Santos drückt sich vor keiner Herausforderung

SAO PAULO, BRAZIL - SEPTEMBER 20: UFC men's light heavyweigh contender Thiago Santos of Brazil interacts with media during the UFC Fight Night ultimate media day at Pestana Hotel on September 20, 2018 in Sao Paulo, Brazil. (Photo by Buda Mendes/Zuffa LLC via Getty Images)Man sollte meinen, die Vorstellung, dass ein erstklassiger MMA-Kämpfer in den nächsten 15 Minuten alles versuchen wird, dich auszuknocken, würde ein gewisses Maß an Furcht auslösen. Aber Thiago Santos ist kein Mensch, der sich leicht aus der Fassung bringen lässt. Und selbst wenn er solche Emotionen spüren würde, wüsste er, wie er sie kontrolliert.

Wie das gehen soll? Nun, er befand sich schon in schlimmeren Situationen.

„Furcht verleiht uns Selbstvertrauen“, sagte Santos, der beim brasilianischen Militär sieben Jahre als Fallschirmspringer diente. „Das haben wir in unserer Ausbildung gelernt. Jedes Mal, wenn wir springen mussten, hatten wir ein bisschen Angst, obwohl wir erfahren waren. Aber dadurch stärkten wir unser Selbstvertrauen.“

Wie bitte?

„Man sorgt sich wegen seiner Sicherheit, wegen dem Fallschirm, ob der auch richtig angebracht ist“, fügte Santos hinzu. „Man denkt über all diese Dinge nach. Furcht ist etwas Gutes. Sie ist ein Teil unseres Lebens. Wenn ich kämpfe, spüre ich diese Furcht. Der Unterschied ist, dass mich diese Furcht nicht in Angst und Schrecken versetzt. Ich verfalle nicht in Panik. Wenn das passiert, ist es vorbei. Aber Furcht zu spüren, die Art von Furcht, die man kontrollieren kann – das ist etwas Gutes. Das stärkt das Selbstvertrauen.“

Der selbstbewusste „Marreta“ hat zumindest bei seinen Gegner schon einige Male ein gewisses Maß an Furcht ausgelöst. Acht seiner zehn Siege im Octagon erzielte er durch Knockout. Der Brasilianer ist ein wahrer Krieger. Daran erinnerte er die Fans zuletzt, als er zustimmte, Glover Teixeira bei der „UFC Fight Night“ in Sao Paulo kurzfristig im Hauptkampf gegen Jimi Manuwa zu ersetzen. Leider verletzte sich Manuwa ebenfalls und nun trifft Santos in der Nacht zum Sonntag auf den US-Amerikaner Eryk Anders. Für ihn spielt der Gegnerwechsel keine Rolle – erst steht zum ersten Mal in einem Hauptkampf und will seine Heimat würdig vertreten.

„Ich freue mich sehr, dass ich diese Gelegenheit bekommen habe“, sagte Santos. „Auf diesen Moment habe ich lange gewartet. Ich will das Beste daraus machen. Ich will eine gute Leistung zeigen und, so Gott will, einen weiteren Sieg für Brasilien erzielen und diesen Moment genießen. Das ist ein sehr wichtiger Moment in meiner Karriere. Ich bin sehr glücklich. Für mich wird damit ein Traum wahr. Ich werde noch weitere Träume verwirklichen, aber das ist ein wirklich besonderer Moment in meiner Karriere und in meinem Leben.“
 
 
 
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Santos kämpft seit 2013 in der UFC, trainiert aber erst seit acht Jahren – das macht seinen Aufstieg in der Mittelgewichtsklasse umso beeindruckender. Nach einem Punktsieg über Kevin Holland im August bei UFC 227 wollte sich Santos in der Halbschwergewichtsklasse ausprobieren. Samstagnacht steigt er als Halbschwergewicht ins Octagon, kämpft aber gegen einen Mann, der wie er bislang in der Mittelgewichtsklasse angetreten ist.

„Schon bevor ich das Angebot bekam, im Hauptkampf einzuspringen, habe ich über einen Kampf in der Halbschwergewichtsklasse nachgedacht – ich habe die UFC sogar darum gebeten“, sagte Santos. „Ich habe in der Mittelgewichtsklasse nie das Gewichtslimit verpasst, aber es fiel mir wirklich schwer, es einzuhalten. Daher habe ich die UFC über meine Absichten informiert – und dann tat sich diese Gelegenheit auf. Ich habe keinen Platz im Hauptkampf verlangt, er wurde mir angeboten und ich habe zugesagt.“

 
 
 
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AEin Sieg bei seinem Debüt im Halbschwergewicht wird ihn sicher motivieren, der Gewichtsklasse treu zu bleiben, aber er schließt auch eine Rückkehr ins Mittelgewicht nicht aus.

„Es ist kein endgültiger Wechsel“, sagte Santos. „Ich will es erst einmal ausprobieren, damit ich weiß, wie es ist, mit einem schweren Gegner im Octagon zu stehen. Letzten Endes hängt es von meiner Leistung ab. Danach werde ich entscheiden, ob ich in dieser Gewichtsklasse bleibe oder nicht. Mein Ziel ist nach wie vor der Weltmeistertitel, egal in welcher Gewichtsklasse. Ob im Mittelgewicht oder im Halbschwergewicht – ich will Champion werden.“

Santos verfügt über die Schlagkraft, um jeden Gegner auszuknocken und er kündigte an, Samstagnacht würden wir auch seine Fähigkeiten im Bodenkampf kennenlernen. Egal ob im Stand oder auf der Matte – Santos kommt zurecht.

„Ich will so lange wie möglich kämpfen“, sagte er. „Kampfsportler haben normalerweise keine langen Karrieren. Solange ich nicht verletzt bin, will ich weiterkämpfen. Ich denke, das sagt einiges über mich aus. Ich bin einer, der sich vor keinem Kampf drückt, der sich vor keiner Herausforderung drückt. Ich stelle mich freiwillig jeder Herausforderung, das habe ich auch schon beim Militär gemacht. Wenn es irgendwo eine Herausforderung gibt, der sich niemand stellen will, dann melde ich mich freiwillig. Ich mache mich immer gerade. Das zeigt, wer Thiago ‚Marreta‘ ist.“

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