„Ich bin verletzungsfrei, habe die richtigen Menschen um mich herum, bin körperlich stark, mental stark, erfahren, habe einige Siege hintereinander erzielt – das motiviert mich“, sagt Mousasi und listet so die Dinge auf, die ihn derzeit so selbstbewusst machen. „Ich bin zuversichtlich. Vor diesem Kampf bin ich sehr zuversichtlich.“

„Im Training bringt mich niemand zu Boden und ich glaube, er wird mich auch nicht zu Boden bringen“, fügt Mousasi hinzu. „Ich trainiere mit Schwergewichten. Er ist in meiner Gewichtsklasse, also habe ich keinen Zweifel daran, dass ich ihn besiegen kann.“

Wer Mousasi nach dem aktuellen Status seiner Gewichtsklasse befragt, erhält schnell eine detaillierte Antwort. Aber das heißt nicht, dass er abgelenkt ist oder dass seine volle Aufmerksamkeit nicht Chris Weidman und UFC 210 gilt.

Die Tatsache, dass er Samstagnacht den 50. Kampf seiner Profikarriere bestreitet, ist Mousasi nicht aufgefallen. Er ist auch nicht daran interessiert, diesem Meilenstein eine besondere Bedeutung beizumessen. Stattdessen denkt er an die sechs Niederlagen und die zwei Unentschieden in seiner Bilanz und wie er sie mit dem richtigen Training und der richtigen Vorbereitung womöglich hätte vermeiden können.

Auch wenn er bereitwillig seine Meinung zum Titelgeschehen äußert, weiß Mousasi, dass alles davon abhängt, ob er Weidman bei UFC 210 besiegen kann – aber genau das plant er zu tun.

Nur wie?

„Das weiß ich nicht“, sagt Mousasi. „Ich denke, ich werde im Stand kämpfen und ihn für jeden Fehler bezahlen lassen. Und ich werde nach Takedowns Ausschau halten. Wenn er nicht vorsichtig ist, bringe ich ihn zu Boden. Ansonsten warte ich auf seine Fehler.“

„Wenn ich ihn treffe und er zu Boden geht, dann ist das so“, fügt Mousasi hinzu. „Wenn nicht, dann gewinne ich eben nach Punkten. Mir geht es darum, eine gute Leistung abzuliefern und nicht darum, vorzeitig zu gewinnen. Wenn es so kommt, dann kommt es halt so. Ich bin nur hier, um zu gewinnen.“

Das Hauptprogramm von UFC 210 läuft in der Nacht zum 9. April live auf ranFIGHTING.de, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

Samstag, Dezember 30
10PM/7PM
ETPT
Las Vegas, Nevada

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