Nunes bekommt ihren Weihnachtswunsch erfüllt

Es ist eine Tatsache, dass Cris Cyborg noch nie auf dem Wunschzettel einer anderen Kämpferin stand.

Bis Amanda Nunes kam. Dieses Jahr erfüllt sich ihr Weihnachtswunsch vier Tage nach Heiligabend.

„Ich stelle mich gerne neuen Herausforderungen“, sagte die amtierende Weltmeisterin im Bantamgewicht. „Es ist wichtig, dass man das macht. Ich freue mich mehr als auf jeden anderen Kampf. Ich will herausfinden, was ich wirklich drauf habe. Dieser Kampf wird mir einige Dinge aufzeigen.“

Herausforderungen sind etwas Tolles. Aber eine Gewichtsklasse – knapp 4,5 Kilogramm – nach oben zu wechseln und gegen jemanden zu kämpfen, der seit 13 Jahren nicht mehr verloren hat, könnte gefährlich sein. Nunes sieht das allerdings anders. Die 30 Jahre alte Brasilianerin sieht nur die Gelegenheit, die sich ihr bietet. Als die Idee aufkam, die Weltmeisterin der Federgewichtsklasse herauszufordern, war sie sofort Feuer und Flamme.

„Als mein Trainer, meine Verlobte Nina und ich das erste Mal davon sprachen, war ich hellauf begeistert, ich wollte sofort loslegen“, sagte Nunes. „Ich wusste, dass ich das Zeug dazu habe, sie herauszufordern. Warum sollte ich es also nicht tun? Ich denke, andere Frauen haben Angst vor Cyborg, aber ich gehöre nicht dazu. Ich bin eine Löwin.“

Vielleicht ist das ja das Geheimnis. Nunes weiß, was sie erwartet, wenn sie Samstagnacht bei UFC 232 gegen Cyborg antritt – aber das Kämpfen liegt ihr im Blut und Kämpferinnen kämpfen eben. Nunes‘ Onkel, Jose Silva, war ein Vale-Tudo-Kämpfer und bei seinen Auftritten stand Nunes‘ Mutter stets in seiner Ecke. Als die „Löwin“ in ihrer Kindheit etwas zu wild wurde, sollte sie sich beim Capoeira abregen. Seitdem blieb sie dem Kampfsport treu und lernte immer wieder neue Disziplinen. Daher war niemand überrascht, als sie ankündigte, den Kampfsport zu ihrem Beruf machen zu wollen.

„Als ich beschloss, Profikämpferin zu werden, hat mich meine Mama sofort unterstützt – sie wollte für mich da sein, denn sie war auch die ganze Zeit für meinen Onkel da“, sagte Nunes, die 2008 ihr Profidebüt gab. Zehn Jahre später ist sie kein Rohdiamant mehr, sondern eine der besten MMA-Kämpferinnen der Welt sowie ein Star und Vorbild in ihrer Heimat Brasilien, wo sie ihren Weltmeistertitel im Mai erfolgreich gegen Raquel Pennington verteidigte.

„Die Titelverteidigung in Brasilien war fantastisch“, sagte sie. „Das war eines der besten Gefühle überhaupt. Ich habe meinen Gürtel nach Hause gebracht und meine Freude mit meinen Landsleuten geteilt.“

„Es bedeutet mir sehr viel, die erste brasilianische Weltmeisterin zu sein und ich werde immer versuchen, alles richtig zu machen, denn ich weiß, dass viele Kinder zu mir aufblicken. Ich will sie inspirieren, damit sie eines Tages selbst ein Champion werden wollen.“

Auf ihre sportliche Karriere kann Nunes mit Stolz zurückblicken, sie gewann zuletzt siebenmal in Folge, unter anderem gegen Ronda Rousey, Miesha Tate und zweimal gegen Valentina Shevchenko. Aber im Kampfsport streben die Kämpferinnen und Kämpfer nach mehr und mehr. Nunes hat Samstagnacht die Chance, als erste Frau einen Weltmeistertitel in zwei verschiedenen Gewichtsklassen zu halten – und das auch noch gleichzeitig. Holly Holm und Joanna Jedrzejczyk hatten diese Chance bereits, scheiterten jedoch.

„Ich denke oft über mein Vermächtnis nach“, sagte Nunes. „Ich will, dass mich die Fans als die Beste aller Zeiten in Erinnerung behalten.“

Das wird auch der Fall sein, wenn sie bei UFC 232 in Los Angeles gegen die Frau gewinnt, die derzeit inoffiziell als die beste MMA-Kämpferin aller Zeiten gilt. Jedoch wird das kein leichtes Unterfangen.

„Sie ist eine starke und kraftvolle Kämpferin und die Beste in ihrer Gewichtsklasse“, sagte Nunes über Cyborg. „Ich denke, sie ist eine großartige Kämpferin.“

Nunes glaubt allerdings, dass sie genauso gut ist und dass zu einer großartigen Kämpferin die Bereitschaft gehört, Risiken einzugehen, die andere nicht eingehen wollen. Sie hofft, dass sich ihr Mut bezahlt machen wird. Mit einem Sieg könnte sie nicht nur ihre Karriere, sondern ihr Leben verändern. Verliert sie, hat sie es wenigstens versucht und ist noch immer die Weltmeisterin im Bantamgewicht. Ihr geht es tatsächlich nicht nur um den Scheck, sondern um die historische Herausforderung.

„Das ist der größte Frauenkampf aller Zeiten“, sagte Nunes. „Zwei Weltmeisterinnen kämpfen gegeneinander – das wird unglaublich.“
 

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