Pettis lässt Anfangsschwierigkeiten hinter sich


Stellt euch mal vor, ihr habt die richtigen Zahlen im Lotto, aber euer Schein war falsch datiert. So hat sich Sergio Pettis am 10. Mai gefühlt, als Henry Cejudo ihren Kampf wegen einer Verletzung absagte – und dem Fliegengewichtstalent aus Milwaukee damit die Chance auf den größten Sieg seiner Karriere und einen möglichen Titelkampf gegen Demetrious Johnson nahm.

„Es waren nur noch drei Tage bis zum Kampf, ich musste nur noch 1,8 Kilogramm verlieren“, sagt Pettis, der Samstagnacht im Hauptkampf der „UFC Fight Night“ in Mexico City gegen Brandon Moreno antritt. „Ich war fit und gesund und wollte mich gegen einen großen Namen beweisen.“

Das Timing war perfekt. Der kleine Bruder von Ex-Champion Anthony Pettis hatte drei Kämpfe in Folge gewonnen und präsentierte sich in der Form seines Lebens. Aber im Kampfsport ist nie etwas wirklich perfekt. Pettis verließ Dallas ohne einen Kampf. Doch schon bald bot sich ihm eine neue Gelegenheit.PHOENIX, AZ - JANUARY 15: (L-R) Sergio Pettis kicks <a href='../fighter/John-Moraga'>John Moraga</a> in their flyweight bout during the UFC Fight Night event inside Talking Stick Resort Arena on January 15, 2017 in Phoenix, Arizona. (Photo by Jeff Bottari/Zuffa LLC)

„Alles geschieht aus einem Grund“, sagt er. „Ich habe eine neue Aufgabe. Ich stehe in Mexico City im Hauptkampf, das Ganze hat sich letzten Endes doch als Segen erwiesen. Dieser Kampf wird mich aus der Reserve locken. Ich trete gegen ein gleichaltriges Talent an, das genauso hungrig ist wie ich. Wir werden gegenseitig das Beste aus uns herausholen.“

Pettis und Moreno sind mit ihren 23 Jahren zwei der jüngsten – und zwei der talentiertesten – Fliegengewichte in der UFC. Wer auch immer gewinnt, hat eine reelle Chance auf einen Weltmeisterschaftskampf gegen den Sieger des Duells zwischen Demetrious Johnson und Ray Borg, das im September bei UFC 215 stattfindet. Interessant ist auch, dass wir Pettis und Moreno nicht zum letzten Mal gemeinsam im Octagon sehen werden.

„Wir werden sehen, was passiert“, sagt Pettis. „Ich glaube, dass wir den Fans eine spektakuläre Show bieten werden. Er ist bereit, ich bin bereit und wir sind so jung, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass wir noch einmal gegeneinander kämpfen werden. Ich werde an der Spitze bleiben und ich weiß, dass er ebenfalls an der Spitze bleiben wird. Daher werden wir uns irgendwann wieder gegenüberstehen.“



An der Spitze zu stehen, scheint Pettis vorbestimmt zu sein – als Bruder eines ehemaligen Weltmeisters im Leichtgewicht sind die Erwartungen an ihn sehr hoch. Noch bevor er bei der UFC unter Vertrag war, galt er als kommender Superstar. 2013 debütierte er unter großem Hype im Octagon.

Allerdings hatte er Anfangsschwierigkeiten – und das nicht nur, weil er das Octagon nicht als Sprungbrett nutzte und keine spektakulären Knockouts erzielte wie sein großer Bruder. Pettis gewann drei seiner ersten fünf Kämpfe, aber danach setzte er sich hintereinander gegen Chris Cariaso, Chris Kelades und John Moraga durch und nahm in der offiziellen Rangliste den sechsten Platz ein.

Sein Geheimnis? Eine Reife, die man von einem 23 Jahre alten Mann nicht erwarten würde. Schaut mal auf seinem Twitter-Acount nach, er hat seit dem letzten Oktober nichts mehr geschrieben. Auf Instagram ist er ein bisschen aktiver, aber nicht „20 Bilder am Tag“-aktiv wie die meisten anderen Männer seines Alters.

LAS VEGAS, NV - JULY 08:  Mixed martial artist Sergio Pettis (L) meets with a young fan at the UFC Fan Expo at the Las Vegas Convention Center on July 8, 2016 in Las Vegas, Nevada.  (Photo by David Becker/Zuffa LLC)„Ich bin oft am Handy, aber ich nutze es, um zu lernen“, sagt er. „Ich bin wirklich süchtig nach dem Lebensstil. Ich bin süchtig nach Training und verbringe die meiste Zeit damit, vor allem natürlich vor einem Kampf. In den zwei Monaten vor einem Kampf konzentriere ich mich nur darauf.“

Woher kommt wohl seine Einstellung? Pettis schreibt sie seinen beiden Brüdern zu.

„Als ich aufwuchs, hing ich ständig mit meinen Brüdern ab und wurde dadurch viel früher reif“, sagt er. „Mein Vater starb, als ich noch ein Kind war und das hat mich ebenfalls geprägt, sodass ich das Leben etwas anders betrachte. Vielleicht sollte ich mich öfters in den sozialen Medien aufhalten, um mich zu vermarkten, aber derzeit konzentriere ich mich nur auf ein einziges Ziel – Weltmeister zu werden.“

Mit einem überzeugenden Sieg gegen Moreno rückt er seinem Ziel ein Stückchen näher. Er glaubt, dass der Hauptkampf bei der „UFC Fight Night“ in Mexico City eine ideale Vorbereitung für einen Showdown mit Johnson ist.

„Sie versuchen, Brandon und mich zu promoten, wir machen ja schließlich den Hauptkampf – das ist definitiv eine gute Vorbereitung“, sagt Pettis. „Wir bereiten uns auf einen fünf Runden langen Kampf vor und ich glaube, das ist der nächste Schritt zu einem Titelduell. Damit bereite ich mich auch auf Demetrious Johnson vor.“

Die „UFC Fight Night“ in Mexico City läuft in der Nacht zum 6. August live und exklusiv auf UFC FIGHT PASS.

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