Dennis Siver im Federgewicht: Jetzt oder nie!

"Ich bin schon lange dabei und habe hart gearbeitet, um mit jedem Kampf besser zu werden. Jetzt heißt es: Jetzt oder nie!" - Dennis Siver
UFC featherweight Dennis SiverDasselbe gilt für die Kämpfer in der UFC. Verglichen mit Kämpfen bei kleineren Veranstaltungen, bewegt sich im Octagon alles mit Warp-Geschwindigkeit. Der Bruchteil einer Sekunde kann zwischen Sieg und Niederlage entscheiden. Das hochrangige Leichtgewicht Donald „Cowboy“ Cerrone weiß das. Dennis Siver, der letzten Oktober bei UFC 137 in Cerrones „Aufgabegriff des Abends“ landete, weiß das umso besser.

„Der ‚Cowboy‘ hat seinen Reichweitenteil richtig gut ausgenutzt“, sagte Siver, der zwölf Zentimeter kleiner ist als Cerrone und sieben Zentimer weniger Reichweite hat. „Ich ließ meine Deckung fallen, er hat mich gut getroffen und bevor ich wieder beisammen war, hatte er mich bereits zur Aufgabe gezwungen.“

Es war nicht die erste Niederlage für Siver, 19-8, aber nach einer Erfolgsserie von vier Siegen hintereinander zwischen 2010 und 2011, während der er Spencer Fisher, Andre Winner, George Sotiropoulos und Matt Wiman besiegte, war diese Niederlage gegen Cerrone umso bitterer, denn die Hoffnungen des in Russland geborenen Deutschen auf einen Titelkampf wurden dadurch vorerst zunichte gemacht.

Was viele Kampfsportfans überraschte, war, dass Silver, der trotz dieses Misserfolgs nach wie vor ein sehr gutes Leichtgewicht ist, beschloss, dass seine Zukunft nicht in der Leichtgewichtsklasse liegen würde, sondern im Federgewicht bis 66 Kilogramm.

„Ich wollte etwas Neues ausprobieren und fühlte mich extrem motiviert, als ich darüber nachdachte, die Gewichtsklasse zu wechseln“, sagte Siver, der diesen Samstag in Schweden gegen Diego Nunes im Federgewicht debütieren wird. „Natürlich ist meine Reichweite viel besser für die Federgewichtsklasse geeignet als für die Leichtgewichtsklasse.“

Gegen den 1,68 Meter großen Brasilianer wird Siver einen Größenvorteil genießen, den er in seiner bisherigen UFC-Karriere noch nie gehabt hatte (2010 kämpfte er gegen den gleich großen Spencer Fisher), und er verspricht in seiner neuen Umgebung noch mehr von seiner Explosivität.

„Im Leichtgewicht war ich ein richtiges Kraftpaket, und ich gehe davon aus, dass ich meine Power im Federgewicht noch mehr zu meinem Vorteil nutzen kann“, sagte Siver durch seinen Übersetzer Oliver Copp. „Im Federgewicht zu kämpfen, sollte mich noch viel explosiver machen.“

Das ist kein angenehmer Gedanke für Nunes und den Rest der Federgewichte, aber aus Sicht der Fans, die sahen, wie Siver vier Auszeichnungen in der UFC erhielt (zweimal „Knockout des Abends“, einmal „Aufgabegriff des Abends“, einmal „Kampf des Abends“), ist er ein gern gesehener Zuwachs, auch wenn der 33 Jahre alte Mannheimer jegliches Lob für seine aggressive Offensive bescheiden ablehnt.

„Das ist nichts, worüber ich mir groß Gedanken mache“, sagte er. „Mein Ziel ist, alles zu geben. Ich will niemals in den Spiegel sehen und merken, dass ich verloren habe, weil ich nicht alles gegeben habe. Mein Kampfstil führt eben dazu, dass hin und wieder gute Kämpfe entstehen… aber ich versuche nicht, das zu erzwingen.“

Es ist jedoch besser, die Zuschauer hinter sich zu haben, richtig? Nicht unbedingt, sagt Siver, dessen unerwartete Antwort so schnell kommt wie sein heimtückischer und zerstörender Spinning-Back-Kick.

