Dennis Siver, der Flaggenträger des deutschen MMA-Sports

„Ich freue mich, vor einem Publikum kämpfen zu können, in dem mich so viele Menschen kennen. Wenn ich außerhalb Deutschlands kämpfe, lastet kaum Druck auf mir. Aber ein Kampf in meiner Heimat motiviert mich zusätzlich, mein Bestes zu geben.“
Am Samstag, den 13. November wird Dennis Siver im Duell gegen den „Ultimate Fighter 9“-Finalisten Andre Winner um mehr kämpfen als nur um Anerkennung in einer dicht gedrängten und äußerst stark besetzen Leichtgewichtsklasse. Er kämpft auch um Akzeptanz in seiner deutschen Heimat.

„UFC 122: Marquardt vs. Okami“ wird die zweite Veranstaltung der UFC in Deutschland. Vor der ersten Veranstaltung, UFC 99 im Juni 2009 in Köln, setzten die Gesetzgeber ein Eintrittsverbot für Minderjährige durch. Und im April 2010 wurde dem Fernsender Sport1 (damals noch DSF) die Sendegenehmigung für sämtliche Formate der Ultimate Fighting Championship wieder entzogen.

Der UFC sind falsche Vorstellungen der Öffentlichkeit und ihre Unwissenheit nicht fremd und ließ sich davon nicht entmutigen. Dasselbe gilt für Siver. Aus dem russischen Omsk stammend und seit dem Jahr 1996 in Mannheim wohnhaft, wurde der Kickboxer in den vergangenen Jahren immer mehr zum Aushängeschild des deutschen MMA-Sports.

Trotz der Kritik, die dem MMA-Sport von Lokalpolitikern und den Medien entgegengebracht wird, freut sich Siver darauf, vor einem leidenschaftlichen Publikum zu kämpfen, und er hofft, die Aufklärung über den Sport in der deutschen Öffentlichkeit weiter vorantreiben und seinen Bekanntheitsgrad erhöhen zu können.

„Ich freue mich, vor einem Publikum kämpfen zu können, in dem mich so viele Menschen kennen“, sagt Siver. „Wenn ich außerhalb Deutschlands kämpfe, lastet kaum Druck auf mir. Aber ein Kampf in meiner Heimat motiviert mich zusätzlich, mein Bestes zu geben.“

Nachdem er seine Karriere im Octagon mit einer Kampfbilanz von 1-3 begonnen hatte, fand bei Siver ein Umdenken statt und erkämpfte sich bei seiner Rückkehr in die UFC bei UFC 93 gegen Nate Mohr den „Knockout des Abends“. Seit seiner Rückkehr hat Siver eine Kampfbilanz von 4-1 zusammengestellt und er etablierte sich mit Siegen gegen den UFC-Veteranen Spencer Fisher und das englische Talent Paul Kelly als ernstzunehmende Bedrohung im Leichtgewicht. Ein Sieg gegen Winner würde ihn am oberen Ende seiner Gewichtsklasse positionieren und ihn in die Nähe des Titelgeschehens rücken.

Allerdings ist es für Siver genauso wichtig, dass er in seiner Heimat mithilft, das Bild, das die breite  Masse von seinem Sport hat, zu verbessern.

„Ich tue, was ich kann, um den MMA-Sport zu bewerben und ihn den Menschen vorzustellen“, sagt Siver. „Es ist ein Sport wie jeder andere und sollte auch so behandelt werden.“

Die Mühen von Siver und der UFC hat sich bereits bemerkbar gemacht. Obwohl der Mainstream mit seiner Einstellung gegenüber der UFC keine völlige Kehrtwende gemacht hat, scheint die erste Veranstaltung einige der lautesten Kritiker verstummt und dabei geholfen zu haben, die Sicht vieler Menschen auf den Sport zu ändern.

„Die Reaktion der Medien auf UFC 122 war bislang nicht so negativ wie vor der ersten Veranstaltung im letzten Jahr“, sagt Siver. „Die Zahl der negativen Artikel über die UFC und dem MMA-Sport ist im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen.“

Im Gegensatz zu den USA, wo die UFC gegen Imageprobleme kämpfen müsste, die von den Anfangstagen der Organisation (vor der Einführung der „Unified Rules of MMA“) verursacht wurden, zielt in Deutschland ein Großteil der MMA-Kritik auf den Bodenkampf ab. Kritiker des Sports finden die Möglichkeit auf dem Boden zu kämpfen unehrenhaft und unmenschlich, weil sie davon ausgehen, dass der Kämpfer auf dem Boden verteidigungslos und hoffnungslos unterlegen ist.

Jeder, der schon eine Veranstaltung der UFC gesehen hat, weiß, dass dem nicht so ist. Deswegen glaubt Siver, dass der Schlüssel, um die Köpfe und Herzen der deutschen Öffentlichkeit umzustimmen, darin liegt, mehr Menschen über den Sport aufzuklären.

„Die UFC muss weiter hierher kommen und Veranstaltungen organisieren“, sagt Siver. „Außerdem muss sie den Aufklärungsprozess bei den Politiker und den Medien fortführen.“

Siver nimmt die Rolle des Botschafters für den MMA-Sport nicht nur bereitwillig an, er füllt sie mit einem sehr hohen Pflichtbewusstsein aus. In einer Zeit, in der sich viele Profisportler scheuen, als Vorbild zu fungieren, fühlt sich Siver verantwortlich, den Sport nicht nur als Kämpfer, sondern auch als Mensch zu repräsentieren.

„Ich verhalte mich vorbildlich, damit ich den Sport auf die bestmögliche Weise repräsentieren kann“, sagt Siver. „Ich würde nie etwas tun, das sich schlecht auf den Sport auswirken würde.“

Zu Siver gesellen sich am 13. November die deutschen Kämpfer Peter Sobotta und das hoch gehandelte Weltergewichtstalent Pascal Krauss, der bei der Veranstaltung sein UFC-Debüt feiert. Krauss, der in seiner Profikarriere noch ungeschlagen ist, hat all die nötigen Fähigkeiten, um es bis an die Spitze zu schaffen. Er erhält eine Chance, die Kämpfer wie er ohne die Bemühungen von Siver, der durch seine Errungenschaften und sein Auftreten zum größten Botschafter für den MMA-Sport in Deutschland geworden ist, womöglich gar nicht haben würden.

„Ich will mit gutem Beispiel vorangehen und die Menschen für den Sport interessieren“, sagt Siver. „Und ich will dabei helfen, die nächste Generation deutscher Kämpfer heranzuführen.“

Trotz der Konzentration auf die Vorbereitung auf seine größte Herausforderung in der UFC ist sich Siver auch der Wichtigkeit der Veranstaltung bewusst. Er weiß, dass das, was er tut, falsche Vorstellungen zerschmettern und eine neue Toleranz für den Sport erzeugen kann, von dem die Fans und Kämpfer bereits wissen, dass er nicht das Spektakel ist, als das die Kritiker ihn darstellen.

„Diejenigen, die über den Sport Bescheid wissen, sind schon gespannt“, sagt Siver. „Die deutschen Kampfsportmedien haben bereits viel über UFC 122 berichtet und waren auch sehr an meiner Vorbereitung auf diesen Kampf interessiert.“

Und während der Kampf weitergeht – innerhalb und außerhalb des Octagons – ist es der Hingabe von Kämpfern wie Dennis Siver und ihrem beispielhaften Verhalten zu verdanken, dass der MMA-Sport international weiterhin so stark wächst.

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