Stefan Struve ist so stark wie nie

<a href='../fighter/Stefan-Struve'>Stefan Struve</a> punches <a href='../fighter/Stipe-Miocic'>Stipe Miocic</a> during their heavyweight bout in 2012
Nach fast neun Jahren und 18 Kämpfen in der UFC zeigt Stefan Struve allmählich, wie gefährlich er im Octagon wirklich sein kann.

Der 29 Jahre alte Niederländer kehrt am Samstagabend zurück und stellt sich im Hauptkampf der „UFC Fight Night“ in Rotterdam dem Russen Alexander Volkov, der wie er zuletzt zweimal in Folge im Octagon siegte. Nach vorzeitigen Siegen über Antonio „Bigfoot“ Silva und Daniel Omielanczuk landete Struve in der Top 10 der Schwergewichtsklasse auf Rang 8, nur einen Platz hinter Volkov. Das bestätigt ihn in seiner Entscheidung, weiter seine Träume zu verfolgen, anstatt sie hinter sich zu lassen, als er fast dazu gezwungen war.

Dieser Sport produziert eine nie enden wollende Flut an Ereignissen und Geschichten – da kann man schon mal vergessen, dass es eine Zeit gab, in der der „Skyscraper“ seine UFC-Karriere pausieren musste. Die Ärzte diagnostizierten bei ihm eine sogenannte bikuspide Aortenklappe (BAK), eine Herzkrankheit, die ihn für mehr als ein Jahr außer Gefecht setzte. In der Zeit taten seine Ärzte alles, um die richtige medizinische Behandlung zu wählen, die es Struve ermöglichen würde, wieder an sportlichen Wettkämpfen teilzunehmen.

„Ich habe meine gesamte Karriere mit einem Herzfehler gekämpft und ziemlich gute Ergebnisse erzielt – gegen ziemlich gute Gegner“, sagt Struve, der als einziger Mann gegen den späteren Weltmeister im Schwergewicht, Stipe Miocic, vorzeitig gewonnen hat. „Meinem Herz geht es wieder gut, es ist so stark wie nie. Während meiner gesamten Karriere war mein Herz nur bei 30 bis 40 Prozent und ich habe trotzdem Großes geleistet.“

Selbst als Struve von den Ärzten grünes Licht für eine Rückkehr erhielt, warteten neue Hindernisse auf ihn.

Vor seinem Comeback bei UFC 175 gegen Matt Mitrione fiel er in der Umkleidekabine in Ohnmacht. Fünf Monate später kehrte er ins Octagon zurück, unterlag jedoch seinem Landsmann Alistair Overeem. Körperlich war Struve wieder bereit, zu kämpfen, aber mental war er es nicht.

„Meine Einstellung hat nicht gestimmt“, sagt Struve über den Kampf im Dezember 2014. „Ich war zu zögerlich und dachte zu sehr über das nach, was ein paar Monate vorher vor dem Kampf gegen Mitrione passiert ist. Ich habe über Dinge nachgedacht, über die man beim Kämpfen nicht nachdenken sollte – so einfach ist das.“

Im folgenden Sommer kehrte er in Rio de Janeiro, Brasilien in die Erfolgsspur zurück, als er den legendären Antonio Rodrigo Nogueira in dessen Abschiedskampf besiegte. Drei Monate später unterlag er jedoch Jared Rosholt in Australien.

Er war gesund, aber er kämpfte nicht seinen Fähigkeiten entsprechend. Nach drei Niederlagen in vier Kämpfen stand er mit dem Rücken zur Wand. Anfang 2016 glaubte er, eine weitere Niederlage würde sein Aus bedeuten.

„Ich hatte eine letzte Chance“, sagt er über seinen Kampf gegen Silva, der im Frühling letzten Jahres in derselben Halle stattfand, in der er Samstagabend gegen Alexander Volkov antritt. „Wenn ich diesen Kampf verloren hätte, hätte mich sicher jemand aus der UFC gefragt: ‚Bist du sicher, dass du das noch tun willst, denn bislang hat es nicht wirklich funktioniert?‘“

Einige Anpassungen, die er an seinem Training vornahm, stellten sicher, dass es in naher Zukunft nicht zu dieser Unterhaltung kommen würde. Struve hörte auf seine Trainer, die von ihm eine aggressivere Kampfweise forderten und schlug Silva in nur 16 Sekunden KO. Damit begeisterte er seine Landsleute im Zuschauer und gewann überdies einen Bonus.


„Ich habe gezeigt, dass ich immer noch hierher gehöre“, sagt Struve über seinen ersten Kampf in Rotterdam.

Mehr als ein Jahr später kehrt er in die Ahoy Rotterdam zurück, als Nummer 8 im Schwergewicht, und bereit, einen weiteren Schritt nach vorne zu machen.

„Den Hauptkampf bestreiten zu dürfen, ist eine großartige Gelegenheit“, sagt Struve. „Es ist einer von vielen Gründen, weswegen ich glücklich bin, dass ich mich damals, als es nicht so gut lief, entschieden habe, doch weiterzumachen. Ich liebe Holland, ich liebe die Menschen hier, sie lieben mich und sie verdienen einen tollen Kampf. Das ist ein weiterer wichtiger Schritt in meiner Karriere.“

Einer Karriere voller unterhaltsamer Kämpfe, die um ein Haar viel zu früh vorbei gewesen wäre.

Einer Karriere, die er fast aufgegeben hätte.

Einer Karriere, in der das Beste noch vor ihm liegt.

„Ich fühle mich definitiv so stark wie nie“, sagt Struve. „Ich habe immer Kampfgeist bewiesen und Gegner besiegt, die viel kräftiger und erfahrener waren als ich. Ich habe immer hart gekämpft und alles gegeben und selbst wenn ich mich in gefährlichen Situationen befand, habe ich mich zurückgekämpft.“

„Ich will den Fans immer eine tolle Show bieten und ich werde in Rotterdam eine beeindruckende Leistung zeigen“, so Struve weiter. „Wenn ich körperlich und mental bei 100 Prozent bin, dann gehöre ich zu den besten Schwergewichten der Welt. Meine besten Jahre liegen noch vor mir.“

Das Hauptprogramm der „UFC Fight Night“ in Rotterdam läuft am 2. September live auf ran FIGHTING, das Vorprogramm auf UFC FIGHT PASS.

Watch Past Fights

Multimedia

Kürzlich
Watch the Fight Night Japan post-fight press conference live following the event.
22.09.2017
Forrest Griffin and Matt Parrino discuss all the movement in the latest official UFC rankings release in this week's episode of the Rankings Report. They talk Luke Rockhold, Mike Perry, Uriah Hall, Kamaru Usman and much more.
20.09.2017
Kamaru Usman extended his division-best win streak to six in Pittsburgh over the weekend with a first-round KO against Sergio Moraes. Francis Ngannou flew to Pittsburgh to support his friend and he greeted Usman after the fight.
19.09.2017
Did you miss Fight Night Pittsburgh? Or did you see it and just want to relive the amazing event? We have you covered on today's UFC Minute. Host Lisa Foiles runs down all the results from the event which had 8 finishes out of 10 fights.
18.09.2017