Stipe Miocic will es den Zweiflern zeigen


Die Mutter von Stipe Miocic, Kathy, konnte es nicht glauben. Ihr Sohn sollte bei einem High-School-Turnier gegen einen Gegner ringen, den er heute als „ein ziemlich zäher Bursche“ beschreibt. Die Erfolgschancen des Jungen, der später der UFC-Weltmeister im Schwergewicht werden würde, waren gering.

„Die denken, du wirst verlieren“, sagte sie mit einem Lachen. Sie konnte es nicht glauben, dass jemand an ihrem Sohn zweifeln würde.

Miocic hat diese Reaktion nie vergessen. Er denkt jedes Mal daran, wenn jemand meint, er würde einen Kampf verlieren.

„Ich hatte meine Mama noch nie so gesehen“, sagte Miocic. „Sie war nicht großspurig oder arrogant. ‚Die denken, du wirst verlieren. Wie dumm sind die?‘ Dann lief sie weg. Seitdem sie das zu mir gesagt hat, liebe ich es, Zweifler und Kritiker verstummen zu lassen. Ich hasse es, dass immer an mir gezweifelt wird.“

In den letzten Jahren wurden die Zweifler immer weniger. Miocic fällte in der Schwergewichtsklasse der UFC einen Baum nach dem anderen. Im Mai 2016 knockte er Fabricio Werdum in der ersten Runde aus und krönte sich damit zum Weltmeister. Seinen Gürtel verteidigte er anschließend dreimal in Folge, gegen Alistair Overeem, Junior Dos Santos und Francis Ngannou – damit stellte er einen UFC-Rekord auf und gilt nun vielerorts als bestes Schwergewicht aller Zeiten.

„Einige Menschen sind dieser Ansicht, einige andere Menschen sind es nicht“, sagte Miocic. „Ich mache mir über so etwas keine Gedanken.“

Stattdessen macht er sich Gedanken darüber, wie er seinen Gürtel weiter zuhause in Cleveland behalten kann. Samstagnacht trifft er im Hauptkampf von UFC 226 in Las Vegas wieder auf jemanden, der ihm den Weltmeistertitel streitig machen will: Daniel Cormier, der amtierende Weltmeister im Halbschwergewicht, der im Schwergewicht bereits dreizehn Profikämpfe gewonnen hat.

„Ich bleibe Champion“, sagte Miocic. „Es wird sich nichts ändern. Er ist ein großartiger Kämpfer, aber ich werde ihn besiegen und meinen Gürtel behalten.“

Heutzutage nimmt man solche Worte ernst, wenn sie von Miocic kommen. Anfang dieses Jahres gingen jedoch viele davon aus, dass der 35 Jahre alte US-Amerikaner mit kroatischen Wurzeln seinen Gürtel an den furchterregenden Francis Ngannou verlieren würde.

„Sie bauten ihn auf, als sei er die Zukunft der Schwergewichtsklasse, also musste ich den Hype beenden“, sagte Miocic, der Ngannou im Januar bei UFC 220 in Boston einstimmig nach Punkten besiegte. „Vor ihm liegt noch eine große Karriere. Je mehr er sich verbessert und je öfter er kämpft, umso großartiger wird er.“

Das sind ermunternde Worte eines dominanten Champions. Im Vorfeld des Kampfes gegen Ngannou war Miocic jedoch offensichtlich nicht glücklich darüber, wie mit seinem Herausforderer und ihm umgegangen wurde.

„Ich bekam nicht den Respekt, den ich verdiene, aber daran bin ich mittlerweile gewöhnt“, sagte Miocic.

CLEVELAND, OH - SEPTEMBER 10: (L-R) Stipe Miocic speaks with Joe Rogan after defeating Alistair Overeem of The Netherlands in their UFC heavyweight championship bout during the UFC 203 event at Quicken Loans Arena on September 10, 2016 in Cleveland, Ohio. (Photo by Josh Hedges/Zuffa LLC)Im Laufe seiner Karriere erzielte Miocic bereits einige spektakuläre Knockouts, aber der Punktsieg über Ngannou war vielleicht seine bislang beste Leistung im Octagon. Er zerlegte den Herausforderer nicht nur im Stand, sondern brachte ihn auch zu Boden und kontrollierte ihn dort – er bewies, dass er ein kompletter MMA-Kämpfer ist, der boxen, kicken und ringen kann. Es war eine Meisterleistung. Miocic zufolge lief alles nach Plan.

„Zu 100 Prozent“, sagte er. „Der Kampf gegen Ngannou lief genau so, wie erwartet. Er ist ein großer Kerl, sehr zäh, mit guten Nehmerqualitäten. Aber ich habe einen Sieg erwartet und genau so ist es gekommen.“

Miocic erwartet ein ähnliches Ergebnis gegen Cormier, den er als „einen bescheidenen Mann, der gerne kämpft“ beschreibt.

So oder so ähnlich könnte man auch ihn selbst beschreiben. Zwischen ihm und Cormier gibt es kein böses Blut, sie verzichten auf Provokationen und fiese Sprüche. Sie sind einfach nur zwei Sportsmänner, die gerne kämpfen.

„Letzten Endes geht es ums Geschäft“, sagte Miocic. „Wir werden uns gegenseitig vermöbeln. Er wird versuchen, sein Ding durchzuziehen. Ich werde versuchen, mein Ding durchzuziehen. Wir werden uns gegenseitig ins Gesicht schlagen, aber danach können wir Freunde sein. Wir sind hier, um zu kämpfen.“

Wenn Miocic in der Nacht zum Sonntag gewinnt, baut er seinen UFC-Rekord aus und hat einen weiteren Sieg über einen legendären UFC-Kämpfer in der Bilanz stehen. Danach geht es für ihn sofort zurück nach Cleveland zu seiner schwangeren Ehefrau, die in Kürze ein Kind erwartet. Er will die Zeit mit seiner ersten Tochter genießen, bis es wieder nötig ist, sich an die Worte seiner Mutter zu erinnern.

„Ich habe nichts zu beweisen“, sagte Miocic. „Ich stopfe anderen Menschen gerne das Maul und das werde ich auch weiterhin tun.“

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