Nelson konzentriert sich nur auf Nelson

Manche Kämpfer sind von ihrer Position in der Rangliste richtig besessen. Sie wissen die kleinsten Details über jeden, der vor ihnen steht – seine Siege, seine Niederlagen, seine Schuhgröße – und sie sind sich ebenso bewusst, wer hinter ihnen steht und sie überflügeln will.

Fragt man sie nach ihren Plänen für die kommenden Monate, können sie Schritt für Schritt veranschaulichen, wo sie sich jetzt gerade befinden und wie sie an die Spitze gelangen werden – inklusive Analyse derjenigen, die ihnen bis dahin im Weg stehen werden.

Dass Gunnar Nelson nicht zu diesen Kämpfern gehört, erscheint wenig überraschend. Der zurückhaltende Isländer konzentriert sich lieber auf die taktische Seite des Sports, als seine Energie darauf zu verschwenden, sich Gedanken zu machen, wer in der Rangliste vor ihm steht.

„Wenn ich über diesen Sport nachdenke, dann denke ich über die technischen Aspekte nach – und genau das gefällt mir daran: die Sequenzen, die Drills, die Bewegungen, die Taktiken, die Strategien“, sagt Nelson, der Samstagabend im Co-Hauptkampf der „UFC Fight Night“ in London gegen den US-Amerikaner Alan Jouban antritt.

„Ab und zu denke ich schon daran, wie es weitergehen könnte“, sagt er weiter. „Wenn ich dieses Jahr noch zwei Kämpfe bestreite und alles gut läuft, könnte ich nächstes Jahr vielleicht um die Weltmeisterschaft kämpfen. Aber der Titel ist nicht alles, er interessiert mich nicht so sehr wie er andere Kämpfer interessiert. Für mich sind die Titel in diesem Sport nicht das Wichtigste.“
Der direkte Weg zu einem Titelkampf wurde in den vergangenen Jahren immer beschwerlicher, sodass immer mehr Kämpfer ihren Fokus von der Titeljagd wegbewegen und sich mehr darauf konzentrieren, ihre Fähigkeiten zu verbessern und sich den größtmöglichen Herausforderungen zu stellen.

Ein Kampf um den Weltmeistertitel ist nach wie vor das Hauptziel der meisten UFC-Kämpfer, aber sich mit den Besten der Besten zu messen und mit jedem Auftritt zu verbessern, ist für viele andere, darunter Nelson, mindestens genauso motivierend.

„Versteht mich nicht falsch, ich will nicht nur einer von vielen anderen sein“, sagt Nelson. „Ich will keiner der Kämpfer sein, die mal gewinnen und mal verlieren. Ich will jeden einzelnen Kampf gewinnen und ich will mich mit jedem einzelnen Kampf verbessern. Ich konzentriere mich eben nur nicht so sehr auf den Titel. Ich konzentriere mich darauf, mich zu verbessern, meine Bewegungen zu verbessern, mehr zu lernen und mich als Mensch und als Kämpfer weiterzuentwickeln.“

Nachdem Nelson im Mai 2016 bei der „UFC Fight Night“ in Rotterdam einen beeindruckenden Aufgabesieg über Albert Tumenov erzielte, sollte er im Hauptkampf der „UFC Fight Night“ in Belfast gegen Dong Hyun Kim antreten, doch er verletzte sich vorher am Knöchel und sagte ab.

Dieser Rückschlag verhinderte, dass er zum zweiten Mal vor den frenetischen irischen Fans ins Octagon steigt, die ihn als einen der ihren betrachten, da er seit Jahren bei SBG Ireland unter John Kavanagh trainiert und einer der wichtigsten Trainingspartner von Conor McGregor ist. Aber der eisige Isländer nimmt es mittlerweile locker.

„Ich war gut drauf, ich war gut vorbereitet“, sagt Nelson. „Mein erster UFC-Kampf in Irland war fantastisch und auf den Hauptkampf in Belfast habe ich mich riesig gefreut. Ich war so gut vorbereitet und dann passierte mir dieses Unglück. Es war furchtbar.“Gunnar Nelson kicks Albert Tumenov in their Fight Night Rotterdam bout last May

„Aber so ist das eben“, fügt er hinzu. „Ich hoffe, dass mir das nicht noch einmal passiert. Hoffentlich bleibe ich in Zukunft davon verschont. Das war einfach nur ein unglücklicher Unfall. Aber ich bin darüber hinweg und bereit, am Samstag loszulegen.“

In London kämpft Nelson am 18. März gegen Alan Jouban, der 2016 drei Siege erzielte, unter anderem gegen den Senkrechtstarter Mike Perry und im „Kampf des Abends“ gegen Belal Muhammad.

Da ihr Duell erst im Februar angesetzt wurde, hatten beide nicht übermäßig Zeit, sich vorzubereiten oder ihren Gegner zu analysieren, aber das kam Nelson ganz recht.

Nachdem er so lange pausieren und sogar den Hauptkampf in Belfast absagen musste, will er einfach nur ins Octagon zurückkehren.

„Ich analysiere meine Gegner ohnehin kaum“, sagt Nelson. „Ich finde heraus, in welcher Auslage sie kämpfen und wie sie sich in etwa bewegen. Und dann bereite ich mich selbst auf die Schlacht vor.“

„Dass der Hauptkampf in Belfast ausgefallen ist, war unglücklich, aber jetzt bin ich umso hungriger“, sagt Nelson weiter. „Ich habe diesen Kampf kurzfristig angenommen, aber das ist kein Problem. Ich bin heiß darauf, ins Octagon zu steigen und allen zu zeigen, was ich kann.“

Das Hauptprogramm der „UFC Fight Night“ in London läuft am 18. März live und exklusiv auf ranFIGHTING.de, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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