May-Mac: Dana White über den größten Kampf der Geschichte

Der offizielle Spitzname von Conor McGregor, dem Weltmeister im Leichtgewicht, lautet „The Notorious“, was so viel heißt wie „Der Berüchtigte“. In den vergangenen Jahren hat UFC-Präsident Dana White ständig gesehen, wie der irische Superstar die Messlatte immer wieder höher legte und große Risiken einging, um seine Träume und Ziele zu verwirklichen. Daher würde er ihm gerne einen anderen Spitznamen geben.

„Er ist ein einzigartiger Mensch“, sagte White. “Daher nenne ich ihn ‚Einhorn‘. Mit einem Kämpfer wie ihm habe ich in meiner gesamten Karriere noch nie zusammengearbeitet. Sein Glaube an sich selbst ist unfassbar.“

Genau deshalb ist das, was als unmöglicher Traum erschien – ein Kampf gegen die Box-Legende Floyd Mayweather – nun Realität geworden. In der Nacht zum 27. August treffen sie in der T-Mobile Arena in Las Vegas aufeinander. White hat nicht vor, in naher Zukunft gegen seinen Kämpfer zu wetten.

„Der Junge hat alles umgesetzt, was er ankündigte – inklusive seiner Siege in den von ihm vorhergesagten Runden“, sagte White.

2013 holte er den selbstbewussten aber unerprobten Iren in die UFC, damit er gegen die Besten der Besten kämpft. Mit einer damaligen Bilanz von 12-2 hatte sich McGregor bereits in Europa einen Namen gemacht, aber allein aufgrund seiner sportlichen Erfolge verpflichtete White ihn nicht.

„Als wir Conor zum ersten Mal trafen, da wussten wir nicht, ob er kämpfen kann – aber wir wussten, dass er eine großartige Persönlichkeit hatte“, sagte er. „Er war witzig und gesellig und als wir sahen, wie er in der Öffentlichkeit auftrat, wussten wir, dass er ein großer Star werden würde. Aber konnte er auch kämpfen?“

Er konnte. Aktuell hat McGregor eine UFC-Bilanz von 9-1 mit sieben Knockouts und er gewann die Weltmeistertitel im Federgewicht und Leichtgewicht. Der 29 Jahre alte Ire hat bewiesen, dass er einer der besten MMA-Kämpfer auf dem Planeten ist. McGregor wuchs innerhalb von vier Jahren über den Sport hinaus und wurde ein international gefeierter Superstar. Als er davon sprach, gerne gegen Mayweather – 49-0 als Profiboxer – in den Ring steigen zu wollen, ließ White ihn gewähren. Kaum hatten McGregor und Mayweather ihren Kampf offiziell bekanntgegeben, wurde er das Thema Nummer 1.

„Das ist ein Kampf, den die ganze Welt interessiert“, sagte White bei einer der vier Pressekonferenzen zur Bewerbung des Duells. „Die ganze Welt wird zusehen. Wenn man mir vor einem Jahr gesagt hätte, ich würde auf einer Pressekonferenz über McGregor vs. Mayweather sprechen, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Und doch sind wir jetzt hier.“

Zwei Wochen vor dem Event stellt sich die Frage, ob White zu denjenigen gehört, die glauben, dass McGregor die Überraschung gelingen kann?

„Ich glaube nicht, dass er Floyd in einem Boxkampf auspunkten kann“, sagte White. „Ich glaube, dass Floyd so boxen wird wie immer. Er ist der beste Defensivkünstler aller Zeiten. Ich denke, er wird sich viel bewegen und den ganzen Ring nutzen, um sich McGregor vom Leib zu halten. Und ich denke, dass McGregor aggressiv angreifen wird und dass er versuchen wird, ihn KO zu schlagen.“

Versuchen und umsetzen sind zwei Paar Schuhe, aber White hält es für möglich, dass sich McGregor mit seiner Power und seinem Selbstbewusstsein gegen die Erfahrung und Technik eines der besten Boxer aller Zeiten durchsetzen kann.

„Floyd Mayweather hat eine unglaubliche Defensive und er ist schnell“, sagte White. „Aber Floyd Mayweather ist auch 40 Jahre alt. Und Conor McGregor ist ein Rechtsausleger. Wenn Floyd mal Probleme hatte, dann mit Rechtsauslegern. McGregor ist 29 Jahre alt und schlägt so hart wie ein Schwergewicht. Wenn er seine Gegner trifft, schadet er ihnen und wenn er ihnen schadet, knockt er sie aus. Wird Conor Floyd im Laufe von zwölf Runden einmal treffen? Ich glaube, er wird ihn mehr als einmal treffen und dann werden wir sehen, wie Floyd reagiert.“

Wenn McGregor gewinnt, steht die Welt vielleicht für einen Moment still. Aber Dana White wird nicht überrascht sein: „Ich habe vor langer Zeit aufgehört, an Conor McGregor zu zweifeln.“

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