Paul Craigs Kriegerblut

Weniger als einen Monat, nachdem er Adam Wright in 47 Sekunden besiegt hatte, saß Paul Craig zuhause in Schottland, in der SSE Hydro in Glasgow, und sah beim UFC-Debüt in seinem Heimatland zu.

An diesem Abend im Juli 2015 war er nur ein Fan, allerdings einer mit einer Profibilanz von 6-0, der hoffte, eines Tages selbst im Octagon der UFC zu stehen.

„Ich war der Meinung, dass ich für die UFC bereit bin“, sagt er mit einem Lachen. „Aber genau genommen war ich es noch nicht. Als Robert Whiteford in die Halle einlief, rasteten die Zuschauer aus. Alle standen auf und brüllten und schrien. Die UFC war zum ersten Mal in Schottland, es war eine tolle Veranstaltung und für MMA-Fans aus Schottland, die noch nie bei einem UFC-Event waren, war es einfach großartig.“

Am darauffolgenden Montag war Craig wieder im Gym und sprach mit seinem Trainer Brian Gallacher über die „UFC Fight Night“ in Glasgow. Sie waren sich schnell einig.

„Ich sah Brian ein und wir sagten: ‚Wir müssen dabei sein‘“, sagt Craig.

Jetzt sind sie es. Craig debütierte im vergangenen Dezember in der UFC. Er zwang den Brasilianer Henrique da Silva zur Aufgabe und erhielt dafür sogar einen Bonus. Im März unterlag er dem ungeschlagenen Australier Tyson Pedro in seinem zweiten UFC-Kampf. Seinen dritten Auftritt hat er diesen Sonntag bei der „UFC Fight Night“ in Glasgow – gegen den US-Amerikaner Khalil Rountree Jr. Endlich kann das 29 Jahre alte Halbschwergewicht aus Coatbridge vor seinen Landsleuten im Octagon kämpfen.

„Wir Schotten sind Krieger“, sagt Craig. „Unser Stammbaum ist voller Krieger. Es ist in unserem Blut. Wir haben nicht das beste Wetter der Welt, hier regnet und windet es andauernd. Wir kämpfen von unserer Geburt an. Wenn jemand in mein Land kommt – in diesem Fall Khalil Rountree – und er versucht, etwas zu nehmen, das mir gehört, dann kämpft er gegen einen Schotten mit Heimvorteil und einen solchen Mann kann man nur schwer schlagen. Es geht um Stolz und um die Liebe, die die Schotten für ihre Heimat empfinden. Wir tragen Schottland im Herzen.“

SACRAMENTO, CA - DECEMBER 17:  (L-R) Paul Craig of Scotland punches Henrique da Silva of Brazil in their light heavyweight bout during the <a href='../event/UFC-Silva-vs-Irvin'>UFC Fight Night </a>event inside the Golden 1 Center Arena on December 17, 2016 in Sacramento, California. (Photo by Jeff Bottari/Zuffa LLC)Schottland wird diesen Sonntag neben Craig auch von Joanne Calderwood, Stevie Ray und Danny Henry vertreten. Sie alle wissen, was erforderlich war, um hierher zu gelangen und sie wissen, dass ihr sportlicher Weg wahrscheinlich beschwerlicher war als der vieler Konkurrenten aus den USA und Brasilien. Aber jetzt, wo sie es in die UFC geschafft haben, ist einiges an Anstrengung nötig, um sie wieder loszuwerden.

„Ich bin in der UFC, weil ich hart gearbeitet und Opfer erbracht habe – und genau deswegen werde ich in der UFC bleiben und siegen“, sagt Craig. „Immer wieder erzählen Menschen, sie haben dies geopfert oder das geopfert und es stimmt, wir alle erbringen Opfer. Aber ich habe mehr geopfert als der Durchschnittsbürger. Bei uns im Gym sagen wir: Harte Arbeit schlägt Talent, wenn das Talent nicht hart arbeitet.“

Zu seinem Glück besitzt Craig sowohl Talent als auch Arbeitsmoral – und diese Kombination macht ihn im Octagon zu einem gefährlichen Gegner. Klar, manchmal muss auch er Rückschläge verkraften, wie etwa die Niederlage gegen Pedro. Aber das wird ihn nicht davon abhalten, seinem Ziel nachzueifern: dem Gewinn des Weltmeistertitels im Halbschwergewicht.

„Wenn ich mich zu lange mit der Niederlage aufgehalten hätte, dann hätte ich mich nicht auf meinen nächsten Kampf vorbereiten können“, sagt Craig. „Eine Niederlage muss man wegstecken. Meinen nächsten Kampf bestreite ich in Schottland – in der UFC. In einem Land, in dem es ständig regnet, muss man einfach auf der Sonnenseite des Lebens stehen.“

Diese Lektion hat Craig von einem fiktionalen Kämpfer namens Rocky Balboa gelernt. „Es gibt keine schlechten Rockys“, sagt er, wenn er über die beliebte Filmreihe spricht. Als Kind wollte Craig wie der Boxer aus Philadelphia sein. Letzten Endes ist er MMA-Kämpfer und kein Profiboxer geworden, aber der Rocky-Charakter inspiriert ihn noch heute.

„Jeder, egal wer – wir alle hatten schon unsere Höhen und Tiefen und er hatte eine einzige Chance, um etwas Großes zu schaffen“, sagt Craig. „Und dann gewinnt er nicht einmal, denn im Leben gewinnt nicht jeder. Aber er macht immer weiter.“

Und auch Paul Craig macht immer weiter. Wie wohl sein Rocky-Film enden wird?

„Es endet ziemlich genau wie Rocky“, sagt er. „Er kämpft und kämpft und kämpft und gibt niemals auf.“

Das Hauptprogramm der „UFC Fight Night“ in Glasgow läuft am 16. Juli live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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Samstag, Oktober 7
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