„Um ehrlich zu sein, wachse ich über mich hinaus, wenn ich in einem fremden Land bin und gegen den Lokalmatador kämpfe“, sagte er. „Die Buhrufe der Fans motivieren mich. Umgekehrt ist es aber übrigens auch wahr. Wem gefällt es nicht, Reaktionen vom Publikum zu bekommen? Gleichzeitig versuche ich aber, konzentriert zu bleiben und mich nicht von den Zuschauern ablenken zu lassen.“

Stockholm liegt nur wenige Stunden von seiner Heimat Mannheim entfernt, und so kann sich Siver an diesem Wochenende wohl mehr auf Jubelschreie als auf Buhrufe einstellen, wenn er zum siebten Mal für die UFC in Europa kämpft, wo er eine Bilanz von 5-1 hat. Aber noch einmal, er lässt sich von nichts, was außerhalb des Octagons geschieht, beeinflussen, weder positiv noch negativ.

„Es bedeutet für mich keinen Unterschied, außer eben, dass ich erst später einfliegen kann und mich nicht mit dem Zeitzonenwechsel herumschlagen muss“, kommentierte Siver die Tatsache, dass er auf seinem heimischen Kontinent kämpft. „Darüber hinaus ist es immer harte Arbeit, sich auf einen Kampf vorzubereiten, ganz egal wo er stattfindet.“

Diesmal wird es noch härter, denn das frühere Weltergewicht kämpft erstmals in der Gewichtsklasse bis 66 Kilogramm. Aber er geht damit locker um und geht davon aus, dass es am Tag des Wiegens keine Schwierigkeiten geben wird.

„Ich hatte keine Probleme beim Gewicht machen. Zwar musste ich eine strenge Diät einhalten und ein paar Dinge verändern, aber die Veränderungen waren nicht dramatisch. Ich esse mehr Obst und Gemüse und ich esse weniger Süßigkeiten. Ich gebe es zu – ich nasche gerne (lacht)!“

Tun wir das nicht alle? Doch wenn Siver seine Vorliebe für Süßigkeiten in den Griff bekommen und Nunes überzeugend besiegen kann, welcher bislang nur gegen Kenny Florian und LC Davis verloren hat, könnte er sich direkt im Titelgeschehen positionieren. In der Leichtgewichtsklasse, wo die Liste der potentiellen Herausforderer für den Weltmeister Benson Henderson ellenlang ist, wäre das nicht so leicht. Hat diese Tatsache nach der Niederlage gegen Cerrone bei Sivers Entscheidung über einen Gewichtsklassenwechsel eine Rolle gespielt?

„Nicht wirklich“, sagte er. „Dieser Kampf gegen Diego ist ein Test für mich. Ich will sehen, wie mein Körper in der neuen Gewichtsklasse reagiert. Vielleicht bleibe ich im Federgewicht, vielleicht nicht. Aber wenn ich mich dazu entschließe, zu bleiben, werde ich mein Augenmerk auf den Titel richten. Ich bin schon lange dabei und habe hart gearbeitet, um mit jedem Kampf besser zu werden. Jetzt heißt es: Jetzt oder nie! Man wird nicht jünger.“

Auch der Federgewichtsweltmeister Jose Aldo wird anscheinend mit jedem Kampf besser, und er hat während seiner Zuffa-Karriere (UFC und WEC) noch kein einziges Mal verloren. Siver hat eine gesunde Menge Respekt für Aldo und den Rest seiner Kollegen im Federgewicht.

„Die meisten Kämpfer im Federgewicht sind extrem schnell und explosiv“, sagte er. „Sie haben auch super Kondition. Und Jose Aldo ist ohne Zweifel aus gutem Grund der Champion. Seine Technik ist außergewöhnlich. Ich sehe ihn gerne kämpfen und hoffe, dass ich eines Tages in der Position zu sein werde, um gegen ihn anzutreten.“

Zunächst ist aber Aldos früherer Nova-Uniao-Teamkollege Nunes dran, den Siver wie folgt beschreibt: „Schnell und flexibel und ein sehr guter Standkämpfer. Seine Takedown-Verteidigung ist auch gut und ich denke, dass er sehr stark ist.“

Der Kampf an diesem Wochenende sollte aufzeigen können, wo Siver steht, aber man bekommt den Eindruck, als wüsste er bereits, was er abliefern wird.

„Freut euch auf aufregende Kämpfe mit viel Action“, sagte er. „Was stand neulich auf UFC.com? ‚Dennis Siver hasst eure Leber!‘“

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