Für Kowalkiewicz ist das Octagon der sicherste Ort


Bis hierher war es für Karolina Kowalkiewicz eine fantastische Reise – von Lodz nach Rio de Janeiro, dem Austragungsort von UFC 212, wo die 31 Jahre alte Polin an diesem Wochenende auf die brasilianische Lokalmatadorin Claudia Gadelha treffen wird.

„Fantastisch, das ist mein Lieblingswort“, sagte sie mit einem Lachen. Sie verbessert ihr Englisch genauso ehrgeizig und sorgfältig wie ihre Fähigkeiten im MMA-Sport. In wenigen Jahren wurde sie von einer Krav-Maga-Trainerin zu einer Titelanwärterin im Madison Square Garden. Über solche Geschichten werden normalerweise Filme gedreht, vor allem, wenn man Kowalkiewicz‘ Anfänge im MMA-Sport betrachtet, die sie als „Liebe auf den ersten Blick“ beschreibt.

Obwohl sie im vergangenen November den Weltmeisterschaftskampf bei UFC 205 gegen ihre Landsfrau Joanna Jedrzejczyk verlor, könnte ihre Geschichte heute enden und es wäre trotzdem ein glückliches Ende. Denn der MMA-Sport hat ihr Leben auch ohne Titelgewinn verändert.

„Ich habe den Sport immer geliebt“, sagte Kowalkiewicz. „Ich bin mental sehr stark. Ich weiß, das hört sich etwas blöd und komisch an, aber das Octagon ist für mich der sicherste Ort der Welt. Ich liebe das Gefühl, wenn ich im Octagon stehe.“

Die Gefühle sind die eine Sache, die Belohnungen die andere. Als eine der besten Kämpferinnen in ihrer Gewichtsklasse konnte sie sich zuletzt eine eigene Wohnung leisten.

„Nach meinem letzten Kampf habe ich mir eine Wohnung gekauft“, sagte Kowalkiewicz. „Das finde ich ganz fantastisch. Bevor ich in die UFC kam, lebte ich in einer sehr, sehr, sehr kleinen Wohnung. Ich hatte nur einen Raum und eine Küche. Jetzt habe ich eine schöne Wohnung.“

Noch ist ihre Geschichte allerdings nicht zu Ende, einige Kapitel stehen noch aus. Auch wenn sich Kowalkiewicz sicher ist, sie würde nur „zwei, vielleicht drei Jahre weiter kämpfen. Danach will ich Kinder und eine Familie haben. Das ist mir sehr wichtig.“

In der Zwischenzeit gibt es viel zu lernen, viel zu kämpfen und viele Träume zu erfüllen. Samstagnacht geht es weiter, mit dem Kampf gegen Claudia Gadelha, die Nummer 1 im Strohgewicht. Auch Gadelha hat bereits gegen Jedrzejczyk verloren. Doch nach ihrer letzten Niederlage im Juli 2016 kam sie mit einem Sieg über Cortney Casey stark zurück. Kowalkiewicz hingegen steht erstmals seit ihrer Niederlage gegen Jedrzejczyk wieder im Octagon.

„Es war mein Traum, ein New York zu kämpfen“, sagte sie. „Wenn ich an den Kampf gegen Joanna denke, dann werde ich sehr wütend, denn ich war sehr, sehr nah dran, zu gewinnen. Aber ich weiß, dass ich sie eines Tages schlagen werde – hoffentlich noch in diesem Jahr.“

Das wäre möglich – vorausgesetzt, sie bezwingt Gadelha. Kowalkiewicz‘ erster Kampf gegen Jedrzejczyk war durchgängig spannend und in der vierte Runde schlug sie die Weltmeisterin sogar nieder. Gegen einen Rückkampf hätte wohl niemand etwas einzuwenden. Doch jetzt steht Kowalkiewicz eine zähe Sportlerin im Weg, für die sie sehr viel Respekt übrig hat.



„Claudia ist eine wirklich großartige Kämpferin“, sagte Kowalkiewicz. „Sie ist gut auf dem Boden, gut im Ringen, gut im Stand – sie ist überall sehr gefährlich.“

Klingt nach einer schwierigen Aufgabe, aber einer, die Kowalkiewicz gerne lösen wird. Auf den typischen Trashtalk vor einem so großen Kampf hat sie indes überhaupt keine Lust.

„Vielleicht bin ich gar keine bessere Kämpferin als Claudia“, sagte Kowalkiewicz. „Ich halte mich nicht gerne für eine bessere Kämpferin als sie. Aber ich denke, ich kann sie auch so besiegen.“

Kowalkiewicz lächelte wissend, als ob sie schon den Rest des Jahres perfekt durchgeplant hätte.

„Jetzt bin ich die Nummer 2“, sagte sie über ihren Ranglistenplatz im Strohgewicht. „Nach dem Kampf gegen Claudia werde ich hoffentlich die Nummer 1 sein. Und nach meinem nächsten Kampf werde ich die Weltmeisterin sein. Ich habe ein ultimatives Ziel: den Weltmeistertitel. Ich will eine Weltmeisterin sein.“

Fantastisch.

Das Hauptprogramm von UFC 212 in Rio de Janeiro läuft in der Nacht vom 3. auf den 4. Juni live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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