Souza will seine Chance nutzen

CHARLOTTE, NC - JANUARY 27: (R-L) <a href='../fighter/Ronaldo-Souza'>Ronaldo Souza</a> of Brazil kicks <a href='../fighter/Derek-Brunson'>Derek Brunson</a> in their middleweight bout during a <a href='../event/UFC-Silva-vs-Irvin'>UFC Fight Night </a>event at Spectrum Center on January 27, 2018 in Charlotte, North Carolina. (Photo by Josh Hedges/Zuffa LLC via Getty Images)Zwei Wochen, bevor er bei UFC 230 ins Octagon zurückkehren sollte, schob ein Gegnerwechsel den langjährigen Top-Five-Veteranen Ronaldo „Jacare“ Souza im Programm um einen Platz nach vorne und brachte ihn einen Schritt näher an einen Titelkampf um das Gold im UFC-Mittelgewicht.

Eigentlich hätte Souza am Samstag bei UFC 230 auf David Branch treffen sollen, bevor er als Ersatz für Luke Rockhold in den Co-Hauptkampf im Madison Square Garden aufrückte, wo er nun auf Chris Weidman treffen wird, nachdem Rockhold den Rückkampf der beiden früheren Champions wegen einer Verletzung absagen musste.

Seinerseits ein früherer Weltmeister bei Strikeforce, ist Souza auch in der UFC seit Langem Abonnent auf einen Platz in der Top Ten und konnte sich die letzten Jahre über sogar durchgehend in der Top Five halten. Einen Titelkampf hat er sich in all den Jahren trotzdem nie sichern können.

Immer hat entweder das Timing nicht gepasst, erwischte er die falsche Seite einer knappen Punktentscheidung oder brachte ein aufstrebendes Talent seinen Aufstieg kurzzeitig zum Halten. Was auch immer im jeweiligen Fall der Grund war – Souza war bisher schlicht und einfach nicht in der Lage, die letzte Hürde zwischen seinem Langzeitstatus als potentieller Titelherausforderer und einem tatsächlichen Kampf ums Gold zu überwinden.

Jetzt ist er vor der Show an diesem Wochenende im Programm um einen Platz nach oben geklettert, und Souza hofft, dass ein Sieg in New York City ihn einen Schritt näher an sein Ziel bringen wird.

„Ich habe seit Langem nur gegen Hochkaräter gekämpft, und in einem Sport wie diesem nur die Elite vor mir gehabt zu haben, wird mir dabei helfen, mein Ziel zu erreichen: der Champion zu sein“, so der Brasilianer über einen Dolmetscher. „In jedem Kampf geht es darum, mein Bestes zu geben, und das wird die Chance bringen, um den Titel kämpfen zu dürfen.“

Es ist zwar nie schwierig, für einen Kampf gegen einen ehemaligen Champion Motivation aufzubringen, aber Souza hat eine andere Triebkraft für sein kurzfristig zustande gekommenes Duell mit Weidman – er sieht die Ansetzung als Rückkampf, obwohl er den New Yorker noch nie vor den Fäusten hatte.

Einer der Gründe für diese ungewöhnliche Sichtweise auf den Kampf ist, dass der 38-jährige Brasilianer noch nie verloren hat, wenn er zum zweiten Mal gegen jemanden angetreten ist.

Nachdem er während ihrer Zeit in Japan gegen Gegard Mousasi verloren hatte, holte sich Souza seine Revanche gegen den ultra-talentierten Veteranen, als sie sich vor vier Jahren in der UFC wiedersahen. Auch Chris Camozzi und Derek Brunson bezwang Souza in ihren jeweiligen Rückkämpfen.

