Volkan Oezdemir fährt auf der Überholspur

Volkan Oezdemir verschwendete keine Zeit und positionierte sich in nur wenigen Monaten als neue Macht im Halbschwergewicht. Samstagnacht kämpft er im Hauptprogramm von UFC 214, wenige Minuten vor dem größten Rückkampf der UFC-Geschichte zwischen Daniel Cormier und Jon Jones.

Im Februar trat Oezdemir, der erste Schweizer in der UFC, kurzfristig zu seinem Debüt an und traf direkt auf den ehemaligen Titelherausforderer Ovince Saint Preux. Oezdemir besiegte OSP nahezu ohne Vorbereitung nach Punkten. Drei Monate später schlug er Misha Cirkunov, der als das größte UFC-Talent im Halbschwergewicht galt, in 28 Sekunden KO. Spätestens seit diesem Kampf haben ihn alle auf der Rechnung. Als der 27 Jahre alte Senkrechtstarter auf der Pressekonferenz erschien, stand bereits sein nächster Kampf fest: ein Duell mit dem britischen Knockout-Spezialisten Jimi Manuwa.

„Es ist schon verrückt“, sagt Oezdemir über seinen rasanten Aufstieg. „Ich glaube, das ist noch niemandem in so kurzer Zeit gelungen. Aber jetzt geht es erst richtig los. Mein Ziel ist es, so schnell wie möglich um den Gürtel zu kämpfen. Ich will versuchen, in kurzmöglichster Zeit den Titel zu gewinnen.“

„Daher habe ich kein Interesse an einfachen Kämpfen – ich will Gegner, die in der Rangliste über mir stehen“, fügt Oezdemir hinzu. „Mein erster Gegner war auf Platz 6, mein zweiter war eines der besten Talente. Es hieß, er würde sicher mal Weltmeister werden. Jetzt treffe ich auf Jimi Manuwa, der ebenfalls eine Titelchance will.“


Sein schneller Aufstieg in der Rangliste und seine Fähigkeit, seine Kämpfe blitzschnell vorzeitig zu beenden, haben Oezdemir einen neuen Spitznamen eingebracht.

„Ich habe jetzt einen neuen Spitznamen: ‚No Time‘“, erklärt Oezdemir. „Ich rase einem Titelkampf entgegen und in der Regel beende ich meine Kämpfe ziemlich schnell. Der Sieg über Misha war nicht mal mein schnellster. Der Name passt also zu mir.“

Der Knockout gegen Cirkunov war immerhin Oezdemirs zweitschnellster vorzeitiger Sieg und der elfte vorzeitige Sieg seiner Karriere. Sein neuer Spitzname ist daher absolut zutreffend.

In Fribourg geboren, trainiert Oezdemir mittlerweile in Südflorida. Er hat bislang Kämpfe im Schwergewicht und im Halbschwergewicht gewonnen, auch in den USA. Es stellt sich die Frage, wieso man ihn erst seit seinem sensationellen Sieg über Cirkunov auf dem Schirm hat. Aber der besonnene Schweizer macht sich über so etwas keine Gedanken, vor allem, da nach UFC 214 jeder wissen wird, wer er ist und was er kann.

„Die Konkurrenz ist einfach riesig“, sagt Oezdemir, der vor seinem UFC-Debüt nur einmal in 29 Monaten gekämpft hatte. „Sobald man sich bewiesen hat, bekommt man von den Menschen mehr Aufmerksamkeit. Und genau das erlebe ich gerade.“

„Manchmal ist man selbst der einzige Mensch, der weiß, was man drauf hat und wohin die Reise gehen wird und welche Erfolge man feiern wird“, fügt Oezdemir hinzu. „Sobald man erste Erfolge feiert, bekommt man perfekte Gelegenheiten, es allen zu zeigen und dann wissen plötzlich alle Bescheid.“

„Es wird aber immer Gerede geben“, sagt Oezdemir weiter. „Darüber mache ich mir keinen Kopf. Was über mich gesagt wird, interessiert mich nicht. Das blende ich aus.“
Volkan Oezdemir reacts after finishing Misha Cirkunov in 28 seconds earlier this year
Stattdessen konzentriert sich Oezdemir darauf, den kürzesten Weg zu einem Titelkampf im Halbschwergewicht zu finden. Samstagnacht steht er bereits zum dritten Mal in diesem Jahr im Octagon – gegen den gefährlichsten Gegner seiner Karriere.

Bei der „UFC Fight Night“ in London erzielte Manuwa im März seinen zweiten verheerenden Knockout in Folge. Danach forderte er Daniel Cormier heraus. Aber da der amtierende Weltmeister und sein Erzrivale Jon Jones noch eine offene Rechnung zu begleichen haben, begnügte sich Manuwa vorerst mit einem Titelausscheidungskampf.

Da Manuwa regelmäßig im Allstars Training Center in Stockholm mit Alexander Gustafsson trainiert, kam ein Kampf gegen den zweifachen Titelherausforderer nicht infrage. Also bekommt Oezdemir die Chance, sich mit einem Sieg über Manuwa im Titelgeschehen zu etablieren.

„Ich weiß, was ich kann und ich vertraue auf meine Fähigkeiten, also habe ich keine Sekunde gezögert, den Kampf gegen Manuwa anzunehmen“, sagt Oezdemir. „Hier geht es um eine großartige Chance. Wenn ich jede Chance nutze und schnell die Rangliste aufsteige, dann ist das einfach nur fantastisch.“

Was das Duell mit Manuwa betrifft, so ist Oezdemir zuversichtlich, dass er ihn genauso schnell aus dem Weg räumen wird wie Misha Cirkunov bei der „UFC Fight Night“ in Schweden.

„Ich werde ihn in der ersten Runde besiegen“, sagt Oezdemir. „Manuwa hat noch nie in der ersten Runde verloren, aber ich werde derjenige sein, der ihn in der ersten Runde ausknockt. Das ist mein Ziel. Der Kampf wird nur eine Runde dauern.“

Das Hauptprogramm von UFC 214 läuft in der Nacht vom 29. auf den 30. Juli live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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