Nogueira ist noch nicht am Ende



Es gibt nur eine Macht im MMA-Sport, die auch weiterhin ungeschlagen bleibt, und das ist die Zeit. Egal, wie gut er oder sie sein mag, kein Kämpfer kann ihre Attacken abwehren und ihren Klauen entkommen. Manche mögen später mit ihr zu kämpfen haben als andere, aber irgendwann holt sie Jeden ein. Garantiert.

Antonio Rogerio Nogueira kann diese unbesiegte Macht schon am Horizont erkennen, aber der 41-jährige Brasilianer glaubt, dass der Endgegner noch immer ein paar Jahre brauchen wird, um ihn zu stellen.

„Ich schätze, vielleicht ein oder zwei Jahre noch“, so Nogueira vor seiner Rückkehr ins Octagon an diesem Wochenende in Sao Paulo auf die Frage, wie lange er noch zu kämpfen gedenkt.

Behält man im Hinterkopf, was er alles durchgemacht hat, um an diesen Punkt seiner Laufbahn zu gelangen, nur noch Stunden entfernt von seinem Kampf gegen Sam Alvey, dann versteht man, warum „Little Nog“ noch nicht ganz bereit ist, die Faustschützer an den Nagel zu hängen.

Wenn er sich am frühen Sonntagmorgen deutscher Zeit auf den Weg zum Octagon macht, dann geschieht das 96 Wochen, nachdem er zum letzten Mal den Käfig der UFC betreten hat. Jener Kampf fand ebenfalls im Ginasio do Ibirapuera in Sao Paulo statt. Ryan Bader brachte dem früheren PRIDE-Star an diesem Abend eine Niederlage durch technischen Knockout im Hauptkampf der Veranstaltung bei.

SAO PAULO, BRAZIL - SEPTEMBER 20: UFC men's light heavyweigh contender Antonio Rogerio Nogueira of Brazil interacts with media during the <a href='../event/UFC-Silva-vs-Irvin'>UFC Fight Night </a><a href='../event/Ultimate-Brazil'>ultimate </a>media day at Pestana Hotel on September 20, 2018 in Sao Paulo, Brazil. (Photo by Buda Mendes/Zuffa LLC via Getty Images)Das war der zweite Misserfolg gegen den Ultimate-Fighter-Sieger und sein dritter Rückschlag in den letzten vier Kämpfen, deren Daten sich verletzungsbedingt über mehr als zwei Jahre hinzogen. Die addierten Verletzungen einer langen Laufbahn hielten ihn jeweils für sechs bis zwölf Monate aus dem Octagon fern. Aber obwohl diese Pausen zweifellos frustrierend waren, verblassen sie angesichts dessen, was noch folgen sollte.

Eine Nackenverletzung zwang Nogueira, sieben Monate nach seiner Niederlage gegen Bader einen Kampf gegen Ilir Latifi abzusagen. Als er gerade dabei war, sich auf sein für Dezember anberaumtes Comeback vorzubereiten, wurde der Veteran darüber informiert, dass er möglicherweise gegen USADA-Richtlinien verstoßen hatte, was nicht nur seinen geplanten Kampf gegen Jared Cannonier verhinderte, sondern ihn auf unbestimmte Zeit gleich ganz aus dem Verkehr zog.

Im vergangenen April jedoch war Nogueira einer von drei brasilianischen Kämpfern, die nachweisen konnten, dass sie verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel eingenommen hatten, was ihre Strafe rückwirkend auf sechs Monate verkürzte. Der Weg zurück in den Käfig war somit frei für Nogueira.

“Diese zwei Jahre außerhalb des Octagons waren eine sehr schwierige Zeit”, so Nogueira, dessen Frau erst vor wenigen Monaten ihr drittes gemeinsames Kind gebar. „Während dieser Zeit habe ich nicht aufgehört zu trainieren, aber ich habe nicht mit der Gleichen Motivation trainiert wie sonst, weil ich keinen Kampf anstehen hatte.“

“Jetzt haben wir die Chance, hier in Brasilien vor meinen Freunden, meiner Familie und vor meinen Schülern zurückzukommen, das ist also eine sehr gute Gelegenheit für mich, um zu zeigen, wie motiviert ich wieder bin.“

Von der anderen Seite des Octagons aus wird Sam Alvey Nogueira anlächeln, ein Veteran mit 44 Kämpfen, der zehn Jahre jünger ist als Nogueira und in Sachen Aktivität genau das Gegenteil von dem verkörpert, wozu der Brasilianer zuletzt gezwungen war.

Die gesamte UFC-Karriere des 32-Jährigen aus dem Team Quest hat sich im Zeitraum seit Nogueiras Kampf gegen Anthony “Rumble” Johnson im Juli 2014 abgespielt – insgesamt 15 Kämpfe, von denen er zehn gewonnen hat, darunter aufeinanderfolgende Siege seit seinem Wechsel ins Halbschwergewicht Anfang dieses Jahres.

Obwohl Alves das Alter auf seiner Seite hat, sich über Ringrost keine Gedanken zu machen braucht und gerade erst zwei solide Kämpfe gezeigt hat, ist Nogueira zuversichtlich, dass seine Rückkehr in den Käfig an diesem Wochenende eine erfolgreiche sein wird.

„Ich denke, dass ich gewinnen werde. Ich weiß, dass ich gewinnen werde. Ich habe ein gutes Gefühl bei diesem Kampf“, so Nogueira. „Er ist ein guter Kämpfer und er wird mit schnellen Schlägen angreifen, aber ich habe viel Erfahrung mit Gegnern, die gerne boxen.“

Nach allem, was er hinter sich hat und mit der Zeit im Nacken gibt der ehemalige PRIDE-Star und allerorts respektierte Veteran zu, dass ein Sieg am Samstag in Sao Paulo der süßeste Triumph seiner imposanten Karriere sein würde.

„Es ist nicht leicht, mit 42 Jahren noch zu kämpfen, es ist nicht mehr so leicht wie früher, zu trainieren, deswegen glaube ich, dass dieser Sieg vielleicht der größte Sieg überhaupt für mich sein wird. Dieser Sieg wird bedeuten, dass noch große Dinge in meiner Zukunft liegen.“

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