Shevchenko greift nach dem Gürtel

BELEM, BRAZIL - FEBRUARY 03: <a href='../fighter/Valentina-Shevchenko'>Valentina Shevchenko</a> of Kyrgyzstan celebrates her victory over <a href='../fighter/Priscila-Cachoeira'>Priscila Cachoeira</a> of Brazil in their women's flyweight bout during the <a href='../event/UFC-Silva-vs-Irvin'>UFC Fight Night </a>event at Mangueirinho Arena on February 03, 2018 in Belem, Brazil. (Photo by Buda Mendes/Zuffa LLC/Zuffa LLC via Getty Images)
Etwas mehr als 30 Jahre ist Valentina Shevchenko schon auf der Welt und in 18 Jahren davon stand der Kampfsport im Mittelpunkt ihres Lebens. Im Laufe ihrer sportlichen Karriere erlebte die Kirgisin einige schöne und denkwürdige Momente. Samstagnacht könnte es zum bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere kommen, wenn sie bei UFC 228 in Dallas gegen Nicco Montano gewinnt und ihr den Weltmeistertitel im Fliegengewicht abnimmt. Sie selbst würde einen Titelgewinn jedoch nicht als Höhepunkt bezeichnen.

„Ich denke, das kann man erst am Ende einer Karriere festlegen“, sagte sie. „Momentan entwickle ich mich ständig weiter und ich mache die Dinge, die ich liebe. Der Kampfsport ist mein Leben. Ich arbeite hart daran, immer weiter Fortschritte zu machen. Es ist noch etwas früh, um auf meine Karriere zurückzublicken und etwas als einen Höhepunkt zu bezeichnen. Darüber will ich noch nicht nachdenken. Ich will den Moment genießen und ich will das Leben genießen.“

Shevchenko schlägt und tritt schon seit frühester Kindheit, aber vom Kampfsport hat sie trotzdem noch nicht die Nase voll. Sie wurde in Kirgisien geboren, lebt in Peru und kämpft auf der ganzen Welt – ständig ist sie auf Achse, aber das empfindet sie nicht als Last. Jede neue Erfahrung, jede Vorbereitung, jeder Kampf ist für sie aufregend. Das gilt auch für ihr Titelduell bei UFC 228. Sie reiste aber nicht nach Dallas, um nur dabei zu sein.

„Dabei sein ist nicht alles – ich bin hier, um zu gewinnen“, sagte Shevchenko.

Nach fünf Kämpfen im Bantamgewicht, von denen sie drei gewann – beide Niederlagen kassierte sie gegen die Weltmeisterin Amanda Nunes – wechselte Shevchenko ins Fliegengewicht. Sie war sofort eine der Spitzenathletinnen in der neuesten Gewichtsklasse der UFC und jetzt, bei UFC 228 in Dallas, hat sie die Chance, eine der besten UFC-Kämpferinnen zu werden.


„Ich bin sehr glücklich darüber, dass die UFC diese Gewichtsklasse eingeführt hat, denn ich wusste, dass ich dafür wie geschaffen bin“, sagte Shevchenko. „Vorher mussten die Fliegengewichte entweder Gewicht zulegen und im Bantamgewicht kämpfen oder Gewicht verlieren und im Strohgewicht kämpfen. Das Fliegengewicht ist meine natürliche Gewichtsklasse. Mir war immer klar, dass ich sofort wechseln würde, wenn mir die UFC die Chance dazu bietet.“

Der Grund ist einleuchtend. Im Bantamgewicht bis 61 Kilogramm wog sie sich ein, ohne vorher auch nur ein Gramm abzunehmen – während ihre Gegnerinnen mehrere Kilogramm abkochten. Im Fliegengewicht bis 57 Kilo ist sie nun diejenige, die in den Wochen vor dem Kampf abkochen muss.

„Im Fliegengewicht bin ich weder die kräftigste noch die größte Kämpferin, aber meine Gegnerinnen sind etwas gleich schwer und so habe ich die Möglichkeit, mein ganzes Arsenal zu zeigen – alle meine Fähigkeiten und alle meine Techniken“, sagte Shevchenko.

Dass das keine leeren Worte sind, zeigte sie im Februar bei der „UFC Fight Night“ in Belem, als sie auf die unbesiegte Brasilianerin Priscila Cachoeira traf. Cachoeira ging zwar als Außenseiterin in den Kampf, aber niemand hätte gedacht, dass Shevchenko derart dominant über sie hinwegfegen würde.

„Vor einem Kampf gehe ich nie davon aus, dass meine Gegnerin geringere Fähigkeiten haben wird als ich oder dass der Kampf leicht werden wird“, sagte Shevchenko. „Auf diesem Niveau gibt es keine leichten Gegnerinnen. Man muss jede Gegnerin als größte Herausforderung betrachten. Ich habe einfach getan, was ich tun musste. Ich dachte nur darüber nach, wie ich im Octagon stehen, die Atmosphäre fühlen und mein Bestes geben werde.“


Nach dem Kampf wollten ihr manche schon den Gürtel überreichen. Doch da gab es noch eine klitzekleine Förmlichkeit: Nicco Montano hatte den Gürtel zwei Monate zuvor mit einem Sieg über Roxanne Modafferi gewonnen und sich so zur allersten Weltmeisterin im Fliegengewicht gekrönt. Shevchenko hatte kein Problem damit – sie wusste, dass sie ihre Chance früher oder später bekommen würde.

„Sie hat den Gürtel gewonnen, sie hat gezeigt, dass sie den Gürtel verdient und sie hat alle ihre Kämpfe bei ‚The Ultimate Fighter‘ gewonnen – und nun wird sie alles tun, um den Gürtel zu behalten“, sagte Shevchenko über Montano. „Aber das spielt keine Rolle, denn ich bin hier, um zu gewinnen. Ich denke nicht viel über meine Gegnerin nach. Ich konzentriere mich auf mich selbst und auf meine Vorbereitung.“

Während ihrer Vorbereitung war Shevchenko wieder in der ganzen Welt unterwegs, aber für die Titelherausforderin ist das nichts Neues. Jetzt ist sie in Dallas und blickt voller Vorfreude auf ihren zweiten Weltmeisterschaftskampf. Shevchenko kennt dieses Gefühl und sie weiß auch, was es bedeutet, einen Weltmeistertitel zu haben. In der UFC hatte sie noch kein Gold in den Händen, wohl aber als Thaiboxerin.

„Im Laufe meiner Muay-Thai-Karriere habe ich zwölf Weltmeistertitel gewonnen und einen Gürtel zehn Jahre in Folge verteidigt“, sagte sie. „In der UFC will ich dasselbe erreichen. Ich hoffe, dass mir das in dieser Gewichtsklasse gelingen wird.“

In wenigen Tagen wird sie herausfinden, ob das ihr Schicksal ist. Vorhersagen will sie jedoch keine treffen.

„Ich rede nicht viel, sondern handele.“

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