Romero vergleicht Titelkampf mit Olympia



Nach seinem Sieg über Chris Weidman bei UFC 205 stand Yoel Romero im Octagon neben Joe Rogan und blickte in die oberen Ränge des Madison Square Gardens in New York City. Der kubanische Ringer hatte den ehemaligen Weltmeister im Mittelgewicht im vergangenen November in der dritten Runde mit einem so heftigen Kniestoß ausgeknockt, dass die Fans in der Halle verstummt waren.

Mit diesem Sieg, seinem achten in Folge, verdiente sich Romero einige Monate später den Interimstitelkampf, den er Samstagnacht bei UFC 213 in Las Vegas gegen den Australier Robert Whittaker bestreitet.

Der amtierende Weltmeister im Mittelgewicht, Michael Bisping, begleitete die TV-Übertragung von Romeros Kampf gegen Weidman als Experte. Er wollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, seinen potentiellen nächsten Herausforderer zu düpieren und wieder einmal den Bösewicht zu spielen. Als die Kameras ihn einfingen, zeigte Bisping erst mit dem Daumen nach unten und dann mit einem anderen Finger nach oben.

Der Champion hatte seine Sicht der Dinge klar zum Ausdruck gebracht, aber Romero ließ sich davon nicht provozieren.

„Ich liebe dich, Mike“, sagte Romero und warf ein paar Kusshändchen in Richtung des Engländers. „Ich liebe dich, Mike. Ich liebe dich.“

In den folgenden Monaten stichelte Romero bei jeder sich bietenden Gelegenheit gegen Bisping. Er wollte den Weltmeister zu einem Titelkampf herausfordern. Er dachte, es sei nur eine Frage der Zeit, bis es dazu kommen würde. Sein erstes UFC-Gold schien in greifbarer Nähe.

Doch anstatt gegen Bisping kämpft Romero bei UFC 213 gegen den gefährlichen Robert Whittaker um einen Interimstitel.



Es ist nicht der Kampf, den er wollte, aber es ist dennoch ein herausragender Kampf zwischen den beiden derzeit besten Mittelgewichten der Welt.

„Das ist für mich gerade der wichtigste Kampf“, sagt Romero. „Wieso sollte man über den 15. Stock nachdenken, wenn man noch nicht mal den 14. Stock erreicht hat?“

„Ich werde tun, was ich tun muss“, fügt er hinzu. „Dieser Kampf ist sehr wichtig, ich kann jetzt nicht an Michael Bisping denken. Es geht um Robert Whittaker. Ich beschäftige mich mit Robert Whittaker und danach knöpfe ich mir Michael Bisping vor.“

Das hört sich exakt wie der Kommentar an, den man wenige Tage vor einer Veranstaltung von einem Kämpfer erwartet. Aber Romero meint das wirklich so. Ihm geht es einzig und allein darum, einen Weltmeistertitel zu gewinnen.

Der 40 Jahre alte Kubaner fing relativ spät mit dem MMA-Sport an, nachdem er eine fantastische Karriere im Freistilringen abgeschlossen hatte. Er gewann fünf Medaillen bei den Weltmeisterschaften sowie eine Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney. Nach sechs Profikämpfen kam er in die UFC, wo er sich dank seiner unvergleichlichen Athletik und seiner zerstörerischen Explosivität schnell einen Namen machte.

In den vergangenen zwei Jahren verbesserte er seine Fähigkeiten weiter und erzielte Siege über starke Gegner wie Lyoto Machida, Ronaldo „Jacaré“ Souza und Weidman, mit denen er sich für einen Titelkampf empfahl.

„Als ich in die UFC kam, lernte ich mit jedem Kampf, wie man eigentlich kämpft“, sagt Romero. „Heutzutage lerne ich immer noch, aber ich habe auch schon viel gelernt.“

„Gott hat mich gesegnet und ich lebe sehr diszipliniert, ich habe kein verrücktes Leben“, fügt er hinzu. „Ich trainiere, ich esse gesund und ich versuche, jede Minute, die ich habe, zu nutzen. Ich weiß, dass ich 40 Jahre alt bin. Deshalb muss ich so konzentriert wie möglich sein.“

LAS VEGAS, NV - JULY 05: Yoel Romero of Cuba holds an open workout session for fans and media at Park Theater on July 5, 2017 in Las Vegas, Nevada. (Photo by Brandon Magnus/Zuffa LLC)Er weiß auch, dass es bei diesem Kampf gegen Whittaker und allem, was nach einem Sieg folgen wird, nicht nur um ihn geht – sondern auch um seine Familie, Freunde und Gemeinde, die ihn auf dieser Reise begleiten und miterleben wollen, wie er sein ultimatives Ziel erreicht.

Romero hat eine schwere Last zu tragen und vor seinem Interimstitelkampf gegen Whittaker kann er den Druck zweifelsohne spüren.

Dieses Duell mit Whittaker beschreibt er als den größten Kampf seiner Karriere.

„Ich habe schon ein schweres Kreuz zu tragen“, sagt Romero. „Ich versuche den Menschen zu beweisen, dass man seine Träume wahr machen kann. Wenn man seinen Körper in die Hände Gottes legt, ist alles möglich. Ich würde mir wünschen, dass jeder Mensch auf der Welt einen Traum hat und sich diesen erfüllen kann.“

„Dieser Kampf bedeutet meiner Familie sehr viel“, sagt Romero weiter. „Viele Menschen wollen, dass ich den Titel gewinne: Miami will es, Kuba will es, meine Familie will es und mein Team will es. Dieser Kampf ist für mich so wichtig wie die Olympischen Spielen.“

Das Hauptprogramm von UFC 213 in Las Vegas läuft in der Nacht vom 8. auf den 9. Juli live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

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