Francis Ngannou kehrt stärker zurück

(Photo by Brandon Magnus/Zuffa LLC)Chaotisch.

So lässt sich die letzte Vorbereitung von Francis Ngannou am besten zusammenfassen, ebenso seine darauffolgende Leistung bei UFC 220 gegen Stipe Miocic.

Sieben Wochen nachdem er Alistair Overeem bei UFC 218 mit einem hammerharten Aufwärtshaken die Lichter ausgeknipst hatte, stand der aufstrebende Kameruner dem Weltmeister im Schwergewicht im Hauptkampf von UFC 220 gegenüber. Er wurde als Jahrhunderttalent gefeiert, als Zukunft der Schwergewichtsklasse – aber an jenem Abend im Januar zeigte Miocic, dass Erfahrung und eine gewissenhafte Vorbereitung auf dem höchsten Level des Kampfsports extrem wichtig sind.

„Es ist einiges falsch gelaufen“, sagte Ngannou über die einstimmige Punktniederlage gegen Miocic. „Der Kampf, das Trainingslager, das war alles chaotisch. Als sie mir den Kampf anboten, hatte ich nur sechs Wochen Zeit zur Vorbereitung und dann merkte ich, dass mein Team gar nicht hier war und daher musste ich wieder zurück nach Paris.“

Zwei Wochen vor dem Kampf überquerte Ngannou den Atlantik und arbeitete wieder mit seinem langjährigen Cheftrainer Fernand Lopez. Neben dem anstrengenden Training und der erhöhten Aufmerksamkeit, die einem Herausforderer im Kampf um die Weltmeisterschaft zuteilwird, musste er zusätzlich mit der langen Reise von Las Vegas nach Paris und wieder zurück klarkommen.

Zum ersten Mal in seiner UFC-Karriere war das schlagkräftige Muskelmonster gestresst – und das spiegelte sich in seiner Leistung wider.

„Ich war gestresst, ich stand unter großem Druck und kämpfte dann nicht so, wie ich sollte“, sagte Ngannou. „Ich habe mich nicht an die Strategie gehalten. Es war ein chaotischer Kampf. Selbst im Stand habe ich nicht gut ausgesehen. Wenn ich mir den Kampf ansehe, erkenne ich mich nicht wieder. Das war nicht ich.“

Es heißt, aus Niederlagen lernt man mehr als aus Siegen. Ngannou ist davon überzeugt. Er meint, die schmerzhafte Niederlage gegen Miocic habe ihn auf all die äußeren Umstände vorbereitet, die ein Hauptkampf und ein Titelkampf eben so mit sich bringen. Und sie brachte ihn dazu, seine Herangehensweise an die Organisation seiner Vorbereitung zu verändern.

Lopez wird Ngannou in dieser Woche in Las Vegas betreuen, aber seine Vorbereitung für den Kampf gegen Derrick Lewis bei UFC 226 absolvierte Ngannou unter der Leitung von John Wood bei Syndicate MMA. Die letzten zwei Monate arbeitete er hart daran, sich zu verbessern und eine Strategie zu entwickeln, mit der er den schlagkräftigen Texaner in der Nacht zum Sonntag neutralisieren kann.

„Ich warte schon ein Jahr lang darauf, dass es zu diesem Kampf kommen wird“, sagte Ngannou über sein Duell gegen Lewis, der zuletzt Marcin Tybura ausknockte und Samstagnacht mit einer Bilanz von 19-5 ins Octagon steigt. „Ich wollte diesen Kampf unbedingt. Als sie mir den Kampf anboten, meinte ich nur, das wäre langsam mal an der Zeit. Denn nach meinem letzten Kampf hat Derrick viel Mist erzählt.“

Lewis, einer der aktivsten UFC-Kämpfer in den sozialen Medien, hat Ngannou schon lange im Visier. Vor „The Black Beast“ ist online niemand sicher, aber Ngannou war in den letzten Monaten definitiv eines seiner Lieblingsziele.

Ursprünglich ließ sich Ngannou auf Lewis‘ Spielchen ein und antwortete auf dessen Sticheleien, aber dann wollte er der Klügere sein und nachgeben – Lewis machte aber trotzdem munter weiter.

„Das nervt nur noch, ich finde es nicht lustig“, sagte Ngannou. „Als er damit anfing, wollte ich darauf reagieren, aber irgendwann wurde mir bewusst, er würde mich nur weiter dumm aussehen lassen. Und da spiele ich nicht mit.“

„Er will vielleicht rumblödeln, aber ich habe darauf keine Lust“, fügte Ngannou hinzu. „Soll er doch mit sich selbst reden.“

Lewis hatte sicher das Ziel, Ngannou so zu provozieren, dass er im Kampf nicht mehr klar denken kann. Aber der „Predator“ aus Kamerun will sich vor allem darauf konzentrieren, die Fehler aus seinem Kampf gegen Miocic nicht zu wiederholen und das Octagon um jeden Preis als Sieger zu verlassen.

„Vor dem Kampf gegen Stipe habe ich mich selbst unter Druck gesetzt, das war ein Fehler“, sagte Ngannou. „Ich konnte meine Strategie nicht umsetzen. Ich habe sie über den Haufen geworfen und in der ersten Runde wild drauflos gekämpft. Jetzt setze ich mich nicht unter Druck. Mir ist egal, was alle anderen denken. Ich will meinen Kampf kämpfen, mich an meine Strategie halten und den Kampf gewinnen.“

„Wenn ich eine Prognose abgeben würde, würde ich mich automatisch unter Druck setzen, weil ich dann auch genau so gewinnen will“, fügte Ngannou hinzu. „Aber mir ist egal, auf welche Art und Weise ich gewinnen werde – Hauptsache ich gewinne.“

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