Nur einmal kam er einer Niederlage in einem Rückkampf nahe, und zwar, als er zum zweiten Mal gegen Jason „Mayhem“ Miller antrat und der Kampf nach weniger als drei Minuten abgebrochen und zu einem „No Contest“ erklärt wurde, nachdem Miller durch einen verbotenen Tritt eine heftige Platzwunde an Souzas Kopf verursacht hatte.
BROOKLYN, NEW YORK - FEBRUARY 11: (L-R) Ronaldo Souza of Brazil punches <a href='../fighter/Tim-Boetsch'>Tim Boetsch</a> in their middleweight bout during the UFC 208 event inside Barclays Center on February 11, 2017 in Brooklyn, New York. (Photo by Jeff Bottari/Zuffa LLC via Getty Images)Das zweite Puzzleteil dieses Kampfes ist der Fakt, dass Weidman gegen brasilianische Kontrahenten in der UFC eine 5-0-Bilanz vorweisen kann, die sich auf 6-0 verbessert, wenn man auch seine Kämpfe außerhalb der UFC mit einrechnet. Darunter fallen Siege gegen Souzas langjährige Freunde Anderson Silva und Lyoto Machida.

„Ich respektiere ihn sehr – seinen Lebensstil, ihn (als Menschen), seinen Kampfstil“, so Souza über Weidman. „Ich werde mit dem Gefühl in den Kampf gehen, dass ich schon einmal gegen ihn verloren habe, denn ich habe bisher noch nie einen Rückkampf verloren.“

„Ich sehe es so, als würde ich zum weiten Mal gegen ihn kämpfen, weil er schon gegen einige meiner Freunde gekämpft hat. Das wird mir dabei helfen, den Sieg zu holen.”

Zwar gibt er zu, dass das seine Art ist, den Fans zu versichern, dass sie am Samstagabend sein Bestes erwarten dürfen, aber Fakt ist auch, dass niemand je daran gezweifelt hat, dass Souza fähig ist, jedes Mal einen beeindruckenden Kampf abzuliefern, wenn er in den Käfig steigt.

Zwar hat er den Durchbruch hin zu einem Titelkampf in der UFC noch nicht geschafft, aber man muss dem mehrfachen BJJ-Weltmeister zugestehen, dass er noch immer zur Elite unter den Mittelgewichten des Sports gehört und diesen Status seit knapp einem Jahrzehnt hält.

Souza kann seit dem nicht gewerteten Kampf gegen Miller eine 15-4-Bilanz vorweisen, die Siege gegen Tim Kennedy, Robbie Lawler, Brunson (zwei Mal), Mousasi und Vitor Belfort beinhaltet. Drei der vier Niederlagen dieser Spanne kamen über die Punkte zustande, darunter geteilte Entscheidungen gegen Yoel Romero und Kelvin Gastelum sowie eine einstimmige Punktniederlage gegen Rockhold in einem Kampf, der knapper war, als die Bezeichnung „einstimmig“ vermuten lassen würde.

Der einzige andere Gegner, der ihn während dieser Zeit schlagen konnte (Robert Whittaker), sitzt mittlerweile auf dem Mittelgewichtsthron der UFC, was Souza nur noch zusätzliche Motivation gibt, am Samstag eine starke Leistung abzuliefern und einen weiteren Schritt auf seinem langen Weg zum Titelkampf hinter sich zu bringen.

Zwar ist die Chance – in der UFC um den Titel kämpfen zu dürfen – das übergeordnete Ziel, trotzdem bleibt es der einzige Fokus des Veteranen, am Wochenende erst einmal das Beste aus der Chance zu machen, die er so kurzfristig bekommen hat.

„Ich hoffe einfach, dass für ihn alles falsch laufen wird und ich ins Octagon steige, einen großartigen Kampf liefere, ihn zerlege und einen Sieg hole“, lacht Souza auf die Frage, wie der Kampf am Samstag seiner Ansicht nach ablaufen wird.

„Ich bin ruhig und fokussiert. Dieses Mal hatte ich ein großartiges Trainingslager und ich werde einfach da rausgehen, meinen besten Kampf zeigen und sicherstellen, dass ich auf überzeugende Art und Weise gewinne.“

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